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Das Gute-Laune Frühstück
Kommen Sie morgens auch so schwer in die Gänge und sind alles andere als gut gelaunt? Dann essen Sie morgens am besten eine kleine Portion pflanzlicher Rohkost. Wir sagen, warum Rohkost morgens am besten ist und wie man sie zubereitet...
Es gibt sie tatsächlich: Menschen, die schon frühmorgens eine große Mahlzeit mit Eiern, Schinken und Käse verspeisen können. Doch es gibt auch jene, die morgens gar keinen Hunger, geschweige denn Appetit verspüren. Ihnen reicht eine Tasse Kaffee oder Tee. Auch Italiener oder Franzosen begnügen sich im Gegensatz zu den Engländern mit einer eher kargen Kost. Ein Brioche oder ein Croissant genügt ihnen als Starthilfe in den Tag. Das ist durchaus nicht bedenklich, geschweige denn ungesund.
Die ayurvedische Medizin geht beispielsweise davon aus, dass der menschliche Organismus bis zehn Uhr morgens mit der Entgiftung des Körpers beschäftigt ist. Es sei deshalb gut, ihn nicht zusätzlich mit der Verdauung zu belasten. Doch wer morgens nur eine schnöde Semmel oder ein Croissant isst, läuft Gefahr, schon am späten Vormittag schlapp zu machen. Denn die Kohlenhydrate eines Brötchens, die der Körper in kürzester Zeit in Einfachzucker, also Glukose umwandelt, lassen bekanntlich nur für einen kurzen Moment den Glyxwert und damit den Energiepegel nach oben schnellen, um kurze Zeit später rapide in den Keller zu fallen. Wer morgens also wenig Hunger verspürt, für den ist es besonders wichtig, auf eine gesunde, sprich vitalstoffreiche Auswahl an Lebensmitteln zu achten, die aber zugleich den Verdauungstrakt nicht über Gebühr in Anspruch nimmt.
Rohkost am Morgen
Am besten greift man deshalb zu rohen pflanzlichen Nahrungsmitteln und zerkleinert diese im Mixer. Mittlerweise weiß man, dass damit die Ausschüttung bestimmter Hormone und Biostoffe (siehe Beitrag „Powerstoffe für mehr Lebensfreude“) freigesetzt wird. So verleiht uns der höchst sensible Eiweißbaustein Tryptophan, der für die Umwandlung in den Nervenbotenstoff Serotonin zuständig ist, das Wohlbefinden, um mit Freude und Zuversicht den alltäglichen Aufgaben entgegenzutreten. Doch das Schlüsselhormon Serotonin bildet sich nur unter ganz bestimmten Bedingungen. „Die wichtige Aminosäure hat es schwer, sich gegen die übermächtige Konkurrenz der viel zahlreicheren anderen Eiweißbausteine durch die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn zu drängen, um dort ihre Wirkung entfalten zu können“, erläutert der Medizinjournalist Klaus Oberbeil in seinem Buch „Fit durch Vitamine“. Deshalb verzichtet man morgens besser auf all die Nahrungsmittel wie Wurst, Eier oder Käse, die vor allem Muskel- und Bindegewebseiweiße enthalten. Eine Stunde später können Sie diese getrost zu sich nehmen. Ein gesundes vitalstoffreiches Frühstück kann aus Samenkörnern wie Buchweizen, Hirse, Quinoa oder Amarant bestehen. Wichtig ist es, diese fein zu vermahlen und in einer Flüssigkeit wie Saft aufzulösen. Andere kochen die Bestandteile auch in wenig Flüssigkeit kurz auf oder überbrühen sie. Dazu kann man gut Obstsorten wie Beeren, Orange, kurz gegarte Äpfel oder Mandelmus geben. Sie runden den Geschmack nicht nur ab, sondern machen diese frühe Kost auch bekömmlicher und verträglicher. Dagegen sind Milch, Salz und Zucker für die erste frühe Mahlzeit tabu.
Eva van Wingerden
Interview:
Süßes oder Salziges, Obst oder Brot, Kohlenhydrate oder Eiweiß – was isst man morgens am besten? bewusster-leben fragt den Experten Rolf Ehlers.
bewusster-leben : Herr Ehlers, es gibt sehr viele Ratschläge, was man morgens essen soll. Einige sagen, man solle morgens essen wie ein Kaiser, mittags wie ein Edelmann und abends wie ein Bettler. Andere raten dazu, es morgens langsam angehen zu lassen. Was soll man denn nun zum Frühstück essen?
Ehlers: Ganz einfach rohe Pflanzenkost, und die sollte zu einem gewissen Teil nicht hitzebehandelt sein und eine Mindestmenge an Eiweißen enthalten. Das Wichtigste ist jedoch: Sie muss im Wesentlichen fein gemahlen sein. Davon genügt schon eine geringe getrocknete Menge von rund 10 Gramm. Diese wird dann in Flüssigkeit aufgelöst, und auf leeren Magen verzehrt. Das entspricht ungefähr 150 Gramm frischer Kost. Die so beschaffene und konsumierte Kost nenne ich „native Kost“.
bewusster-leben : Wir sollen also fein vermahlene Pflanzenkost anstelle eines gewöhnlichen Frühstücks essen? Viele Menschen wollen doch unter keinen Umständen auf ihre geliebten Frühstücksbrötchen, ihr Frühstücksei oder Müsli verzichten!
Ehlers: Wer morgens als Erstes diese native Pflanzenkost gegessen hat, kann schon 20 Minuten danach so ausführlich frühstücken, wie er will, und was er will. Weil der Verzehr nativer Kost auf diese Weise die körpereigene Entstehung von Serotonin möglich macht und dieser Neurotransmitter die Esskontrolle erleichtert, fühlt man sich dazu aber meist nicht gezwungen. Mit der erleichterten Esskontrolle verfliegen auch Heisshungerattacken und die Gier auf Süßes und Fettes von selbst. Aus dem Grunde, dass man sich den Magen nicht so vollschlagen soll – ein voller Bauch studiert nicht gern – rate ich dazu, morgens generell nicht viel und vorwiegend kohlenhydratreiche Kost zu essen.
bewusster-leben : Wie stehts mit frischem Obst, das sich ja meist leicht im Mund zerdrücken lässt? Das ist gesund und schmeckt doch auch lecker.
Ehlers: Obst ist ein wahres Geschenk der Natur. Es enthält aber sehr wenige Eiweiße. Die Banane hat mit 1,5 Prozent noch am meisten. Obst kann daher nur eine Ergänzung sein. Samenkörner wie Amarant haben 12 bis 14 Prozent. Auch viele andere Pflanzen eignen sich gut. Was wir nicht beachten, ist, dass diese Nahrung fein vermahlen sein muss. Wir haben zwar mit 16 starken Molaren im Mund eine perfekte Mühle, mit der wir Pflanzen pulverfein vermahlen können. Wir haben uns diese langatmige Übung aber längst abgewöhnt. Es nutzt daher nichts, dazu aufzurufen, jeden Bissen der rohen Pflanzenkost an die 150 Mal zu zerkauen. Trotzdem ist die feine Vermahlung der Kost aber unverzichtbar. Pflanzenzellen, die wir nicht mechanisch aufbrechen, geben ihren Inhalt auch auf dem zehn Meter langen Weg durch unseren Verdauungstrakt nicht preis. Er fault dann nur vor sich hin und entwickelt giftige Gase. Wir haben eben keine Enzyme, die die Zellulosepanzer der Pflanzen knacken können.
Rolf EhlersDer Jurist hängte vor zehn Jahren seinen Beruf an den Nagel und gründete die Firma Aminas. Das kleine Unternehmen aus Erkrath stellt eine rein pflanzliche, fein gemahlene Vitalkost her. Auf die Idee kam der 69-Jährige auf einer Geschäftsreise nach China, als er dort auf Kautabletten aus getrockneten pflanzlichen Zutaten stieß, nach deren Verzehr er sich wacher und belastbarer fühlte. Seitdem forscht er intensiv auf dem Gebiet der Gastroenterologie, also über das Geheimnis der körpereigenen Abläufe nach der Nahrungsaufnahme.

