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Werd bloß nicht sauer!
Sind Sie müde, reizbar und überempfindlich? Sie haben an Gewicht zugelegt und Ihr Bindegewebe verliert an Festigkeit? Dann ist Ihr Körper vielleicht stark übersäuert. Eine ein- bis zweiwöchige Basenfastenzeit kann jetzt Wunder wirken...
Jeder weiß: Obst und Gemüse sind gesund, weil sie voller Vitalstoffe stecken. Aber was essen wir? Unsere moderne Zivilisationskost sieht nun mal anders aus. Gewöhnlich findet man mittags oder auch abends Fisch und Fleisch auf dem Teller. Gemüse wird allenfalls als kleine lästige Beilage toleriert. Und nach wie vor greifen viele immer noch am liebsten zu Brot, Wurst und Käse. Wer sich so ernährt, ist in der Regel automatisch übersäuert. Denn tierisches Eiweiß, also Fleisch, Fisch und Milchprodukte, zählt zu den am stärksten säurebildenden Nahrungsmitteln. Die darin enthaltenen Mineralien wie Schwefel, Phosphor, Chlor und Jod werden im Körper in starke Säuren umgewandelt. Dagegen sind Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und viele Nüsse basenbildend und somit Lieferanten lebenswichtiger Mineralien wie Magnesium, Calcium und Zink. Wer sich eine Zeitlang basisch ernährt, sorgt nicht nur dafür, dass sein Körper die Spurenelemente und Mineralien bekommt, die er so dringend benötigt, er gibt ihm außerdem die Gelegenheit, sich all der sauren Schlacken, die sich im Bindegewebe der Haut und der anderen Organe gebildet haben, zu entledigen. Wie beim traditionellen Heilfasten findet auch beim Basenfasten eine Entgiftung statt. Da der Stoffwechsel beim Basenfasten mit Obst und Gemüse nicht komplett heruntergefahren wird, wird der Organismus deutlich weniger strapaziert. Sie können dabei sogar richtig schlemmen.
Sabine Wacker, Verfechterin der basischen Ernährung und Autorin vieler Ernährungsratgeber, ist allerdings davon überzeugt, dass man während der Basenfastenzeit keine faulen Kompromisse machen darf: „Nur durch den völligen Verzicht auf Säurebildner werden die abgelagerten Säuren mobilisiert und ausgeschieden.“ In ihrem Buch „Basenfasten – das große Kochbuch“ erläutert sie ausführlich die Grundlagen der basischen Ernährung und liefert viele schmackhafte Rezepte.
Folgen einer säurelastigen Ernährungsweise
Der schwedische Forscher Ragnar Berg, der als Begründer der Basentheorie gilt, empfiehlt, täglich vier Mal mehr Basen als Säuren zu sich zu nehmen (Verhältnis 80 zu 20 %). Er und die heutigen Vertreter der Basentheorie gehen davon aus, dass der jahrelange oder gar jahrzehntelange Verzehr von vorwiegend säurehaltigen Nahrungsmitteln zu gesundheitlichen Problemen führt. Säuren, die der Körper nicht ausscheiden kann, werden in den Gelenken abgelagert. Das kann wiederum zur Entstehung von Krankheiten wie Gicht, Arthrose, Rheuma, rheumatoide Arthritis und anderen Gelenkentzündungen beitragen. Möglicherweise ist auch Migräne eine Folge gestörter Stoffwechselprozesse. Eine weitere beliebte Lagerstätte für überschüssige Säure ist auch das Bindegewebe. Diese lässt nicht nur die bei Frauen so gefürchtete Orangenhaut gedeihen, sondern kann auch hormonelle Störungen bewirken und beispielsweise das prämenstruelle Syndrom hervorrufen oder auch Wechseljahresbeschwerden verstärken.
Säuren plündern die Mineralien
Damit aber nicht genug: Werden ständig und über Jahre hinweg große Mengen säurehaltiger Nahrungsmittel und Getränke verzehrt, geht das im wahrsten Sinne an die körperliche Substanz. Um die Übersäuerung auszugleichen, greift der Organismus auf seine Basenspeicher zurück. Und das sind unsere Knochen. Bei einer sauren Stoffwechsellage werden die Vitalstoffe Magnesium, Kalzium, Kalium und Zink vermehrt verbraucht und ausgeschieden. Übersäuerung führt also zu Kalziumverlust im Knochen und gefährdet daher seine Stabilität. Denn Kalziumphosphat ist eine der wichtigsten Stützsubstanzen und macht ihn erst hart. Mit einer pflanzlichen, sprich basenbildenden Ernährung kann man der Entstehung von Osteoporose gut vorbeugen. Auch Magnesiummangel darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Und dieser ist weit verbreitet. In ausgeprägten Fällen kann er sich beispielsweise durch Muskelzittern, Krämpfe, Kopfschmerzen, Überreiztheit sowie innere Unruhe bemerkbar machen und zu „Symptomen wie Depression, Psychose, Gereiztheit oder Verwirrtheit führen“, bestätigt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA. Übrigens gilt Magnesium als das wichtigste Anti- Stress-Mineral. Es schützt Herz und Gefäße. Magnesiummangel wird bis heute aber nur selten diagnostiziert. Aber auch die Versorgungslage mit Kalium ist bei vielen Menschen schlecht. Sowohl Frauen als auch Männer nehmen erwiesenermaßen zu wenig davon auf. Der Mensch braucht eine ausreichende Kaliummenge, um erhöhtem Blutdruck, Schlaganfällen, Nierensteinen und Osteoporose vorzubeugen und entgegenzuwirken. Kalium und Magnesium stabilisieren nicht nur Nerven, Muskeln und den Blutdruck, sie entsäuern auch die Zellen.
Gerade Frauen im mittleren Alter können mit einer basischen, einer reichhaltigen pflanzlichen Ernährung viel für ihre Gesundheit tun. Wir zeigen Ihnen deshalb auf den folgenden Seiten einige leckere Kartoffel-Rezepte. Die Erdäpfel zählen zu den mineralstoffreichsten Nahrungsmitteln überhaupt. Und für die Liebhaber exotischer Küche gibt es zwei Asia-Gerichte.
Inge BehrensINFOS
Diese säurebildenden Nahrungsmittel meiden!
– Fleisch, Wurst und Schinken
– Fisch und Schalentiere
– Ei und Eiweiß
– Hülsenfrüchte, auch Soja, Spargel Rosenkohl und Artischocken
– Teigwaren und Nudeln sowie alle Brotarten, auch Vollkorn
– Geschältes und poliertes Getreide – Alle Nüsse außer Mandeln und frischen Walnüssen
– Milchprodukte sowie Quark, Joghurt, Kefir und alle Käsesorten
– Margarine, gehärtete raffinierte
– Fette, Öle, Essig und Senf
– Eis und alle Süßigkeiten
– Fleischbrühe
– Alle kohlensäurehaltigen Getränke
– Softdrinks wie Limonaden und Cola
– Kaffee
– Früchtetee, schwarzer, grüner und weißer Tee sowie Matetee
Regeln zur basischen Ernährung:
– Obst und rohes Gemüse nur bis 14.00 Uhr essen
– Mehr Gemüse als Obst essen
– Abendessen bis 19.00 Uhr
– Um den Darm zu entlasten: einfacher essen, das heißt, kombinieren Sie nur wenige Nahrungsmittel
– Kauen Sie die Mahlzeiten stets gründlich
– Nur wenig Salz verwenden, Sesamsalz ist eine gute Alternative
– Trinken Sie reichlich – mindestens 2 bis 3 Liter am Tag
– Reinigen Sie Ihren Darm alle zwei bis drei Tage mit Glaubersalz, mit einem Einlauf oder mit der Colon Hydron-Therapie, auch wenn Sie regelmäßig Stuhlgang haben
Einen kostenlosen Ratgeber über die Grundlagen der basische Ernährung gibt es bei:
Natürlich gesund, Verband für ganzheitliche Gesundheitsberatung e.V.
Humboldtstraße 5, 65326 Aarbergen
Tel: (0180) 588 07 77 30
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Der basische Speiseplan
Morgens:Zum Frühstück essen Sie am besten Obst oder trinken einen grünen Frucht-Smoothie – am besten selbst gemacht.
Mittags:
Sommerlicher Kartoffelsalat mit schwarzen Oliven (für 2 Personen)Zutaten:
–8 mittelgroße festkochende Kartoffeln
–1 Handvoll reife Cocktailtomaten
–2 bis 3 Basilikumblätter
–1 mittelgroße rote Zwiebel
–1 frisch geriebene Prise Muskat
–1 Handvoll schwarze Oliven
Zubereitung:
Die Kartoffeln im Gemüsedämpfer garen, abkühlen lassen, schälen und in Scheiben schneiden. Die Tomaten waschen, halbieren. Die Basilikumblätter waschen, abtropfen lassen, klein zupfen. Die Zwiebel schälen und klein hacken. Das Basilikumdressing für Kartoffelsalat
Zutaten:
– 10 bis 15 Blätter frisches Basilikum
– EL kaltgepresstes Olivenöl
– Saft von 1 kleinen Zitrone
–etwas Meersalz und weißer Pfeffer.
Zubereitung:
Basilikumblätter waschen, abtropfen lassen und mit dem Wiegemesser fein hacken. Das Öl dazugeben und vermischen. Die übrigen Zutaten unterheben.
Mittags und abends:
Misosuppe mit Wakame (für 2 Personen)Zutaten:
–1 Handvoll Shiitakepilze
–¾ l. Wasser
–½ Gemüsebrühwürfel
–ca. 2 g Wakame Instant Algen
–ca. 30 g Misopaste (Bioqualität ohne Geschmacksverstärker)
Zubereitung:
Die Shiitakepilze trocken säubern und vierteln. Das Wasser erhitzen, den Brühwürfel darin auflösen und die Shiitakepilze wenige Minuten darin garen, dann die Algen dazugeben. Die Misopaste einrühren. Die Suppe kann man auch gut zum Frühstück servieren.
Pellkartoffeln mit Avocadocreme (für 2 Personen)
Zutaten:
– 7 bis 8 Kartoffeln
– 2 reife Avocados
– 1 PriseMeersalz
– 1 Prise Pfeffer
– Saft von 1 Zitrone
– 1 Schälchen Kresse
Zubereitung:
Die Kartoffeln im Gemüsedämpfer garen und schälen Die Avocados schälen und entkernen. Das Fruchtfleisch mit der Gabel zerdrücken und die Gewürze und den Zitronensaft untermischen. Die Kresse untermischen und zu den Kartoffeln servieren.
Mittags und abends:
Blumenkohl mit Pak Choi und Süßkartoffeln (für 2 Personen)Zutaten:
–1 kleiner Blumenkohl
–1 kleiner Pak Choi
–1 Süßkartoffel
–2 EL Sesamöl
–1 Prise Kurkuma
–etwas frischer Ingwer
–frisch gemahlener Pfeffer
–1 Prise Bockshornkleesamen
Zubereitung:
Den Blumenkohl waschen und die Röschen sehr klein zupfen oder schneiden. Den Pak Choi waschen und in dünne Streifen schneiden, die Süßkartoffeln waschen und würfeln. Das Sesamöl erhitzen, das Gemüse darin andünsten und die Gewürze zugeben. Den Ingwer schälen, reiben und unter das Gemüse mischen. Etwas Wasser zugeben, damit das Gemüse ein wenig „Sugo“ hat.
BUCHTIPP
| Sabine Wacker 'Basenfasten asiatisch' Trias-Verlag , € 12,95 |
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