Herz-Resonanz-Programm: Finden Sie Ihren Rythmus

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Wenn wir Stress haben, arbeitet unser Organismus auf Hochtouren. Danach ist es ganz schön schwierig, wieder runter und ins Gleichgewicht zu kommen. Das Herz-Resonanz-Programm kann schnelle und effektive Hilfe bieten. Wir stellen es vor.

Jeder hat das schon zigmal am eigenen Leib erfahren: In Momenten größter Aufregung und Anspannung beginnt das Herz wie wild zu rasen. Man sagt dann: „Das Herz schlägt einem bis zum Halse.“ Obwohl wir gar keinen 400-Meter-Lauf im Sprint absolviert haben, erhöht sich die Frequenz unseres Herzschlags. Somit ist offensichtlich, dass es eine Verbindung zwischen der Gefühlswelt und dem physischen Herzen gibt. Doch erst seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts hat man begonnen mit dem Herz-Resonanz-Programm, deren Verbindung zu erforschen. Dabei hat man festgestellt, dass das Herz weit mehr als ein Organ ist, das Blut durch den Körper pumpt, sondern den Ablauf vieler Körpersysteme beeinflusst. Wie ein Dirigent gibt es Nerven-,Hormon- und Immunsystem den Takt vor und sorgt für deren harmonisches Zusammenspiel. Das Herz-Resonanz-Programm zeigt, das Herz spielt eine Schlüsselrolle, wenn es um unsere Gesundheit und unsere Gesamtbefindlichkeit geht. Untersuchungen der Herz-Resonanz-Therapie haben gezeigt, dass es eine messbare Verbindung zwischen dem emotionalen Zustand eines Menschen und dem Muster seines Herzrhythmus gibt. Aufzeichnungen der Herzschläge zeigen eindeutig: Sind wir frustriert, irritiert, ängstlich oder besorgt, ist das Muster des Herzrhythmus ungeordnet und chaotisch. Positive Gefühle wie Dankbarkeit, Wertschätzung, Mitgefühl und Liebe hingegen erzeugen ein gleichmäßiges, geordnetes Muster des Herzrhythmus.

Stress verändert unseren Herzrhythmus

Wenn Menschen dauernd unter Druck stehen, ist das Muster des Herzrhythmus und das fein abgestimmte Zusammenspiel der Körperabläufe nachhaltig gestört. Unser ganzer Organismus gerät durcheinander: Schlafstörungen, Bluthochdruck, häufige Infekte sind typische Folgen, und unsere Psyche leidet auch darunter. Eine Untersuchung im Auftrag der EU-Mitgliedsstaaten ergab, dass Stress in Europa zu  einem der größten Gesundheitsrisiken geworden ist. Unser Herz soll nicht regelmäßig wie ein Metronom schlagen. Vielmehr ist es wichtig, dass sich unser Organismus immer wieder den Anforderungen anpassen kann. Die Herzschlagrate ist deshalb variabel. Menschen mit einer hohen Herzfrequenzvariabilität (HFV) erfreuen sich bester Gesundheit. Ihr Herz ist in der Lage, sich einerseits gut an die Erfordernisse anzupassen und andererseits gleich wieder ruhig zu schlagen. Nach Stress können sie sich schnell regenerieren. Unter chronischer Stressbelastung nimmt diese Anpassungsfähigkeit und somit die Variabilität der Herzfrequenz immer mehr ab. „Der Organismus verlernt bei Dauerbelastung das natürliche Schwingen des vegetativen Nervensystemsnund verharrt in Daueranspannung“, erklärt Dr. med. Karl-Heinz Gunzelmann. Nach und nach geht das eigene Gespür für den ureigenen Biorhythmus verloren. Der Wechsel von Spannung und Entspannung wird durch zwei Teile des vegetativen Nervensystems reguliert: das sympathische und das parasympathische System. Sie sind ständig damit beschäftigt, den Herzrhythmus zu beschleunigen oder zu verlangsamen „Der Sympathikus bereitet uns auf Bewegung und Aktion vor: Er ist sozusagen unser Gaspedal. Der Parasympathikus hingegen sorgt für Ruhe, Entspannung und Regeneration: Er ist die Bremse im System“, weiß Regine Herbig. „Bei Stress ist die Balance zwischen Gasgeben und Bremsen gestört. Wir geben zu viel Gas und bremsen nicht genug“, sagt die Körpertherapeutin weiter.

Schnelle Hilfe in schwierigen Situationen

In unserer modernen Leistungsgesellschaft, in der Druck, Belastung und Stress das Leben von immer mehr Menschen bestimmen, haben die wenigsten Menschen die Möglichkeit, sich den alltäglichen und beruflichen Anforderungen zu entziehen. Schließlich kann man nicht seinen Job kündigen und den Haushalt liegen lassen. Entspannungstechniken, ob Yoga, Qigong oder Meditation, helfen zwar, doch in der Regel führen wir sie am Morgen, am frühen oder auch späteren Abend aus. Also meist dann, wenn wir sowieso schon ruhig und gelassen sind. In Stressmomenten haben wir aber kaum Gelegenheit, diese Übungen zu praktizieren. Richtig und wichtig ist es jedoch, das angegriffene Nervenkostüm möglichst schnell wieder in Balance zu bringen. Die Herz-Resonanz-Methode kann genau das: Sie bietet vor allem Hilfe in den herausfordernden und uns oftmals überfordernden Augenblicken des Alltags. Regine Herbig hat als erste Autorin ein ausführliches Übungsprogramm auf Deutsch verfasst. Herbigs Buch über Stressbewältigung durch Herz-Resonanz bietet eine praktische Anleitung, wie man die innere Bremse und somit die Anpassungsfähigkeit des Organismus trainieren kann.

Die Herz-Resonanz-Atmung

Ist der Sympathikus erst einmal aktiviert, ist es gar nicht so einfach, all die Emotionen von Wut, Ärger und Frust loszulassen. Und selbst wenn wir –bildlich gesprochen – den Fuß wieder vom Gaspedal nehmen, gelingt es unsoft nicht, uns gleich zu entspannen. Die bewusste Atmung kann uns helfen, wieder schneller in ein ruhiges Fahrwasser zu kommen. Denn sie fungiert als Brücke zwischen Körper und Geist. Die Atmung ist deshalb ein wirksames Mittel, um bei Stress den Organismus schnell wieder zu harmonisieren. „In unserer heutigen Gesellschaft mit ihrem enormen Tempo, wo wir relativ oft gehetzt oder außer Atem sind, ist das eine sehr wertvolle Ressource“, so die Münchnerin. Um sie nutzen zu können, muss man zunächst einmal lernen, sich ganz auf die eigene Atmung zu konzentrieren. In der ersten Woche üben Herbigs Kursteilnehmer deshalb, den Fokus drei Minuten lang auf den Atem zu halten. Ein Kinderspiel, sollte man meinen. Doch für Gestresste eine echte Herausforderung. Die Therapeutin zeigt außerdem, wie man den Atemrhythmus verlangsamen kann, wenn man gestresst ist und der Atem rast. Danach erlernen die Teilnehmer die Herz-Resonanz-Atmung. Dabei üben sie, den Atem auf fünf bis sieben Atemzüge pro Minute zu verlangsamen. Dies geschieht, indem man auf organische Weise das Ausatmen verlängert. Organisch heißt, der Atem nicht herausgepresst, sondern wird möglichst langsam über den Mund ausgeblasen. Der Atem strömt danach automatisch wieder ein. Hierdurch verlangsamt sich meist auch die Frequenz des Herzschlags. Das Ziel der Herz-Resonanz Atmung ist es, dass Atem- und Herzrhythmus in Gleichklang kommen. „Nachdem die Herz-Resonanz Atmung in der Ruhe eingeübt worden ist, gilt es, diesen Rhythmus allmählich auch spontan vor, in und nach Stressmomenten im Alltag abzurufen“, so die Therapeutin. Wem es in solchen Situationen gelingt, die Aufmerksamkeit auf den Körper und den Atem zu lenken, der kann selbst bestimmen, wann er aus dem Denk-Karussell aussteigen möchte.

Wieder im Biorhythmus leben

Mit dem Herz-Resonanz-Programm kann jeder lernen, seinen Herzrhythmus und damit seine körperliche Gesundheit selber zu beeinflussen. Die Atem- und Körpertherapeutin Regine Herbig erklärt: „Die Übungen des Herz-Resonanz-Programmes sind so einfach, dass man sie jederzeit und unauffällig machen kann.“ Wenn man aus seinem Gleichgewicht und somit aus seinem natürlichen Rhythmus gekommen ist, findet man damit rasch wieder seine Mitte. In solchen Momenten sind Parasympathikus und Sympathikus in Balance. Man ist dann weder über- oder angespannt noch befindet man sich in einen Zustand der Unterspannung, der mit einer gewissen Schläfrigkeit und mangelnder Präsenz verbunden ist. Vielmehr ist man im Zustand der sogenannten Eutonie, was übersetzt so viel wie „gute Spannung“ heißt. Zum einen sind wir wach und präsent, zum anderen aber auch völlig gelöst und lebendig. Das heißt, wir können all unseren Alltagsaufgaben und Pflichten nachgehen, ohne dabei den Kontakt zu unserem Inneren zu verlieren. Das Paradoxe: Wir leben dann nicht nur viel gesünder, sondern sind auch seelisch, mental und körperlich viel belastbarer und bewältigen letztlich mehr als jemals zuvor.

Inge Behrens

Kleines Sofortprogramm gegen Stress – in Kontakt mit unserem Innersten

In ihrem Buch „Gefühlsregulierung – ein Tor zur inneren Balance“ führt uns die Körpertherapeutin Regine Herbig Schritt für Schritt durch ein Sechs-Wochen-Programm. Neben einfachen Übungen gibt die sie viele Anregungen zur Erforschung der eigenen Gewohnheiten und Muster. In der ersten Woche geht es dabei erst einmal darum, Kontakt mit dem eigenen Atem aufzunehmen. In der zweiten Woche wird die Herz-Resonanz-Atmung trainiert. Und in der dritten Woche erklärt sie, wie wir Kontakt zu unserem Herzen und somit zu unserem Innersten aufnehmen können. Mehr wird nicht verraten. Aber so viel steht fest: Mit dem Buch begibt man sich auf einen spannenden Weg der Selbsterkenntnis. Man lernt nicht nur, wieder im biologischen Rhythmus zu leben, sondern beginnt, seine eigene Natur als Lehrmeister des Lebens zu erfahren. Wer das Programm absolviert, bleibt im turbulenten Alltag nicht immer, aber immer öfter, ruhig und gelassen.

Die Atemdusche („Runterkommen“ und die Ausatmung verlängern )
Sie sitzen aufrecht auf einem Stuhl, die Arme hängen gelöst seitlich herab. Heben Sie langsam beide Arme, die Handflächen zeigen dabei nach oben. Wenn die Hände auf Schulterhöhe sind, drehen Sie Ihre Handflächen zum Boden und führen die Arme langsam wieder nach unten bis zur Sitzfläche; dabei können Sie sich vorstellen, dass Sie sanft zwei Bälle unter Wasser drücken. Atmung: Wenn Sie Ihre Arme hinaufbewegen, lassen Sie den Atem einströmen. Bei der Bewegung nach unten blasen Sie den Atem langsam mit einem „Fff“ aus. Verfolgen Sie dabei achtsam den Strom Ihrer Ausatmung bis zu seinem Ende. Übermäßige Spannung aus den Schultern kann abfließen und Sie landen bei jeder Ausatmung etwas schwerer mit Ihrem Gesäß auf dem Stuhl.

Das atmende Herz (Kontakt zum Herzen)
Gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit zum Herzgebiet. Als Hilfe können Sie eine Hand auf Ihr Herzzentrum legen. Fühlen Sie die sanfte Bewegung des Atems in der Herzgegend? Vergegenwärtigen Sie sich gefühlsmäßig einen wunderbaren Moment in der Natur, in dem Sie die Wärme der Sonne genossen haben. Stellen Sie sich nun vor, dass Sie mit dem Herzen atmen. Öffnen Sie Ihr Herz und lassen Sie mit jedem Atemzug das Licht und die Wärme einströmen. Lassen Sie sich davon nähren. Atmen Sie auch durch Ihr Herz aus und spüren Sie, wie sich das Wohlgefühl nach allen Richtungen in Ihrem Körpers ausbreitet. Atmen Sie langsam und regelmäßig und genießen Sie – wie eine schnurrende Katze – das sanfte Streicheln Ihres Atems.

Der Atemkreis
(Die Herz-Resonanz-Atmung) Das Ziel dieser Übung ist es, sich in eine langsame Atmung von circa sechs Atemzügen pro Minute einzuschwingen. Eine einfache rhythmische Bewegung kann Sie dabei unterstützen. Öffnen Sie Ihre Arme zur Seite ungefähr bis auf Brusthöhe, führen Sie dann beide Hände mit den Fingerspitzen zueinander, während Sie die Handflächen nach unten drehen. Ihre Hände befinden sich nun auf Höhe des Herzens und vor Ihrem Körper bewegen Sie sie nun wieder nach unten. Dann beginnt die Bewegung wieder aufs Neue; die Handflächen zeigen wieder nach oben. Die Arme steigen beim Einatmen auf. Empfangen Sie dabei die Lebensenergie mit offenem Herzen und offenen Händen. Beim Sinken der Arme strömt der Atem langsam und kontinuierlich aus. Erspüren Sie, wann der natürliche Höhepunkt der Einatemwelle gekommen ist, und lassen Sie den Atem dann sanft und langsam wieder gehen. Am Ende der Ausatmung folgt die Atempause. Sie ist der Ausklang der Ausatmung und der Auftakt zum Einatmen. Lassen Sie sich ganz auf die Urbewegung ein, auf diesen fließenden Wechsel des Kommens und Gehens. Im Idealfall kommen Atem- und Herzrhythmus in Gleichklang – in Resonanz –miteinander.

Den Titel „Gefühlsregulierung – ein Tor zur inneren Balance” können Sie HIER bestellen

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