Ökostrom – eine Alternative unter der Lupe

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Ökostrom ist elektrische Energie, die aus nachhaltigen Quellen stammt. Damit kommt gleich die nächste Frage auf, denn was ist nun unter “nachhaltig” zu verstehen. Damit werden Energiequellen bezeichnet, die sich nicht erschöpfen bzw. erneuerbar sind. Sie stehen damit auch künftigen Generationen noch zur Verfügung. Typische Beispiele für solche Quellen sind Wasser, Wind und Sonne, die sich mittels Wasser- und Windkraftanlagen sowie mit Photovoltaik anzapfen lassen. Im Grunde regenerieren sich zwar auch fossile Energieträger, doch benötigen sie dafür deutlich längere Zeiträume. Die Rede ist dabei von Jahrtausenden. Deswegen zählen Öl, Gas und Kohle auch nicht zu den erneuerbaren Energieträgern. Weitere Quellen für Ökostrom sind Biomasse und Geothermie. Den größten Anteil an der nachhaltigen Stromerzeugung hat nach wie vor das Wasser, wobei die Windkraft in den letzten Jahren stark aufgeholt hat.

KURZ – Prägende Konferenzen für die Nachhaltigkeit (Quelle: Unesco)

  • Jahrhundert: Prägung des Begriffes „Nachhaltigkeit“ durch die Forstwirtschaft
  • 1972 Erste Umweltschutzkonferenz (der UNO)
  • 1987: Brundtland-Report, er wurde zur Grundlage für UN-Konferenz 1992
  • 2002: Rio+10 Weltgipfel

Die Entwicklung in Deutschland

Ein wichtiges Merkmal von Ökostrom liegt darin, dass bei dessen Entstehung wenig bis gar kein CO2 freigesetzt wird. Die Umweltbilanz fällt dadurch deutlich besser aus als bei der Nutzung von konventionell erzeugtem Strom. In Deutschland wird der Zuwachs an Ökostrom daher auch kräftig gefördert. Diesem Zweck dient beispielsweise das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Der Entwicklung ist es zu verdanken, dass der Anteil an Ökostrom bzw. Verbrauchern, die sich dafür entscheiden, in Deutschland kontinuierlich steigt. Hierfür hat sich der Begriff “Energiewende” etabliert – als Schlagwort in der Werbung, in Wahlprogrammen sowie in etlichen Diskussionen. Und diese Energiewende zeigt Wirkung, denn der Anteil nachhaltig produzierten Ökostroms hat sich seit dem Jahr 2000 von nur 6 Prozent auf 27 Prozent im Jahr 2014 erhöht.

Welcher Ökostromanbieter soll es sein und worauf ist bei einem Wechsel zu achten?

Ökostrom ist am Markt angekommen – das lässt sich schon an der großen Anzahl an Anbietern leicht ersehen. Auch lokale Versorger wie die örtlichen Stadtwerke haben mittlerweile Tarife für grünen Strom im Angebot. Oftmals ist es schon möglich, allein durch einen Tarif- und nicht erst durch einen Anbieterwechsel auf nachhaltigen Strom wechseln zu können. Der Vorteil: Dem bisherigen Stromversorger liegen schon alle benötigten Unterlagen vor und der Wechsel geht wie im Fluge.

Dennoch sollten Ökostromanbieter genau geprüft werden, denn nicht überall, wo Ökostrom draufsteht, ist auch wirklich Ökostrom drin. Der Begriff Ökostrom ist rechtlich nicht geschützt und so gibt es viele Anbieter, die unter diesem Etikett lediglich sogenannte Klimatarife anbieten.

Der Strom kommt dann aus konventioneller Erzeugung und es werden vonseiten des Anbieters Ausgleichszahlungen an Umwelt- und Klimaschutzprojekte geleistet. Von “echtem” Ökostrom kann dennoch nicht die Rede sein, denn der kommt immer aus nachhaltiger Energiegewinnung. Es gibt jedoch auch einige Anbieter, die bereits seit vielen Jahren bestens bei Tests abschneiden und den gewünschten “echten” Ökostrom anbieten. Bei dem Vergleich von Netzsieger wurde Naturstrom mit sehr gutem Ergebnis getestet und schnitt als Testsieger ab.

 

Viele Verbraucher stellen sich nach wie vor die Frage, ob ein Wechsel auf Ökostrom sinnvoll ist und vor allem, mit welchen Mehrkosten dieser einhergeht. Im Hinblick auf die Kosten kann gleich wieder Entwarnung gegeben werden, denn die Unterschiede beim Preis pro Kilowattstunde sind minimal. Es gibt mittlerweile sogar in einigen Regionen Anbieter, die deren Ökostrompreise jene des konventionell erzeugten Stroms unterbieten. Für besonders klima- und umweltbewusste Verbraucher ist ein Wechsel sowieso selbstverständlich. Im Schnitt liegen die Mehrkosten für Ökostrom bei 25 Euro – pro Jahr, wohlgemerkt!

Welche Gründe sprechen für einen Wechsel?

  • KLIMASCHUTZ
    Oben auf der Liste steht natürlich der Klimaschutz, denn durch die Verwendung von Ökostrom wird flächendeckend der CO2-Ausstoß Dadurch lassen sich auch die Folgen vermindern, wie sie beispielsweise in der globalen Erwärmung gesehen werden.
  • REGIONALE WIRTZSCHAFT FÖRDERN

Wirtschaftlich tut sich etwas, denn Ökostrom fördert regionale Wirtschaftskreisläufe. Wo Ökostromanlagen – egal ob groß oder klein – entstehen, da werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Und diese entstehen nicht nur bei der Stromproduktion selbst, sondern auch bei Zulieferbetrieben. So profitieren bei Solaranlagen nicht nur deren Hersteller vom Absatz, sondern auch die Monteure vor Ort, mit deren Hilfe die Anlage installiert wird. Außerdem wird mit jedem Euro, der für den Bezug von Ökostrom bezahlt wird, auch der Ausbau weiterer Anlagen gefördert. Es kommt also auf jeden einzelnen Verbrauchern an!

Ausblick

Mittlerweile hat auch die Internationale Energieagentur, bekannt für ihr eher wohlwollendes Verhältnis zur konventionellen Stromerzeugung, eingelenkt und bescheinigt den Erneuerbaren große wirtschaftliche Vorteile gegenüber fossilen Energieträgern. In einer Studie gelangt sie sogar zu der Annahme, dass ein Energiesystem, das auf Wind- und Solarenergie basiere, eine kostengünstigere Energieversorgung ermöglichen könne. Dadurch zeigt sich einmal mehr, dass es sich auch für den einzelnen lohnt, so bald wie möglich auf erneuerbare Energien in Form von Ökostrom umzuschwenken.

 

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