Sieben Fragen an Ruediger Dahlke

„Ich glaube an das einfache Leben, die Liebe und die Schöpfung.“

Ruediger Dahlke arbeitet seit über dreißig Jahren als Arzt und Seminarleiter, Autor und Trainer. Er hat mit Büchern wie „Krankheit als Weg“, „Krankheit als Sprache der Seele“, „Frauen-Heilkunde“ oder „Depression-Wege aus der dunklen Nacht der Seele“ eine ganzheitliche Psychosomatik begründet, die bis in mythische und spirituelle Dimensionen reicht. Seine Bücher und Vorträge zur gesunden, veganen, energetisch reichen Ernährung begeistern in diesen Tagen ein breites Publikum. „Es ist alles heute sehr kompliziert. Das falsche Essen und die Hektik verursachen einen miesen Zustand. Es sollte alles einfacher werden. Ein einfaches Leben ist ein gesünderes Leben, das sehe ich in der Medizin jeden Tag“, sagt Dahlke, der neben seiner Tätigkeit im von ihm gegründeten Heilkundeinstitut in Hitzendorf in Österreich auch Seminare im gesamten deutschsprachigen Raum hält.

Was hat Sie zuletzt innerlich berührt?
Weihnachten und Sylvester allein mit Rita in unserer Bucht in der Wildnis und diese abenteuerliche Landschaft wie ein andauernder Naturfilm. Und Zeit zu haben zum Schauen und Fühlen zusammen.

Wofür lohnt es sich zu leben?
Für jeden Augenblick, und besonders spüren kann ich das in Momenten der Liebe und der (Lebens)Lust. Und es lohnt sich, für die Ideen, die in der Ruhe aufsteigen und für die Zusammenhänge, die in der Stille klarwerden. Aber auch für den Moment, ein Buch und Thema, mit dem ich lange schwanger war, mit einem guten Gefühl abzuschließen.

Woran glauben Sie?
An das (einfache) Leben, die Liebe und an die Schöpfung. Aber auch an unsere Blödheit, und dass wir diese mit der Zeit überwinden können, wie das Ego, das diesen ganzen Mist verursacht, diese Kriegshetze, diesen Hass und dieses kleinkarierten Denken. Außerdem glaube ich an meine (Auf)Gabe und an die Kraft, sie zu verwirklichen.

Was ist für Sie Glück?
Den Augenblick zu erleben und zu genießen, ob bei Liebesfesten, beim Meditieren oder beim Anschauen von allen und allem, was ich liebe. Ein besonderer Glücksmoment war, als meine Tochter Naomi nach einer schweren Zeit meinen kleinen Finger ergriff und später als erstes Wort „Papa“ sagte. Wachsen macht mich glücklich, das von Pflanzen und Tieren und Menschen und bei Letzteren, wenn sie über sich hinauswachsen und ich ihnen die Leiter halten kann. Die Einheitserfahrungen, die ich schon früh geschenkt bekam und die ich mir später „ersessen“ habe.

Welche Eigenschaften an sich schätzen Sie am meisten?
Kreativität und Fleiß, Mut und Einsatzbereitschaft, die Fähigkeit zu lernen und die Freude daran und die an meinem Weg.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Einfühlungsvermögen und Engagement, ein weites Bewusstsein und Freude an gemeinsamem Denken und Wachsen, Lernfähigkeit und Großzügigkeit.

Was hilft Ihnen, wenn Sie einmal nicht wissen, wie es in Ihrem Leben weitergehen soll?
Das Wissen, dass wirklich Wichtiges und Entscheidendes nicht in Frage steht. Was uns eng macht, sind oft Zeit und Geld, diese beiden Illusionen, die letztlich gar nicht zählen. Dies hat mich schon der ärztliche Umgang mit Sterbenden gelehrt, für den ich dankbar bin, wie für diesen Beruf insgesamt.

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