Mindful@Work:
Achtsamkeit am Arbeitsplatz

Pausen sind notwendig, damit wir bei der Arbeit nicht „außer Atem geraten“. Es gilt, von Zeit zu Zeit die routinemäßig ablaufenden Automatismen zu unterbrechen. Der Achtsamkeitstrainer Ralf Braun zeigt, wie das am besten geht.

Kennen Sie auch die Erfahrung, dass Sie bei der Arbeit erst dann eine Pause machen, wenn Sie schon fast nicht mehr können? Wenn Sie die Grenze des Zuviel überschritten haben, wenn Körper, Seele und Geist erschöpft sind? Dann „brauchen“ wir eine Pause, weil es ohne nicht mehr weitergeht. Aber da ist dann nicht viel mit Erfrischung. Da geht es gerade noch darum, nicht gänzlich unter der Belastung zusammenzubrechen.

Machen Sie regelmäßig Pausen

Machen Sie eine Pause, bevor Sie sie brauchen! Dann regenerieren Ihre Kraftquellen viel eher und Sie können erfrischt weiterarbeiten. Unser Körper gibt uns sehr deutliche Zeichen, wenn er nach einer Pause verlangt. Übergehen Sie diese nicht. Warten Sie nicht erst, bis Ihr „Motor“so heiß gelaufen ist vom dauernden Gas geben, dass er für eine längere Zeit zum Abkühlen ausgeschaltet werden muss. Gönnen Sie sich und Ihrem Körper-„Motor“ die nötigen Verschnaufpausen, bevor alle Warnsignallämpchen aufleuchten. In englischer Sprache lässt sich das schön pointiert ausdrücken: „Take a break before you break!“ Machen Sie eine Pause, bevor Sie zusammenbrechen! Das englische Wort für Pause „break“ macht deutlich, dass es beim Pause machen um das Unterbrechen geht. Das Unterbrechen des routinemäßig Ablaufenden, das Unterbrechen der Automatismen. Am wichtigsten sind wahrscheinlich die Pausen, die wir unserem Geist gönnen. Und das ist auch das Schwierigste, denn unser Geist hat die Tendenz ständig irgendwie zu arbeiten, immer alles für das gerade Wichtigste zu halten, sich in Grübelspiralen oder Gedankenkarussells hineinzudrehen. Gerade dann braucht er einen break. Da hilft es nicht, einfach nur nicht an irgendetwas denken zu wollen. Denn dann denken Sie ja schon daran. Aber wenn Sie Ihrem Geist für einige Momente eine andere Beschäftigung geben, kann ihm das eine Pause schaffen und so das Grübeln unterbrechen.

Unser Geist ist wie ein Affe

In der buddhistischen Tradition gibt es das Bild vom „monkey-mind“ (Affen-Geist): Der menschliche Geist ist danach wie ein Affe, der nicht stillsitzen kann und ständig umherrennt. Womit können Sie einen Affen zum Stillhalten bringen? Geben Sie ihm eine Banane! Zumindest für einige Momente widmet er sich ganz dem Schälen und Verzehren der Banane. Bevor er dann wieder mit dem Umherrennen loslegt. Geben Sie also Ihrem Geist eine „Banane“, eine Beschäftigung, die ihn für einige Momente bei etwas ganz anderem hält und das „Umhergerenne“ unterbricht. Achtsamkeitsübungen sind solche „Bananen für den Geist“.
Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 1/2019

 

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