Achtsamkeit in der Familie

Jeder Tag bietet die Chance, mehr Achtsamkeit zu leben, um im täglichen Miteinander bewusst und glücklich den Alltag zu gestalten. Und das ist in der Familie besonders wichtig. Antje Tittelmeier gibt uns die passenden Tipps dazu.

Eltern können ihren Kindern mit gutem Beispiel vorangehen und vorleben, was ein achtsamer Umgang mit sich und anderen bedeutet. In der letzten Zeit gab es durch den Ausfall der Schulen und Kitas sowie vermehrtem Homeoffice bei den Eltern eine völlig neue Situation, die viele Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich brachte. In solchen Situationen ist ein achtsamer Umgang miteinander natürlich besonders wichtig.

Achtsame Kommunikation

Im täglichen Umgang findet ständig auf verschiedenen Ebenen eine Kommunikation untereinander statt. Auf verbaler Ebene geht es darum, sich über Worte, Ausdrucksweise und Lautstärke mitzuteilen. Dabei sollte uns bewusst sein, dass die Art und Weise der Kommunikation eine große Wirkung auf die Familienmitglieder hat. In welchem Ton spreche ich mit meinen Kindern? In welcher Stimmlage tausche ich mich mit meinem Partner aus? Die Wahl unserer Worte ist entscheidend, denn Worte haben Schwingungen, die nicht nur vom Ohr, sondern auch feinstofflich wahrgenommen werden. Auch die Ausdrucksweise hat einen großen Einfluss auf unser Umfeld. Wie betone ich meine Worte, bin ich achtsam und sensibel bei dem was ich sage? Welche Lautstärke wähle ich in meiner Kommunikation? Muss ich wirklich laut werden, um mir Verhör zu verschaffen oder mich durchzusetzen?
Als Eltern ist man natürlich teilweise Situationen ausgesetzt, in denen eine klare Ansage gemacht werden muss, zum Beispiel, wenn eine akute Gefahr droht oder der Nachwuchs trotz mehrfacher freundlicher Ermahnung seine Grenzen auslotet. Konsequentes Handeln macht dann durchaus mehr Sinn, als die Lautstärke zu verdoppeln.
Zu einer achtsamen Kommunikation gehört auch das Zuhören. Fällt es mir leicht, den anderen aussprechen zu lassen oder neige ich dazu, ihm ins Wort zu fallen? Je mehr Raum jedes Familienmitglied bekommt, seine Dinge in Ruhe auszusprechen, desto ausgeglichener kann der Austausch erfolgen.

Gefühle zeigen, authentisch sein

In der Familie ist es wichtig, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und sich authentisch zu zeigen. Kinder sollten lernen, dass Gefühle ihren Raum bekommen dürfen und auch scheinbar negative Gefühle wie Wut oder Angst in Ordnung sind. Entscheidend ist allerdings, dass sie einen nicht beherrschen, dass nicht ständig alles ungefiltert herausplatzt. Das könnte zu häufigen und unnötigen Streitereien führen.

Das Kommunikationsspiel

Alle Familienmitglieder sitzen im Kreis und werfen sich einen Ball zu. Die Person, die den Ball fängt, hat gleichzeitig das Wort, alle anderen schweigen. Die Redezeit ist frei zu bestimmen, jeder kann aussprechen, wonach ihm gerade ist.
Das kann ein schönes Erlebnis vom Tag sein, von dem er berichtet, eine Sache, die ihn beschäftigt oder ein Wunsch, der ihm auf der Seele brennt. Danach wirft er den Ball einem Familienmitglied zu mit der Bitte, auf seine geäußerten Themen einzugehen. So wird der Ball nach und nach untereinander zugeworfen und spielerisch ein intensiver Austausch gepflegt.

Dankbarkeits-Abendritual

Vor dem Schlafengehen wird eine Kerze angezündet und eine Weile die Flamme beobachtet. Danach darf jeder drei Dinge nennen, für die er am Tag dankbar war. Das können große oder kleine Dinge sein. Eltern sind oft überrascht, was dabei genannt wird.

Den ganzen Artikel finden Sie in unsererer Ausgabe 3/2020

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