Auszeit im Chalet

Luxushütte, Chalet oder Lodge – Urlaub im privaten Refugium ist insbesondere in Zeiten von Abstandsregeln gefragt wie nie. Gemein haben sie alle eines: Abseits von großen Hotel- und Resortanlagen bieten sie Urlaub mit jeder Menge Privatsphäre. Die Reisejournalistin Silvia Moser verbrachte letzten Winter ihren Urlaub in einem Chalet. Hier beschreibt sie, was ihr daran besonders gefiel.

Ein knisterndes Feuer im Kamin, rustikales Holz und vor dem Fenster dicke Schneeflocken, die vom Himmel tanzen. Das klingt nach Romantik pur. Und ganz egal, ob ihr den Aufenthalt mit einem Ski-Urlaub verbinden möchtet oder einfach nur die Seele baumeln lassen wollt – ein unvergessliches Erlebnis wird es mit Sicherheit. Der Gast soll sich in seinem Häuschen auf Zeit quasi wie daheim fühlen, nur besser. Meist zählen daher Wellness­einrichtungen wie Whirlpool oder Sauna zur Ausstattung eines Chalets, genauso wie eine Küche und eine private Terrasse. Für Pauschalurlauber sind die Hotelannehmlichkeiten und Ausstattungs- sowie Serviceangebote, aber auch Ausflüge und Erlebnisse das Wichtigste der Reise. Für Chaleturlauber hingegen ist es die Unterkunft an sich mit ihrer umfangreichen sowie luxuriösen Ausstattung abseits vom Trubel. Bestenfalls muss man das Chalet im Rahmen des Aufenthaltes gar nicht verlassen.

Urlaub jenseits des Trubels

War es früher der Urlaub im Ferienhaus, der funktional und günstig sein sollte, ist es jetzt der Wunsch nach der Luxusvariante. Wurde früher ein Chaleturlaub eher mit mehr oder weniger luxuriösen Skihütten direkt an der Piste in den Skigebieten der Alpen bis hin zu den urigen Chalets auf der Alm verbunden, ist in den letzten Jahren das Angebot vielfältiger und mittlerweile über das ganze Jahr hinweg gefragt. In Österreich und in letzter Zeit auch in Bayern wachsen sie vielerorts aus dem Boden. Oft sind sie um einen kleinen Weiher gruppiert, gerne werden sie als Erweiterung und gewissermaßen als ausgelagerte Suiten eines bestehenden Hotels gebaut. Egal ob für einen Romantikurlaub zu zweit, ein sportliches Aktivwochenende mit Freunden oder einen Familienurlaub mit Kindern: Chalets gibt es für sämtliche Urlaubsbedürfnisse und Budgets.

Abgeschottet?

Immer wichtiger wird der Wunsch nach mehr Individualisierung, Ruhe und Entspannung. Wobei man sich die Fragen stellt: Abgeschottet sein? – Ja! Auf Luxus verzichten? – Nein. So überzeugen Luxuschalets neben der exklusiven Ausstattung vor allem auch durch einzigartige Servicequalität und gehobenen Komfort. Denn die Gäste bekommen oftmals für ihr Geld auch den kompletten Service eines Vier-Sterne-Hotels. Morgens schleichen sich die Zimmermädchen in jede Hütte, tragen das Frühstück auf und heizen auf Wunsch den Ofen ein, damit es romantisch knistert, wenn die Gäste erwachen. Aber auch auf Spa-Behandlungen oder einen Koch, der in den privaten vier Urlaubswänden auf Wunsch das Dinner zubereitet, muss nicht verzichtet werden. Die urigen Holzhütten punkten bei Freundesgruppen und Firmen-Führungskräften. Auch mehrere Generationen einer Familie können so ein paar Tage in exklusiver Atmosphäre zusammenkommen.

Die Vorteile eines Chaleturlaubs

Die Annehmlichkeiten des Chalets an sich sind tagesfüllend, der Rückzug in die traute Zweisamkeit und die Ruhe des Chalets eine Wohltat für Körper und Geist. In meinem Chalet-Urlaub habe ich deshalb auch einiges gelernt.

  1. Ich lasse alles auf mich wirken und verarbeite die Eindrücke noch an Ort und Stelle
    Es sind meist die großen Momente, die wir im Gedächtnis behalten: der erste Kuss, die Abschlussfeier oder der neue Job. Aber das Leben ist mehr als die Summe eben solcher Meilensteine. Es sind die kleinen Dinge, die die großen Steine erst zusammenfügen und die wir uns viel öfter vor Augen halten sollten. Ist es nicht schön und merkwürdig, einfach am Daybed im Chalet zu liegen, eingekuschelt in der warmen, flauschigen Decke und einfach vor sich hin zu dösen? Müssen es immer scheinbar aufregende Aktivitäten sein, die sich im Gedächtnis als Erinnerung einnisten? Noch immer in Erinnerung von meinem Chaleturlaub ist die Freude, als ich beim Aufwachen am ersten Morgen sah, dass es über Nacht geschneit hatte und sämtliche Bäume sich rings um uns in eine ange-
    zuckerte Winterlandschaft verwandelt haben…

Silvia Moser
Die Salzburgerin hat vor sechs Jahren ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeitet selbstständig als Reisejournalistin, Travelbloggerin und Contentmanagerin. Eine digitale Nomadin wollte sie nie sein. „Es ist immer wieder schön, zurück in seine Homebase zu kommen“. Corona hat einige geplante Urlaubsvorhaben zunichte gemacht. Umso bewusster genießt sie nun ihre Reisen. Ihre Reisegeschichten gibt‘s
auf www.silviaschreibt.de.

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 6/2020


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