Anregend und beruhigend – Ayurvedische Fußmassage

0

Die Ayurvedische Fußmassage ist eine der wichtigsten und effektivsten Teilbehandlungen der berühmten Panchakarma-Kur. Sie wirkt anregend und beruhigend zugleich und sorgt ganz nebenbei für schöne, gepflegte Füße.

Schon bald ist es wieder soweit: Die Sandalensaison wird eröffnet. Ein Anlass, sich intensiv der Fußpflege zu widmen. Wir wollen es aber nicht bei einer einfachen Pediküre belassen, sondern zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Füße mit einer Ayurvedischen Fußmassage, der sogenannten Padabhyanga, so richtig verwöhnen können. Gerade für die Frühjahrszeit ist sie ideal, denn sie wirkt zugleich anregend und entspannend, vertreibt also Müdigkeit und hilft bei Erschöpfung. Die Padabhyanga, bei der die Beine und Füße von den Kniegelenken abwärts mit reichlich Öl behandelt werden, ist neben der Gesichtsbehandlung die wichtigste Teilkörpermassage der indischen Heilkunst. Traditionell ist sie als Partnermassage gedacht. Laden Sie also Ihre beste Freundin zum Ayurvedischen Nachmittagstee ein und erleben Sie gemeinsam einen ganz besonderen Moment.

Wohlfühlkur für die Füße

Was Sie für unser Verwöhn-Ritual brauchen, ist reichlich Zeit, ein oder zwei ätherische Essenzen, basisches Salz und Sesam- oder Mandelöl. 1. Füllen Sie 50 Milliliter Sesam- oder Mandelöl in ein kleines Porzellanschälchen oder eine Keramiktasse. Stellen Sie diese auf eine Heizung. Oder stellen Sie das Gefäß in ein Wasserbad, damit es langsam erwärmt wird. Traditionell wird für diese Massage eine Ayurvedische Ölmischung oder Sesamöl verwendet. Sesamöl wirkt entgiftend, trocknet die Haut jedoch ein wenig aus. Bei rissiger und trockener Haut ist Mandelöl für die Fußpflege ideal. Man kann auch Mandel- und Sesamöl im Verhältnis 1 zu 1 mischen. 2. Legen Sie vor der Behandlung eine Plastikfolie oder eine abwaschbare Unterlage auf den Boden. Darauf legen Sie ein Handtuch. 3. Beginnen Sie das Ritual mit einem Fußbad. Füllen Sie dazu einen Esslöffel Basensalz in eine kleine Wanne, in der beide Füße Platz haben. Auf das Salz träufeln Sie zwei Tropfen Lavendelöl und zwei Tropfen Melissenöl. Beide ätherische Essenzen wirken beruhigend und ausgleichend auf die Psyche. Melisse verbessert zudem die Abwehrkräfte und ist somit nach Krankheit und Infektionen gut geeignet. Alternativ kann man statt Lavendel auch Vanillearoma verwenden. Während Lavendel den Kreislauf entlastet und bei erhitztem Gemüt hilft, fördert Vanille die Ausschüttung von Glückshormonen Serotonin und Endorphin, stimmt gelassen und besänftigt die Psyche bei Ärger, Unsicherheit und Zorn. Lassen Sie zunächst ein bis zwei Liter heißes Wasser einlaufen. Verrühren Sie das Salz in der Wanne, bis es sich ganz aufgelöst hat. Lassen Sie nun lauwarmes Wasser einlaufen, bis das Wasser eine angenehme Temperatur hat. Baden Sie Ihre Füße 20 Minuten in dem Wasser. Danach entfernen Sie mit einem Bimsstein sanft die Hornhaut. Die Füße mit einem Handtuch abtrocknen.

Die Ayurvedische Fußmassage

Im Gegensatz zur Fußreflexzonenmassage, bei der bestimmte Punkte gedrückt werden, um Blockaden und Beschwerden an anderen, entfernten Stellen des Körpers zu lösen, werden bei der Ayurvedischen Fußmassage hauptsächlich sanfte, ausstreichende und kreisförmige Bewegungen durchgeführt. Dabei werden auch die Unterschenkel und Knie stets mitbehandelt. Die Padabhyanga kann man auch ohne tiefere Kenntnisse durchführen. Da der Behandelte während der Massage oft in einen anderen, traumartigen Bewusstseinszustand gleitet, wirkt sie so tiefenentspannend. „Deshalb wird sie auch als Trancemassage bezeichnet“, erklärt die Ayurveda- Masseurin Gertrud Maria Steinbach aus Hamburg. Wenn man sich wechselseitig die Füße und Beine massiert, kann man die Anwendung daher umso intensiver genießen. Aber auch eine Selbstmassage ist in jedem Fall wohltuend. Wir geben eine einfache Anleitung für die Behandlung.

1. Nehmen Sie den rechten Fuß Ihrer Freundin in Ihre Hände. Wenn Sie knien, können Sie den Fuß auch auf Ihren Oberschenkel ablegen.
2. Verteilen Sie zuerst ein wenig Öl auf dem Schienbein. Streichen Sie es Richtung Rumpf aus und kreisen Sie dann sanft um die Kniescheibe von außen nach innen. Dann streichen Sie das Öl Richtung Fußknöchel aus, die Sie ebenfalls sanft umkreisen.
3. Streichen Sie als nächstes sanft den Fuß vom Spann bis zu den Zehen aus und massieren Sie mit kleinen Kreisbewegungen mit den Fingerkuppen zwischen den Fußknochen. Massieren Sie jeden einzelnen Zeh und ziehen Sie anschließend an jedem Zeh. Danach massieren Sie die Fußsohlen und die Seiten ein.
4. Da besonders an der Fußsohle oft erhebliche Verspannungen sitzen, massieren Sie kreisförmig mit leichtem Druck die Mitte der Fußsohle.
5. Gehen Sie nun vom Knöchel über die Achillesferse zur Wade und streichen Sie das Bein zum Schluss noch einmal vom Knöchel nach oben zur Kniekehle hin aus. 6. Wiederholen Sie den gleichen Vorgang mit dem anderen Bein und streichen Sie zum Abschluss über den Fußspann. Die Fußmassage wirkt bei den meisten Menschen entspannend und vertreibt Nervosität und Unruhe. Deshalb ist es ratsam, wenn Sie sich nach der Behandlung nichts mehr vornehmen und früh zu Bett gehen.
Inge Behrens

Den Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 3/2016

Share.

Hinterlass eine Antwort