Ayurvedisches Heilfasten

0

Wir stellen eine ayurvedische 5-Tage-Fastenkur vor, die sich optimal in den Alltag integrieren lässt.

Jeder kennt das Gefühl: Wir  sind unausgeglichen, ständig krank und fühlen uns in unserer Haut einfach nicht nicht mehr wohl. Der stressige Alltag und die vielen Termine tun ihr übriges um uns alle Energie zu rauben. Bewusster Nahrungsverzicht kann da eine wunderbare Methode sein, um Körper, Geist und Seele neue Kraft zu verleihen. Fasten erlaubt der Seele sich im Körper wahrzunehmen und bei dieser Reise nach innen können sich langfristig alte Muster und unliebsame Gewohnheiten auflösen. Im Ayurveda funktioniert der Fastenprozess ganz sanft, denn Fasten heißt dabei nicht komplett zu hungern, sondern kontrolliert und bewusst weniger zu essen, sogenanntes Teilfasten. Eine Fastenmethode also, die für jeden geeignet ist und sich dank der kurzen Dauer von fünf Fastentagen optimal in den Berufsalltag integrieren lässt. Ziel des ayurvedischen Fastens ist die Wiederherstellung einer starken Verdauungskraft, bei gleichzeitiger Reinigung und Entschlackung. Das bedeutet, dass die Körperenergien ausgeglichen, der Stoffwechsel angeregt und Gifte abgebaut werden, was auch einen verjüngenden Effekt für die Haut hat, denn alle Körperzellen bekommen frische Energie und arbeiten wieder auf Hochtouren.
Eine Fastenkur nach ayurvedischen Prinzipien basiert auf dem Wissen um die Heilkräfte der Gewürze. Sie werden im Ayurveda als Therapeutikum eingesetzt und gezielt verwendet, um das Verdauungsfeuer zu entfachen und den Stoffwechsel anzuregen. Nahrungsmittel können so durch die Kunst der Zubereitung und des Würzens zu wahren Heilmitteln werden. Unsere Fastenkur, die wir Ihnen vorstellen, basiert auf diesem Wissen und gibt Ihnen Anregungen für bekömmliche Fastenmahlzeiten.

Ablauf der ayurvedischen 5-Tage-Fastenkur

Man startet am besten mit drei Entlastungstagen. Während dieser Zeit verzichtet man auf schwere, kalte und rohe Nahrungsmittel. Das Essen sollte warm und leicht verdaulich sein. Reduzieren Sie Ihren Salzkonsum, verzichten Sie auf Alkohol und Kaffee und nehmen Sie Ihr Abendessen bis spätestens 17 Uhr ein. Leiten Sie am dritten Tag eine abführende Maßnahme ein. Während der 5-tägigen Fastenzeit beginnen Sie jeden Tag mit einem Entgiftungscocktail direkt nach dem Aufstehen. Mittags bereiten Sie sich eine warme Fastenmahlzeit zu, von der Sie so viel essen, bis Sie satt sind. Abends können Sie sich eine Tasse Tee oder heiße Gemüsebrühe zubereiten. Nach der 5-tägigen Kur gewöhnen Sie Ihren Körper mit 3 Aufbautagen wieder langsam an die normale Nahrungsaufnahme. Verzichten Sie während dieser Aufbautage auf schwere, kalte und rohe Nahrungsmittel. Körpermassagen, Ölungen und Yogaübungen können den Körper während der Fastenzeit unterstützen. Wichtig ist auch, vor dem Essen eine halbe Stunde nichts zu trinken, zum Essen nur eine Tasse Tee und danach eine Stunde lang nichts zu trinken. Trotzdem sollten Sie darauf achten, täglich insgesamt zwischen zwei bis drei Liter heiße oder warme Flüssigkeit (z.B. Tee) zu sich zu nehmen. Diese Trinkregeln sind wichtig, um das Verdauungsfeuer und den Stoffwechsel anzuregen und die Entschlackung zu unterstützen. Wer es schafft, auch nach der Fastenzeit seine Ernährungs- und Lifestyle-Gewohnheiten nachhaltig zu verändern und mehr körperliche Bewegung in den Alltag einzubauen, hat dauerhaft etwas für seine Gesundheit getan.   
Carolin Morio

Zur Einstimmung: Ayurvedischer Entgiftungs-Cocktail

Zubereitung:
1 Glas warmes Wasser mit 1 TL Zitrone- oder Limettensaft und 1 TL Honig verrühren

 

 

 

1. Fastentag: Karotten-Ingwer-Gemüse
Zutaten:
4 Karotten, mittlere Größe Frischer Ingwer
½ Staudensellerie
½ EL Ghee
½ TL Senfsamen
½ TL Fenchelsamen
½ TL Kreuzkümmel
½ Messerspitze Kardamom
¼ TL Zimt
½ TL Kurkuma
½ TL Ingwerpulver
Etwas Salz, schwarzer Pfeffer
Frischer Koriander

Zubereitung:
Karotten schälen, fein schneiden. Ingwer teils reiben, teils klein hacken. Staudensellerie klein schneiden. Ghee in einem Topf erhitzen. Senfsamen darin anrösten. Dann die Fenchelsamen und dann die anderen Gewürze und den Ingwer dazu. Nachdem auch die angeröstet sind, das Gemüse und etwas Wasser hinzufügen und dünsten. Mit Salz und frischen Kräutern abschmecken.

2. Fastentag: Brokkolisuppe
Zutaten:
1 TL Ghee
1 Prise Asafoetida
½ TL Kurkuma
½ TL Koriander
Frisch geriebener Ingwer
1 Brokkoli
Gemüsebrühe
Schwarzer Pfeffer
Frischer Basilikum

Zubereitung:
Ghee in einem Topf erhitzen. Asafoetida, Kurkuma, Koriander und Ingwer darin anrösten. Brokkoli waschen, in kleine Röschen zerteilen und mitdünsten. Die Gemüsebrühe dazugeben. Zum Schluss mit Basilikum bestreuen.

3. Fastentag: Italienische Gemüsepfanne
Zutaten:
½ Gemüsezwiebel
1 Knoblauchzehe
¼ TL Thymian, getrocknet
¼ TL Oregano, getrocknet
½ TL Ghee
1 gelbe und rote Paprika
½ Aubergine
½ Zucchini
Salz, Pfeffer
Frische Kräuter

Zubereitung:
Die Zwiebel in Würfel schneiden, den Knoblauch dazupressen, mit Thymian und Oregano würzen und in Ghee anbraten. Paprika, Aubergine und Zucchini würfeln. Zuerst die Aubergine dazugeben, bevor Paprika und Zucchini hinzugefügt werden. Das Gemüse garen bis es bissfest ist. Dann würzen und mit Kräutern bestreuen.

4. Fastentag: Zucchinisuppe
Zutaten:
½ EL Ghee
½ TL Fenchelsamen
10 Curryblätter
1 Messerspitze Ingwerpulver
½ TL Kurkuma
½ TL Koriander
¼ TL Kreuzkümmel
2 kleine Zucchini
1 Stange Lauch
Gemüsebrühe
Pfeffer und frische Kräuter

Zubereitung:
Die Fenchelsamen und Curryblätter in Ghee anrösten. Danach die restlichen Gewürze dazugeben. Zucchini und Lauch in Stücke schneiden und mitdünsten. Gemüsebrühe dazu und ca. 15 Min. köcheln. Die Suppe pürieren und mit Pfeffer und Kräutern abschmecken.

5. Fastentag: Hokkaido-Apfel-Curry
Zutaten:
Frischer Ingwer
½ Zwiebel
1 Knoblauchzehe
½ kleiner Hokkaido
1 Apfel
3 braune Champignons
½ Zucchini
½ EL Ghee
½ TL Senfsamen
10 Curryblätter
1 Messerspitze Zimt
½ TL Currypulvermischung
Salz, Pfeffer
Frischer Koriander

Zubereitung:
Ingwer, Zwiebel, Knoblauch, Kürbis, Apfel und Gemüse klein schneiden. Im erhitzten Ghee zuerst Senfsamen rösten, bis sie platzen, dann Curryblätter, danach Zimt und Currymischung unterheben. In diesen Fond Ingwer, Zwiebel und Knoblauch geben und rösten. Dann den Kürbis und etwas später Apfel und das Gemüse mitgaren, bis alles bissfest ist. Mit Salz und Pfeffer würzen und Koriander garnieren.

Den Artikel finden Sie in unserer bewusster leben Ausgabe 2/2017

Share.

Hinterlass eine Antwort