Authentisches Barcelona

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Die katalanische Hauptstadt ist zu einem der beliebtesten Ziele unter den Städtereisen geworden. Magdalena und Michael leben seit über fünf Jahren in Barcelona. Wir begleiten sie fernab der Touristenströme durch die Stadt und lassen uns von ihnen das authentische Barcelona zeigen.

Ein direkter Zugang zum Meer und breite Sandstrände, kulturelle Meisterwerke wohin das Auge reicht sowie kulinarische Köstlichkeiten in Hülle und Fülle – wohl keine andere Stadt in Europa bietet diese perfekte Kombination aus Strand- und Kultururlaub so wie Barcelona. Und das bei durschnittlich sieben Sonnenstunden pro Tag! Die Metropole Kataloniens hat seit den Olympischen Spielen 1992 und den damit einhergehenden Investitionen in die Infrastruktur einen riesen Aufwind erfahren und ist seitdem eines der beliebtesten Ziele für Städtereisende. Die Zahlen sprechen für sich: Die Anzahl der Touristen pro Jahr ist 2016 auf ein Rekordhoch von knapp neun Millionen gestiegen und Barcelona ist nach London, Paris und Rom die meist besuchteste Stadt Europas. Der Tourismus spielt demnach für die hiesige Wirtschaft eine große Rolle, nicht nur als Einnahmequelle, sondern vor allem als größter Arbeitgeber.

Nachhaltiger Städtetourismus

Allerdings fühlen sich viele der 1,6 Millionen Barcelonesen seit einigen Jahren überrollt vom Andrang der Touristen, denn die hohe Anzahl an Besuchern birgt auch viele Probleme: überfüllte Straßen, hoher Lärmpegel (vor allem nachts) und ein Anstieg der Lebenshaltungskosten, insbesondere der Mietpreise. Bürgermeisterin Ada Colau hat bereits einige politische Lösungen angetrieben, um einen nachhaltigen Städtetourismus in Gang zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel Maßnahmen gegen das illegale Vermieten von Wohnungen an Touristen sowie der Stopp einiger Hotelneubauten.
Doch die Lösung liegt nicht allein in der Hand der Politik. Mit einem bewussten und respektvollen Verhalten, beim Besuchen und Erleben der Stadt, können auch Reisende selbst ihren Beitrag zu einem nachhaltigen Tourismus leisten, so dass Barcelona die wundervolle und authentische Stadt bleibt, wie sie alle lieben. Genau dieses Bewusstsein vermittelt das in Barcelona lebende, deutsche Paar Magdalena und Michael mit ihrem Reiseführer „Barcelona by locals“. Sie zeigen darin, wie man Barcelona mit den Augen eines Einheimischen kennenlernen kann. Am besten wir schließen uns den beiden mal an und und lassen uns von ihnen zeigen, wie ein perfekter Tag in Barcelona aussieht. Abseits der Touristenströme folgen wir ihnen durch vier verschiedene Stadtviertel. Dabei verraten sie uns, wo sich die besten Bars und Restaurants befinden.

In der Bar del Pla gibt es beste Tapas in traditioneller Atmosphäre.

Im Fischerviertel Barceloneta

Magdalena und Michael starten den Tag am liebsten zum Sonnenaufgang am Strand. Die Sonne geht herrlich über dem Horizont des Mittelmeers auf und belohnt mit ihren von Sekunde zu Sekunde wärmer werdenden Strahlen alle Frühaufsteher. Egal ob sie den Tag sportlich mit Joggen oder entspannt mit Yoga und Meditieren im Sand beginnen, für den ersten Kaffee des Tages nehmen sie sich immer Zeit und setzen sich gemütlich in eine der Strandbars. Zum Frühstück auf die Hand geht es dann zur berühmten Baluard Bäckerei, die täglich mit kreativen Muffin-Kreationen überrascht und außerdem lecker belegte bocatas zum Mitnehmen anbietet. Die Bäckerei befindet sich direkt am lebhaften Platz des traditionellen Fischerviertels Barceloneta am Plaça del Poeta Boscà.
Auf dem Weg dorthin geht das Paar gerne die Straßen Carrer del Mar und Sant Miquel entlang und saugt dabei die frische Morgenluft gemischt mit dem Duft nach frischem Fisch auf.

Auf historischen Spuren im Gótico

Von der Barceloneta aus ist es ein schöner, kurzer Spaziergang am Hafen entlang in das historische Herzstück Barcelonas: das Gótico. Obwohl hier aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten immer viel los ist, gibt es noch versteckte Ecken, die ihren ursprünglichen Charme behalten haben. Zu den Lieblingsplätzen von Magdalena und Michael gehören der Plaça dels Traginers mit seiner alten römischen Stadtmauer sowie der mystische Plaça de Sant Felip Neri. Das Besondere ist, dass man sich in den kleinen, verwinkelten Gassen des Gótico immer wieder aufs Neue verlieren kann und es Spaß macht, sich einfach von seiner Intuition leiten zu lassen.
Einen gezielten Stopp zur Stärkung legen sie danach stets in der Bar La Plata ein. Eine winzige, mit Keramikfliesen dekorierte Bar, in der sich Jung und Alt seit Generationen am Mittag auf einen Vermut mit ein paar kleinen Tapas trifft. Für den kleinen Hunger zwischendurch ist für viele Einheimische das Can Conesa mit seinen frisch zubereiteten Sandwiches die erste Wahl.

Auf keinen Fall versäumen: Die Bar Calders (Carrer del Parlament, 25/Sant Antoni). Sie besticht durch ein super Preis-Leistungs-Verhältnis, sehr netter Service und ihr gemütliches Ambiente.

Das Künstlerviertel Gràcia

Nach ein paar Stunden im Stadtzentrum heißt es nun erstmal: Raus aus der Altstadt und ab in das alternative Künstlerviertel Gràcia. Am besten nimmt man dafür die Metrolinie L4 von Jaume I bis Joanic. In Gràcia herrscht ein ganz anderes Flair – das spürt man sofort. Breite Straßen mit Platz zum Flanieren, kleine Häuser, kaum Touristen – dafür um so mehr alternative Künstler und Familien. Gràcia hat seinen Charme als ehemals eigenständiges Dorf, in dem früher viele „Städter“ ihre Sommerresidenz hatten, behalten und verdankt dies vor allem den vielen, charmanten Plätzen und verkehrsfreien Zonen. Magdalena und Michael lieben es, die Fußgängerzonen in der Carrer de Verdi und Carrer de Torrijos mit ihren süßen, kleinen Läden mit lokal produzierten Produkten entlang zu schlendern. Wer es den Graciencs (so heißen die Anwohner Gràcias) gleich tun will, gesellt sich zu ihnen auf die Terrassen der Bars auf dem Plaça del Sol oder Plaça de la Virreina und beobachtet das dörfliche Treiben bei einem
Kaffee oder Bier.

Das Hipsterviertel Sant Antoni

In den letzten Monaten hat sich Sant Antoni zum neuen Trendviertel gemausert, sodass viele Bewohner aus anderen Stadtvierteln vor allem abends gerne hier auf ein Bier oder zum Abendessen zusammenkommen. Von Gràcia aus nimmt man am besten die L3 bei Fontana und fährt bis zur Station Poble Sec. Hier beginnt auch direkt die belebteste Straße der Stadt Sant Antonis, die Carrer del Parlament. Hippe Barber-Shops und Läden mit lokalen Modelabels reihen sich an zahlreiche traditionelle Restaurants sowie moderne Tapasbars. Am besten fügt man sich dem Treiben auf dieser mittlerweile stadtbekannten „Hipster-Meile“ und sucht sich zum Abendessen ein schönes Plätzchen in einer der Bars. Magdalenas und Michaels Tour durch die Stadt enden meist in der Tapasbar Calders mit seiner hübschen Terrasse und den unschlagbar guten Preisen. Wer den Abend noch mit Cocktails ausklingen lassen möchte, der ist im nahegelegenen Viertel Raval bestens aufgehoben. Ihr Geheimtipp hier: Die La Confiteria oder Pesca Salada.

INFO
Magdalena und Michael richten sich mit ihrem Reiseführer „Barcelona by locals“ an all die, die Barcelona nicht wie Touristen, sondern wie Einheimische erleben wollen. Der Reiseführer basiert ausschließlich auf persönlichen Erfahrungen und den Empfehlungen von „Locals“. Er ist digital und als Buch verfügbar.
Mehr Infos unter:
www.barcelonabylocals.com

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