Bitte schlafen jetzt!

0
 

Jeder dritte Erwachsene leidet unter Schlafstörungen. Es gibt aber Übungen und Methoden, um sich selbst zu helfen. Einige neue und ungewöhnliche stellen wir vor.

Wer unter Schlafstörungen leidet, macht häufig die Erfahrung, dass er in seinem Umfeld auf wenig Verständnis stößt, wenn er seine Probleme mit dem Schlaf schildert. Wer gut schlafen kann, kann sich einfach nicht vorstellen, wie schwer es ist, wach zu liegen und am nächsten Tag erschöpft und ausgelaugt zu sein. Dabei leidet jeder Dritte Erwachsene unter Problemen mit dem Schlaf. Doch die wenigsten sprechen auch darüber. Woran liegt das?
Die Psychologin Gudrun Klein, die seit vielen Jahren erfolgreich eigene Schlafseminare anbietet, hat dafür eine Erklärung: „Beim Arzt erwartet man, auf ein körperliches Problem eine körperliche Antwort zu bekommen. Eine Tablette entspricht dieser Erwartungshaltung, da die meisten Schlafsuchenden die Auswirkungen des mangelnden Schlafs körperlich erleben. Eine Pille ist schnell geschluckt. Beim Schlafproblem ist die Antwort aber viel komplexer.“ Ein gestörter Schlaf hängt nämlich nach den Erfahrungen der Psychologin mit vielen verschiedenen Bereichen des Lebens zusammen und lässt sich deshalb auch nicht so leicht und schnell behandeln, wie das ein Medikament vorgibt.

Übung zum besseren Einschlafen

Gudrun Klein, die um die Situation vieler Schlafsuchender weiß, kennt dagegen Methoden, die dem einen und anderen bereits geholfen haben, wieder zu einem gesunden Schlaf zu finden. Für alle, die nur schwer einschlafen können beispielsweise empfiehlt sie die folgende Übung. Und die geht so:

Wenn Sie im Bett sind, dann folgen Sie Ihrem Atemrhythmus. Beobachten Sie, wie Sie ein- und ausatmen. Sie brauchen Ihre Atmung nicht bewusst zu beeinflussen, sondern sie nur zu beobachten. Stellen Sie sich Folgendes vor:
Sie schwimmen in einem See. Sie tauchen tief auf den Grund, kommen dann wieder hoch bis an die Wasseroberfläche, holen kurz Luft und tauchen dann wieder tief hinunter bis fast auf den Grund. Mit der Zeit tauchen Sie immer weniger tief und halten sich immer länger an der Wasseroberfläche auf. Sie holen kurz immer wieder Luft. So lange, bis Sie genug haben und aus dem See steigen und die Sonne genießen.
Vielleicht denken Sie dabei an dieses Auf und Ab im Schlaf. Tief schlafen und kurz wach sein und wieder tief schlafen.
Wenn Sie sich nicht selbst als Handelnden vorstellen können, dann versuchen Sie es damit, sich einen Delfin vorzustellen, der dieses Eintauchen und Auftauchen ins Meer vor Ihrem inneren Auge vollführt. Sollte Ihnen das Element Wasser nicht angenehm sein, dann stellen Sie sich vielleicht vor, dass Sie wie eine Schwalbe am Himmel hoch- und herunterfliegen, kurz am Boden landen und später durch die Wolken fliegen. Oder Sie gehen langsam eine Treppe bis zum Grund hinunter und dann langsam wieder hoch, bis Sie die Sonne wieder sehen.

Es ist wichtig zu wissen, dass jeder Mensch nachts mehrmals aufwacht. Niemand schläft durch. Trotzdem hält sich der Glaube, dass man unbedingt durchschlafen müsse, hartnäckig. Allein diese Erwartungshaltung setzt aber viele unter Druck, wenn sie nachts mal wach werden. Doch das allein ist kein Grund zur Panik. Ein unterbrochener Schlaf ist ganz natürlich. Wir sollten deshalb versuchen, gelassen damit umzugehen. Meist schlafen wir auch viel länger als wir das selbst wahrnehmen oder einschätzen.

Vom Umgang mit dem Gedankenkreisen

Wachen Sie mitten in der Nacht auf und beginnen die Gedanken sofort zu kreisen, dann ist es hilfreich, dem Gehirn beim Abspeichern zu helfen. Hierfür ist eine sehr einfache Methode von großem Nutzen:
Legen Sie einen Block und einen Stift ans Bett und schreiben Sie auf, was Sie beschäftigt. Das können Sie in groben Stichpunkten machen. Es muss nicht besonders leserlich sein, denn das Aufschreiben dient lediglich dazu, dass Ihr Gehirn das Signal bekommt: Es ist abgespeichert, es wird nichts vergessen. Damit beenden Sie das Kreiseln des „Rädchens“ in Ihrem Kopf.

Wenn Sie nachts aufwachen, ist das kein Grund zur Panik

Wichtig ist es bei dieser Übung, dass man seine Gedanken aufschreibt, ohne das Licht anzumachen, so die Psychologin. Auch wenn man es kaum glauben kann, aber Gudrun Klein ist davon überzeugt und weiß aus eigener Erfahrung, dass das geht. Das Licht störe nur den Wiedereinschlafprozess, da es die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin verhindere, was nur im Dunkeln ausgeschüttet wird. „Würden wir Licht beim Aufschreiben machen, würden wir das, was wir vorne aufbauen, hinterrücks wieder umreißen, weil wir gleichzeitig etwas Schlafhinderndes durchführen würden“, so die Schlafexpertin. Wenn Sie also beim nächsten Mal nachts wachwerden und verzweifelt sind, dann sollten Sie sich einfach nicht mehr ärgern. Denken Sie nicht, dass nun wieder eine Nacht droht, in der Sie wieder einmal nicht genügend Schlaf abbekommen. Gudrun Klein rät in einer solchen Situation zu einem Gedanken, der in etwa so lauten könnte: „Ach ja, ich bin wach, ich schau mich um, ob alles in Ordnung ist, und schlafe dann wieder ein.“ Mit einem solchen Satz nehmen Sie dem Wachwerden seine Spitze und er verhilft dazu, wieder leichter weiterzuschlafen. Auf diese Weise tun Sie selbst etwas dafür, dass keine Panik in Ihnen aufkommt.

Tiefere Gründe von Schlafstörungen

Schlafstörungen haben viele Ursachen. Eine davon sieht Gudrun Klein in der Tatsache, dass wir uns am Tag oft nicht ausreichend Zeit nehmen, um das zu verarbeiten, was uns wirklich belastet. Wir wollen gern unsere Ruhe haben und schieben das, was uns im tiefsten Innersten beschäftigt und bedrückt, einfach weg. Aber weg sind die Probleme dadurch noch lange nicht. Sie lasten dann auf unserer Seele und die wird dazu gezwungen, sich eine Notlösung zu suchen, um damit zurechtzukommen, und findet in der Nacht ihren Raum. Auf die Dauer erweist sich diese Lösung aber doch als ein nicht ganz taugliches Provisorium. Wenn Sie also unter Schlafstörungen leiden, dann sollten Sie sich tagsüber mehr Zeit für sich selbst nehmen – hin und wieder Raum für sich schaffen – ein Umstand, der sich positiv auf Ihren Schlaf auswirken kann.
„Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern,“ wusste schon Martin Luther vor fünfhundert Jahren.

Übung zum besseren Einschlafen

Gudrun Klein, die um die Situation vieler Schlafsuchender weiß, kennt dagegen Methoden, die dem einen und anderen bereits geholfen haben, wieder zu einem gesunden Schlaf zu finden. Für alle, die nur schwer einschlafen können beispielsweise empfiehlt sie die folgende Übung. Und die geht so:

Wenn Sie im Bett sind, dann folgen Sie Ihrem Atemrhythmus. Beobachten Sie, wie Sie ein- und ausatmen. Sie brauchen Ihre Atmung nicht bewusst zu beeinflussen, sondern sie nur zu beobachten. Stellen Sie sich Folgendes vor:
Sie schwimmen in einem See. Sie tauchen tief auf den Grund, kommen dann wieder hoch bis an die Wasseroberfläche, holen kurz Luft und tauchen dann wieder tief hinunter bis fast auf den Grund. Mit der Zeit tauchen Sie immer weniger tief und halten sich immer länger an der Wasseroberfläche auf. Sie holen kurz immer wieder Luft. So lange, bis Sie genug haben und aus dem See steigen und die Sonne genießen.
Vielleicht denken Sie dabei an dieses Auf und Ab im Schlaf. Tief schlafen und kurz wach sein und wieder tief schlafen.
Wenn Sie sich nicht selbst als Handelnden vorstellen können, dann versuchen Sie es damit, sich einen Delfin vorzustellen, der dieses Eintauchen und Auftauchen ins Meer vor Ihrem inneren Auge vollführt.
Sollte Ihnen das Element Wasser nicht angenehm sein, dann stellen Sie sich vielleicht vor, dass Sie wie eine Schwalbe am Himmel hoch- und herunterfliegen, kurz am Boden landen und später durch die Wolken fliegen. Oder Sie gehen langsam eine Treppe bis zum Grund hinunter und dann langsam wieder hoch, bis Sie die Sonne wieder sehen.

Es ist wichtig zu wissen, dass jeder Mensch nachts mehrmals aufwacht. Niemand schläft durch. Trotzdem hält sich der Glaube, dass man unbedingt durchschlafen müsse, hartnäckig. Allein diese Erwartungshaltung setzt aber viele unter Druck, wenn sie nachts mal wach werden. Doch das allein ist kein Grund zur Panik. Ein unterbrochener Schlaf ist ganz natürlich. Wir sollten deshalb versuchen, gelassen damit umzugehen. Meist schlafen wir auch viel länger als wir das selbst wahrnehmen oder einschätzen.

Gudrun Klein
Endlich wieder gut schlafen
Südwest Verlag, € 16,99

Share.

Hinterlass eine Antwort