Das Alter als Geschenk

In unserer Gesellschaft, in der alle alt werden wollen, aber niemand alt sein will, können alle bei der derzeitigen Betrachtung des Themas Alter nur verlieren. Denn wir schaffen es mehrheitlich, ur- und steinalt und damit unglücklich zu werden. Der Mechanismus ist einfach zu durchschauen: Wer unbedingt etwas anstrebt, was er – sobald er es hat – nicht mehr mag, ist seines (Un)Glücks Schmied. Von Ruediger Dahlke

Hinzu kommt noch die Angstmache der Schulmedizin, die das Alter als eine Art Krankheit sieht. Ihre Epidemiologie, die Lehre von der Häufigkeit und Verbreitung von Krankheitsbildern, besagt, dass 2 Prozent der 70-Jährigen, 4 Prozent der 75-Jährigen, 8 Prozent der 80-Jährigen, 16 Prozent der 85-Jährigen und 32 Prozent der 90-Jährigen, also fast ein Drittel, an Alzheimer erkranken. Alle 5 Jahre verdoppelt sich dieses schreckliche Alterselend. Wer die angetrunkenen Todesfahrten nach der Disco überstanden hat, kann heute durchaus 95 werden, hat dann allerdings eine Alzheimer-Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, d.h. fast zwei Drittel der Menschen sind dann dement. Die heute geborenen Mädchen können durchaus 100 werden, was ihnen aber wenig nützt, da dann schon 128 Prozent Alzheimer hätten, also deutlich mehr als alle. Dass da etwas nicht stimmen kann, leuchtet spontan ein. Auch die vom deutschen Genetiker Nehls zitierte Studie, wonach jede Stunde regelmäßigen Fernsehlonsums die Alzheimer-Wahrscheinlichkeit um 34 Prozent erhöht, macht wenig Hoffnung. Immerhin schaut der Durchschnitts-Deutsche 3,5 Stunden pro Tag Fernsehen, d.h. auch hier stellt sich heraus, dass mehr als alle am Ende dement sind. Dass auch jeder Zentimeter überflüssigen Bauchumfangs das Alzheimer-Risiko steigert, macht es nicht besser.

Wir haben nichts zu verlieren

Dabei gibt es auch eine ganz andere, hoffnungsvolle  Perspektive. Vor einigen Jahren hat der US-Forscher Dale Bredesen von der Renommier-Universität UCLA in einer Studie zehn Alzheimer-PatientInnen mit 36 Lebensstil-Veränderungen wie pflanzlicher Ernährung, Glutenverzicht, ausreichend Schlaf usw. behandelt. Neun wurden wieder gesund und der eine „nur“ deutlich gebessert.
Michael Nehls schlägt vor, alle älteren Menschen mit einem teuren MRI auf die Vorstufe von Alzheimer, die Unfähigkeit, Glukose zu verstoffwechseln zu untersuchen. Aber tatsächlich würde es schon reichen, den Cortisol-Spiegel zu bestimmen und so die stressüberladenen Zeitgenossen herauszufinden. Das aber wären – wie die Epidemiologie schon voraussagt – fast alle. Insofern könnten wir uns selbst die Cortisol-Bestimmung ersparen und einfach alle auf Demenz-Vorbeugung setzen.

Und das sind das Leben in jedem Stadium wundervoll bereichernde Maßnahmen. Wir haben also nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Auf seelischer Ebene rät uns Christus, umzukehren und wieder zu werden wie die Kinder, um das Himmelreich Gottes zu erlangen. Wie bei allen Krankheitsbildern haben wir dabei nur die Wahl der Ebene: Also ob wir im Alter kindisch werden wollen im Sinn von Alzheimer oder im übertragenen Sinn kindlich, in dem wir unser inneres Kind entdecken und auf den Spuren des Kleinen Prinzen die staunenden Augen der Kindheit zurückgewinnen. Dann könnten wir die Welt als das Wunder erkennen, das sie immer war. Hier liegt also die Chance zu einer unglaublich wundervollen Bereicherung unseres Lebens.

In ähnliche Richtung der Erleichterung zielen die unbedingt empfehlenswerten Lebensstil-Veränderungen wie die Umstellung auf pflanzlich-vollwertige Kost in ketogener Form Dadurch  wird  der Typ 3 Diabetes, die Blockade der Hirnzellen gegen Glucose mittels der Ernährung über Ketonkörper umgangen und so können sich wieder neue Zellen im Gehirn bilden. Auch die Sorge für genügend Schlaf und Regeneration gehören hierher. Zusammengenommen sind das alles Maßnahmen, die das Leben insgesamt und zu jeder Zeit sehr angenehm erleichtern.

In Würde altern

Auf dieser gesunden Basis könnten wir es uns heute leisten, in Ruhe, Frieden und Würde zu altern. Wir produzieren genug und haben genug, wir könnten uns wieder um innere Werte und Themen kümmern und dem alt angestammten Lebensmuster entsprechen, wie es von allen Religionen und Traditionen propagiert wird. Ein Alter in Würde war immer und könnte noch heute Ziel und Höhepunkt des Lebens sein. Wir müssten uns nur darum bemühen. Dieses Bemühen aber könnte schon früh im Leben beginnen und ausgesprochen schön sein. Würde das Alter zu einer Zeit der Dankbarkeit für das Empfangene und zu einer Brücke in eine neue Zeit mit anderen Schwerpunkten wie in den frühen Hochkulturen, wird es zum Geschenk für alle. Mit dieser Einstellung verlöre auch der Tod seinen Schrecken und käme als Ziel des Lebens und (Er)Lösung zu neuem Ansehen. Auch er könnte seine alte und ursprüngliche Würde zurückgewinnen und damit das Leben bereichern. Die Würdigung des Alters könnte dem ganzen Leben wieder zu Würde verhelfen.

Glücklich bis ins hohe Alter

Wir haben heute alle Möglichkeiten zu Umkehr und Einsicht und ich lade gern ein, “Das Alter als Geschenk” wahr und wichtig zu nehmen, und dazu seine Spielregeln zu durchschauen, das „Schattenprinzip“ rechtzeitig zu konfrontieren und zu wagen, glücklich alt zu werden. Nach dem wichtigsten der „Schicksalsgesetze“, dem der Polarität, hat alles seinen Gegenpol, gibt es immer eine andere Seite und kann der Schatten zum Schatz werden.
Auch im Älterwerden der Menschen und selbst im sogenannten Überaltern der Gesellschaft müssen demnach Chancen liegen, die wir bisher noch nicht ausloten. Wie verlockend wäre es, wenn wir Alten wieder den Schritt zur Weisheit schafften, Oma und Opa wieder zu  Groß(en)-Eltern würden und das Alter zu jenem Ansehen zurückfände wie im Osten oder bei uns zur der Zeit der griechischen Antike. Dann wäre es im Gegenteil ein Vorteil für alle, wenn es viele Groß(e)-Mütter und -Väter gäbe als geistige Inspiration der Familien und der Gesellschaft. Sie hätten den Überblick, die Erfahrung und die Möglichkeit nicht nur sich, sondern auch allen anderen zu helfen.  Dann könnten in Zukunft alte Weise und auch ein paar alte Narren freiwillig länger mitarbeiten und den Jungen sogar zuarbeiten, sie dabei von ihrer Erfahrung profitieren lassen – frei von eigenem Ehrgeiz. Für älter Werdende wäre es jedenfalls ein Segen, wenn sie länger aktiv zum Gelingen des eigenen und des Lebens der anderen beitrügen. Manchmal trifft man in der Wirtschaft auf solch eine „graue Eminenz“ und in der Politik ist der „elder statesman“ geschätzt als weise gewordener Staatsmann, der ohne Rücksicht auf Wiederwahl einfach die Wahrheit nicht nur denken, sondern aussprechen kann und für Ordnung sorgte – eine Ordnung, die der Entwicklung der Menschen statt der Wirtschaft diente nach dem Motto so viel Wirtschaft wie nötig, so viel Mensch wie möglich.

Bücher von Ruediger Dahlke zum Thema:
Basisliteratur: „Schicksalsgesetze“, „Schattenprinzip“, „Lebensprinzipien“ (Goldmann-Arkana)
Krankheitsbilder-Deutung: „Krankheit als Symbol“ (Bertelsmann), „Krankheit als Sprache der Seele“, „Krankheit als Weg“, Frauen-Heil-Kunde“, “Das Alter als Geschenk” „Herz(ens)probleme“, (alle Goldmann-Arkana), „Verdauungsprobleme“ (Knaur); „Krebs – Wachstum auf Abwegen“ (Goldmann-Arkana), „Die große Verwandlung – wir sterben und leben doch weiter“ Crotona Verlag
Ernährung: „Peacefood“, „Vegan für Einsteiger“, „Peacefood – das vegane Kochbuch“, „Peacefood – vegan einfach schnell“, „Peacefood – Ketokur“, (alle GU), „Das Geheimnis der Lebensenergie“, „Das  Lebensenergie-Kochbuch“ (beide Goldmann Arkana), „Vegan schlank“ (www.heilkundeinstitut.at),
Fasten: „Das große Buch vom Fasten“ (Goldmann Arkana), „Jetzt einfach Fasten“ (ZS), „Bewusst Fasten” (Urania)
Bücher, CDs (mit „geführten Meditationen“), Nahrungsergänzung: www.heilkundeinstitut.at

Infos:
www.dahlke.at
www.tamanga.at
www.Lebenswandelsschule.com

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