Das Rapunzel Projekt – Der neue „No Poo“-Trend

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Die tägliche Haarpflege ist für viele mit dem Griff zu Shampoo und Spülung verbunden. Doch wer seinem Haar und auch der Umwelt etwas Gutes tun will, findet eine große Palette an einfachen Substanzen aus der Natur, die schonend reinigen und pflegen. „No-Poo“ heißt der neue Trend.

Immer mehr Menschen wollen nachhaltiger leben und ihrem Körper sowie der Umwelt möglichst wenig Schadstoffe und Chemikalien zumuten. Der „No-Poo“-Trend hat daher in den letzten Jahren mächtig Auftrieb bekommen: „No-Poo“ heißt wörtlich „kein Scheiß“, wobei das „Poo“ auch für die letzte Silbe im Wort Shampoo steht. Das Ganze bedeutet erst einmal nur eine Form der Haarwäsche ohne konventionelles Shampoo – vor allem ohne Silikone, Parabene, PEG und Sulfate. Die sind allesamt für Mensch und Umwelt schwer abbaubar. Bei No-Poo kommen dagegen ausschließlich natürliche Alternativen wie Mineralerden, Amla- oder Shikakai-Pulver, Waschnüsse, Roggenmehl, Haarseife, Natron, Ei, Apfelmark oder nur reines Wasser zum Zuge. Etliche Bloggerinnen und Youtuberinnen zeigen, dass es möglich ist und dass es sich lohnt. Die Haare werden gesünder, lebendiger und sehen – nach einer Übergangsphase – auch noch besser aus.

Es geht auch ohne Shampoo

Die Umstellung von herkömmlichen Shampoos auf natürlichen Alternativen ist im Grunde ganz einfach. Allerdings reagieren Kopfhaut und Haare anfangs meist mit typischen Detox-Symptomen. Diese Übergangsphase ist im Prinzip ein Entgiftungsprozess, der von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern kann.
Da wir über Jahre, Jahrzehnte unser Haar mit herkömmlichen Shampoos gewaschen haben, die jeweils um die dreißig verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, ist unsere Kopfhaut an die Substanzen gewöhnt. Vor allem Silikone sind kritisch zu betrachten. Die aus Erdöl gewonnenen Kunststoffe, deren Namen oft auf -cone, -conol oder –xane enden, ersetzen in Kosmetik hochwertige Öle. Sie sind jedoch völlig hautfremd und für den Menschen als auch die Umwelt schwer abbaubar. Langfristig führt die regelmäßige Ummantelung des Haares und der Kopfhaut mit Silikonen zu sogenanntem Build-up, einer Schicht, die versiegelt und kaum noch Feuchtigkeit oder Nährstoffe durchlässt.

Die Haut reinigt sich selbst

In der Übergangsphase zu einer natürlichen Haarpflege befreit sich die Kopfhaut von Altlasten, indem die Produktion des körpereignen Hauttalgs, des Sebums, angekurbelt wird. Dann hilft nichts anderes, als geduldig zu bleiben und dem Organismus Zeit zu geben. Das beste Mittel in dieser Phase ist ausgiebiges Bürsten mit einer Naturborstenbürste – die berühmten 100 Bürstenstriche zweimal täglich, morgens und abends, sind dann wörtlich zu nehmen. Eigentlich besitzt unsere Haut ein selbstreinigendes System. Das Sebum (Hauttalg) sorgt mittels seiner Lipidverbindungen für einen konstanten Abtransport von unerwünschten Stoffen und bildet durch die Schaffung eines physiologisch sauren Milieus von ca. pH 5 eine wichtige Schutzbarriere. Dieser „Säureschutzmantel“ bewahrt die Haut zum einen vor Austrocknung und verhindert zum anderen eine Besiedlung mit schädlichen Keimen.

Auf die Signale des Körpers achten

In herkömmlichen Shampoos sorgen Sulfate für die reinigende Wirkung, indem sie Schmutz und Fett in Wasser lösen. Doch das schützende Sebum wird dadurch ebenfalls entfernt. Dies kann zu einer trockenen Kopfhaut und einer aus dem Gleichgewicht geratenen Sebumproduktion führen. Wir sollten also genau hinschauen, was wir täglich auf unsere Haut und unser Haar einwirken lassen und was unserem Organismus zuträglich ist. Wieso also nicht einmal ausprobieren, ob die Haarpflege nicht auch ohne Chemie klappt?
Bei „No-Poo“ kommen meist nur ein bis zwei natürliche Zutaten zum Zuge. Und es gibt eine Vielfalt an Methoden für jeden Haartyp. Lockiges Haar beispielsweise ist generell meist trockener, da die Haarschuppen, die jedes einzelne Haar ummanteln, nicht so eng übereinanderliegen. Es benötigt daher mehr reichhaltig-pflegende Substanzen. So hat sich für die Lockigen sogar schon eine eigene Variante entwickelt: die Curly-Girl-Methode.
Wichtig ist, auf das eigene Haar zu hören. Während der Detox-Phase lernt man jeden Tag etwas Neues über sein Haar. Nicht nur, dass es auf alle möglichen Einflüsse unterschiedlich reagiert. Sie spüren auch, wie lebendig es ist! …
Gina Janosch
Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 3/2019

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