Dein Weg zum Inneren Kind

Hast du schon eine Innere-Kind-Reise oder Meditation gemacht, ein Buch darüber gelesen oder ein Seminar zum Thema besucht?Und trotzdem ist es dir nicht gelungen, deine alten Glaubenssätze und Muster aus der Kindheit nachhaltig zu heilen. Woran liegt das?

Du atmest ein und aus, schließt deine Augen und siehst dann vor dir dein Inneres Kind. Du näherst dich diesem Kind. Es wartet schon so lange auf dich und dann nimmst du es in den Arm! Hast du das auch schon einmal so oder so ähnlich bei einer Inneren-Kind-Reise oder Online-Meditation gemacht? Es ist ja auch so verlockend innerhalb von 20 Minuten alle Wunden aus der Vergangenheit zu heilen. Ob das wirklich so schnell gelingen kann?

So sind wir Menschen eben gestrickt: Wenn wir ein Problem in unserem Leben erkannt haben, wünschen wir uns eine möglichst schnelle Lösung. Du spürst das Problem schon lange, leidest unter deiner Verlustangst, führst eine Beziehung, die dich längst nicht mehr erfüllt und vielleicht hast du auch schon mehrere unglückliche Liebesbeziehungen hinter dir. Oder du versuchst es in deinem Leben allen recht zu machen und vergisst dich selbst dabei, stellst dich immer hinten an.
Jetzt hast du endlich herausgefunden, warum du so bist, wie du bist, warum du dich so fühlst, wie du dich fühlst: Es liegt an den Erfahrungen aus deiner Kindheit. Du verstehst nun rückblickend vieles besser und jetzt suchst du natürlich nach der schnellsten Lösung. Ich möchte dir an zwei Punkten aufzeigen, warum das „schnell“ so nicht funktionieren kann:

  1. Schon seit ca. 30 bis 50 Jahren, je nach dem, bestehen die Wunden aus deiner Kindheit in dir. Jetzt stell dir das mal bildhaft vor: Da gibt es die kleine Lisa, den kleinen Jan oder die kleine Anja, die vor vielen Jahren emotional verletzt wurde: Damals als Kind hat sie sich nicht geliebt, nicht sicher und nicht gesehen gefühlt. Seither geht es diesem Kind in dir so. Und nicht nur das, du hast seither auch x-fach genau diese Verletzung in deinem Leben immer wieder erlebt. Und jetzt gehst du hin und triffst dieses Kind in dir einmal oder auch fünfmal und es soll dadurch heil, glücklich und frei werden? Das klappt nicht, wie du dir sicher vorstellen kannst.
  2. Durch wissenschaftliche Erkenntnisse unter anderem aus der Hirnforschung, den Erziehungswissenschaften und der Entwicklungspsychologie wissen wir mittlerweile, welche Spuren die Kindheit in uns hinterlässt. Spuren, die sogar in unserem Gehirn und Nervensystem messbar sind. Deshalb lassen sich die über Jahrzehnte in dir bestätigte Strukturen in deinem Gehirn und in deinem Körper durch kein Buch, keine Online-Reise und auch durch keinen Wochenendworkshop lösen.

Im Kinderzimmer deiner Glaubenssätze

Ich möchte dich einladen, dir vorzustellen, dass dein Inneres Kind in deinem alten Kinderzimmer seit zig Jahren mit all seinen Verletzungen
und den daraus entstandenen Glaubenssätzen sitzt. Und die lauten:
„Ich bin nicht liebenswert.“
„Das Leben ist anstrengend.“
„Nur wenn ich was leiste werde ich geliebt.“
„Ich bin nicht gut genug“ usw. Dieses Zimmer mit all den Glaubenssätzen und Ideen über das Leben, die du seither in dir trägst und die sich im Lauf deines Lebens immer wiederholt haben, ist deinem Inneren Kind sehr vertraut. Es fühlt sich dort gewohnt und sicher an. Um deinem Inneren Kind aber klar zu machen, dass es außerhalb dieses Zimmers noch eine ganz andere Welt mit anderen Ideen über das Leben gibt, braucht es dich, damit diesem Kind beständig und immer wieder der Weg aus dem Zimmer gezeigt wird und es sagen kann: „Ich bin liebenswert.“ „Das Leben ist leicht.“ „Ich genüge.“

Mit deinem bewussten erwachsenen Ich lädst du dein Inneres Kind immer wieder dazu ein, dass es aus seinem Zimmer herauskommen darf. Eine solche Einladung braucht es immer wieder dann, wenn sich dein Inneres Kind zu sehr an die Vergangenheit erinnert fühlt oder wenn es in deinem Leben emotional eng wird.

Stefan Peck begleitet dich als Experte für Innere Kind Arbeit in einem mehrwöchigen Prozess im Rahmen seiner Ausbildung zum Inner Child Practitioner.

Ein Aspekt ist dabei sehr wichtig: Du darfst lernen, wie du für das Kind eine sichere Bezugsperson und Vertrauensperson wirst. Indem du zunächst selbst lernst, mit deinen Gefühlen und Emotionen bewusster umzugehen und sie zu regulieren. Je besser du mit dir in deinem täglichen Leben klarkommst, desto sicherer wird sich dein Inneres Kind in der Bindung zu dir fühlen. Der Schlüssel ist Bindungssicherheit zwischen dir – der/dem bewussten Erwachsenen – und dem Kind in dir. Das braucht Zeit und Geduld. Aber der Weg lohnt sich. So kannst du dein emotionales Erleben in deinen Beziehungen bewusster gestalten und eine neue Verbindung zu dir, deinem Inneren Kind und deinen Lieben erleben.
Stefan Peck

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