Die Haut – Spiegel unserer Seele

Mit knapp zwei Quadratmetern ist sie unser größtes Organ. Sie umhüllt und schützt uns. Doch nicht nur das: Die Haut ist wie eine Leinwand, die unser Leben sichtbar macht.

Unsere Haut ist ein sensibles Organ. An ihr zeigen sich die Symptome unseres Seelenlebens oft unmittelbar, sodass sie auch Außenstehenden Auskunft über unser Innenleben gibt. Ein Umstand, der uns auch belasten kann. Die Haut, die uns eigentlich vor der Außenwelt schützen soll, wirkt dann enthüllend. Sie gibt Auskunft darüber, wie es uns geht. Und wer will das schon?
Anja hat sich vor zwei Jahren selbständig gemacht. Am Anfang lief es nicht ganz so rund. Die eingehenden Aufträge reichten nicht, um alle Rechnungen bezahlen zu können. Sie machte sich viele Gedanken und Sorgen. Und die sah man ihrer Haut auch schnell an. Sie bekam Pickel im ganzen Gesicht, was ihrem Selbstbewusstsein nicht besonders gut bekam. Doch als sich die geschäftliche Situation besserte, verschwanden auch die Pickel wieder. Jedes Mal, wenn Anjas Auftragsbuch nicht so gut gefüllt war und sie unter Existenz-ängsten litt, reagierte augenblicklich ihre Gesichtshaut auf diese für sie unangenehme Weise.
Die Haut verrät eben alles. Sie ist wie ein Bildschirm, auf dem die Geschichten aus unserem Inneren sichtbar werden.

All unsere Emotionen zeigen sich auf unserer Haut

Die Haut und das Nervengewebe sind in der frühen Entstehungsphase des Menschen – der Embryonalphase – aus demselben Gewebe (Ektoderm) entstanden. Durch diese enge Verknüpfung zeigen sich Emotionen gerne direkt an der Haut. So entsteht die ungewollte Hautröte zum Beispiel wenn wir uns schämen, aufgeregt oder unsicher sind. Dann sorgt der Sympathikus, der als Teil des vegetativen Nervensystems für Stress, Hektik und Schwitzen zuständig ist, dafür, dass wir  in bestimmten Situationen erröten.
Welche Funktion das Erröten hat, das erklärt die Dermatologin Yael Adler in ihrem Buch „Hautnah“, das mittlerweile in 21 Sprachen übersetzt wurde, so: „Über unseren Augen sitzt ein Gehirnteil, der für Ethik und Moral zuständig ist. Baut jemand Mist, wird dies sofort mit dem Gefühl Scham verknüpft. Evolutionsbiologisch könnte mit dem sodann ausgelösten Erröten eine Warnfunktion verbunden sein. Beim Missetäter könnten die heißen Ohren dafür sorgen, reumütig Besserung zu geloben und die allgemeinen sozialen Spielregeln zu akzeptieren, sonst droht vielleicht ein Ausstoß aus der Gruppe. Beim Umfeld könnten sie einer roten Alarmglocke gleich signalisieren: Oha, was ist denn da los, da müssen wir doch mal etwas genauer hinschauen, hier hat wohl jemand die Regeln verletzt.“
Erröten ist an sich ganz natürlich. Für manche Menschen wird es aber zur Plage. Dabei führt die Angst vor dem Erröten bereits zum Erröten – der Beginn eines Teufelskreises.
Was dagegen hilft? Betroffene sollten vor allem ihr Selbstwertgefühl stärken. Das geht am besten, wenn sie lernen, ihren Blick mehr auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten  als auf ihre vermeintlichen Mängel und Unsicherheiten zu lenken. Es hilft auch, wenn Betroffene zu ihrem Rotwerden  zu stehen lernen, denn auf die meisten Menschen wirkt eine solche Hautreaktion sympathisch.

Den ganzen Artikel sowie einen Selbsttest, mit dem Sie herausfinden, welcher Hauttyp Sie sind, finden Sie im bewusster leben Sonderheft GESUNDHEIT 3/2017

Diesen Artikel teilen

Schreiben Sie einen Kommentar