Du bist eine Heldin!

0

Frauen sehen sich einer Vielzahl von Anforderungen gegenüber: Sie müssen Familie, Beruf und eigene Interessen vereinbaren. Mit dem Bild der Heldin können Frauen ein Gespür für ihre weibliche Stärke und Lebendigkeit entwickeln.

Die moderne Frau soll, darf und kann vieles sein –aber ist sie deshalb eine Heldin? Ist das nicht ein bisschen hoch gegriffen? Doch was könnte es bedeuten, wenn Frauen sich selbst als Heldinnen verstehen? Zielstrebig, mutig, sich einsetzend – das sind so Attribute, die auf eine Heldin zutreffen.
Oft ist es gar nicht die bewusste Entscheidung, ab sofort als Heldin durch das Leben zu schreiten. Vielmehr sind es Momente und Situationen, in denen wir eine Kraft spüren, die tief in uns zu schlummern scheint und von der wir, einmal gekostet, gern mehr ausleben möchten. Dieses In-Kontakt-treten mit uns selbst, mit den weiblichen Kraftquellen kann sich durch ganz banale Situationen im Alltag offenbaren. Es sind Aha-Erlebnisse, nach denen unsere Sichtweise eine andere ist als zuvor.

Entdecke die Heldin in dir

Die Psychologin und Buchautorin Sabine Groth ist der Meinung, dass jede Frau den unerschrockenen Edelmut einer Heldin in sich trägt. Die meisten wissen das aber gar nicht, bis sie sich mitten in einer Situation wiederfinden, in der sie keine andere Wahl haben, als davon Gebrauch zu machen. So manche Frau erkennt dann spätestens an den bewundernden oder erstaunten Blicken der anderen, was sie da offensichtlich gerade geleistet hat, obwohl sich das eigene Handeln nach einem Kraftakt aber sehr natürlich anfühlte.
Mit der Heldin, so wie sie Sabine Groth versteht, ist auch ein Archetypus gemeint. Als Archetyp wird in der Analytischen Psychologie, die sich auf den schweizerischen Psychiater und Psychologen Carl Gustav Jung bezieht, eine Urform oder auch Grundprägung des Menschen bezeichnet. Es handelt sich um Wirkfaktoren, die unser Handeln und Bewusstsein beeinflussen. Wenn wir uns als Heldin verstehen, dann erschließen wir uns wichtige weibliche Ressourcen und Kraftquellen.
„Jede Frau, die sich auf den Weg macht, ihre Innenwelt ernsthaft zu erforschen, begibt sich auf eine Heldinnenreise“, sagt Sabine Groth. „Sich auf die Heldinnenreise zu begeben bedeutet, dass es Unannehmlichkeiten und Prüfungen geben wird. Die aufgescheuerten Knöchel, die blauen Flecken, das Herumtasten im Dunkeln, die Angst vor der kalten Nacht und dem reißenden Fluss, den es zu durchqueren gilt, der Schweiß, der uns im Angesicht der nächsten Herausforderung ausbricht, die Offenbarungen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen – all das sind untrügliche Zeichen dafür, dass wir den sicheren Hafen verlassen haben und uns bereits mitten auf hoher See befinden.“
Kommt Ihnen irgendetwas oder mehreres davon bekannt vor? Tatsächlich ist es doch so, dass sich kaum eine Frau ein Leben wünscht, das einfach so dahinplätschert.
Wenn ich mir die Eigenschaften einer Heldin vor Augen führe und mir ihre Art, sich dem Leben zu stellen, zu eigen mache, kann mir das eine enorme Sicherheit geben. Natürlich bewahrt es mich nicht vor Rück- und Fehlschlägen oder Widrigkeiten. Doch als Heldin bekommt meine Herangehensweise etwas Unbedingtes, etwas Bejahendes und Zupackendes, ohne Wenn und Aber. Eine Art Furchtlosigkeit, aus der heraus sich wunderbarer Weise wieder neue Kräfte schöpfen lassen. Es entsteht ein Sog, dem wir uns schwerlich wieder entziehen können und das ist gut so! Kathrin Stein
Den ganzen Artikel finden Sie in unserer bewusster leben Ausgabe 6/2018

Share.

Hinterlass eine Antwort