“Entdecke die stille Seele in dir”

Veit Lindau über sein Buch „Stille Seele, wildes Herz“, das Licht unserer Seele, den Tod als unseren Mentor und darüber, wie wir es schaffen, unser volles Potenzial zu entfalten.

Veit Lindau zählt zu den bekanntesten Bewusstseins-Lehrern im deutschsprachigen Raum und Gründer der derzeit erfolgreichsten Community zur Persönlichkeitsentwicklung homodea. Sein Buch „Stille Seele, wildes Herz“ ist eine Liebeserklärung an die Kostbarkeit eines jeden menschlichen Lebens und das Konzentrat aus dreißig Jahren Erfahrung. Mit zwölf bodenständig-visionären Power­mantras lädt er dazu ein, von der inneren Bremse zu gehen und uns existenziell auf unseren individuellen Lebensweg einzulassen. Seine ungewöhnlichen und radikalen Perspektiven auf unsere Möglichkeiten, Beziehungen, auf die Liebe und den Tod rütteln wach und schenken uns eine kräftige Portion Mut und Klarheit für den eigenen Lebensweg.

Lieber Veit, bevor wir auf dein Buch zu sprechen kommen, lass uns auf das Thema unseres Heftes eingehen und über die Stille reden. Im Titel deines Buches taucht sie ja auch auf, die „stille Seele“. Was verstehst du darunter?
Es gibt in unserem Bewusstsein einen Ort, der ist von allem weltlichen Auf und Ab, von allen Siegen und Niederlagen unberührt. Gedanken, Gefühle, Ereignisse kommen und gehen. Unsere stille Essenz bleibt. Man muss nicht religiös oder spirituell unterwegs sein, um diesen Ort zu finden. Er offenbart sich manchmal, wenn wir uns dem Schweigen der Berge hingeben, in den Augen eines geliebten Menschen oder in der untergehenden Sonne am Meer. Wir alle kennen diesen Ort. Er ist das Zuhause unserer Seele.

Wie können wir die Stille am besten wahrnehmen?
Es ist vor allem eine bewusste Wahl, uns der Stille zuzuwenden. Dann finden wir sie auch auf dem lautesten Marktplatz des Lebens. Natürlich sind Meditation oder Yoga sehr hilfreich, um die Wellen des Geistes so weit zu beruhigen, dass wir wieder das Meer darunter wahrnehmen. Doch es kann auch die nichturteilende Präsenz eines Waldes oder die zarte, nichtwollende Berührung durch einen anderen Menschen sein, die uns hierher in die Gegenwart bringt und erkennen lässt: Stille ist der Urgrund des Seins und der Hintergrund all unserer menschlichen Komödien und Dramen.

Neben der stillen Seele geht es im Titel deines Buches auch um das wilde Herz. Was meinst du mit dem wilden Herzen? Geht es dabei um Leidenschaft, um Kampf?
Am liebsten möchte ich das nicht erklären, sondern die LeserInnen dazu einladen, selbst mit diesen Worten in Resonanz zu gehen. Wir Menschen sind lebende Paradoxa. Auf einer tiefen Ebene sind wir still und „nur“ einfaches Sein. Auf einer anderen, genauso essentiellen Ebene ringen, wachsen, sehnen, drängen, lieben wir. Ich dachte lange, ich müsste mich für einen der Pole entscheiden. Mittlerweile weiß ich für mich, es ist der Tanz zwischen Sein und Werden, zwischen Grenzenlosigkeit und Form, zwischen Unendlichkeit und Ego der meinem Leben Sinn und Frieden schenkt.

Du sprichst auch davon, wie wichtig es ist, dass wir sichtbar werden. Warum ist das so wichtig?
Kinder, die noch nicht erzogen wurden, sind natürlich sichtbar. Sie leuchten von innen heraus und beteiligen sich gern an Spielen, die sie interessieren. Viele Erwachsene bringen sich aus Angst vor Fehlern und Ablehnung oder der Idee, unwichtig zu sein, nicht mehr richtig ein. Doch wie Marianne Williamson in ihrem berühmten Zitat sagt: Wir haben in Wahrheit Angst vor unserer eigenen Größe. Sichtbar bedeutet für mich: Nimm dich auf eine gesunde Weise wichtig. Zeig dich mit deinen Ideen, Gefühlen und Gaben. Bring dich ein. Gestalte die Spiele deines Lebens in der Liebe, im Beruf und in der Gesellschaft voll mit. Das größte Geschenk, was du uns allen machen kannst, bist du in deiner freiesten Version.

Zum Weiterlesen: Veit Lindau, Stille Seele, wildes Herz, GU Verlag

Das ganze Interview finden Sie in unserer bewusster leben Ausgabe 6/2022



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