Fair Fashion statt Fast Fashion

Die Klimakrise zeigt: Es ist höchste Zeit umzudenken und unser Verhalten zu ändern. Einer der Bereiche, der gravierender Veränderungen bedarf, ist die Modeindustrie. Wir zeigen, was „Fast Fashion“ von „Fair Fashion“ unterscheidet und wie wir unser Kaufverhalten ändern können.

Um die Zukunft der Erde zu sichern, müssen unbequeme Wahrheiten ausgesprochen, praktische Schritte eingeleitet und lieb gewonnene Gewohnheiten über Bord geworfen werden – und zwar nicht erst, wenn das Schiff längst am Sinken ist. Wirkliche Veränderung ist durch jeden Einzelnen möglich und notwendig. In Zeiten der Klimakrise wird das Thema Mode nur am weit entfernten Horizont wahrgenommen, dabei müsste hier ganz genau hingeschaut werden, gibt es doch so viel, was vor dem Konsumenten verborgen bleibt. Wussten Sie beispielsweise, dass acht Prozent des weltweiten CO2-Verbrauchs von der Bekleidungs- und Schuhindustrie verursacht wird? Das ist mehr, als der gesamte Flug- und Schiffsverkehr zusammen. Und wo wir gerade bei Zahlen sind: Laut dem New Standard Institute sind zwanzig Prozent der industriellen Wasserverschmutzung auf das Färben und Behandeln von Textilien zurückzuführen. Die Auswirkungen werden immer verheerender, denn es wird mehr und mehr produziert: Zwischen 2000 und 2014 hat sich die weltweite Textilproduktion mehr als verdoppelt. Gleichzeitig wird durch die schnelllebige und billige „Fast Fashion“ Überkonsum gefördert.

2015 wurden 98 Millionen Tonnen Erdöl für die Modeindustrie verbraucht, der Großteil dafür für Kunstfasern. Für ein Kilogramm plastikbasierte synthetische Fasern wird 1,1 Kilogramm Erdöl benutzt.

Fast Fashion ist Kleidung für die Tonne

Den Preis für ein billiges Kleidungsstück zahlen letztendlich die Arbeiter in den Textilfabriken, denn immer mehr Unternehmen verlagern ihre Produktion in Niedriglohnländer wie China oder Myanmar. Vor allem Regionen mit instabilen politischen Verhältnissen sind gefragt, um eine effizientere Ausbeutung der Fabrikarbeiter zu erzielen. Hungerlöhne, unbezahlte Überstunden, Gewalt und Ungerechtigkeiten sind dabei an der Tagesordnung.

Seit den 2000er Jahren produziert die Industrie verstärkt Fast Fashion. Ziel ist es, die aktuellen Trends der Laufstege möglichst schnell einer breiten Masse zugänglich zu machen und das so billig wie nur irgend möglich. Die qualitativ minderwertigen Materialien bestehen vorwiegend aus synthetischen Fasern und sorgen dafür, dass Kleidungsstücke schnell verschleißen und nur sehr kurzlebig sind. Aber der Trend von heute wird zum Müll von morgen: Während der durchschnittliche Deutsche pro Jahr etwa 60 neue Kleidungsstücke kauft, wird jedes Teil nur vier Mal getragen, bis es aussortiert wird. Jedes Jahr landen eine Million Tonnen Altkleider auf Müllhalden und in Altkleidercontainern.

Den ganzen Artikel und viele praktische Einkaufstipps finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 3/2020

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