Gib Stress keine Chance

Manchmal fragst du dich, ob das wirklich dein Leben sein soll? Und dann kommt plötzlich der Moment, in dem du erkennst: Etwas muss sich ändern! Nur was? Eva Laspas zeigt dir, wie du mehr Gelassenheit findest.

Du fühlst dich gejagt und ausgelaugt? Seit Monaten nagt die ständige Kritik deines Chefs oder aber auch eines Kunden an dir. Die Beziehung zum Partner oder deiner besten Freundin droht in eine Krise zu rutschen. Ständig passieren Dinge, die dir immer mehr an Arbeit abfordern.
Die dich vom Ausruhen abhalten. Das hält deinen Stresslevel hoch, dein Schlaf leidet und die Waage zeigt, dass die Schokolade zu wirken beginnt. Nun kommt auch noch eine Erkältung dazu, die ewig nicht besser wird und schließlich in einem monatelangen Therapiemarathon mündet. Kopf- und Rückenschmerzen sowie Müdigkeit und Erschöpfung lassen dich gar nicht mehr richtig fit werden. Das kennst du? Damit bist du nicht alleine.

Jährlich schleppen sich immer mehr Menschen von Arzt zu Arzt, um die unterschiedlichsten Therapien und Medikamente auszuprobieren. Doch die Symptome bleiben. Ärzte haben dafür den Begriff „Overload- Syndrom“ geprägt. Er lässt sich übersetzen mit dem Wort „Überlastungssyndrom“. Man kann es aber auch „Burnout“ nennen. Die Ursache? Stress! Und zwar auf mehreren Ebenen.

So wirkt Stress auf den Körper

Bei Stress schüttet der Körperunter anderem Cortisol und Adrenalin aus, das macht uns bereit zu fliehen oder zu kämpfen. Es bewirkt, dass sich unser Blut mit Natrium (Salz) anreichert, was den Blutdruck steigen lässt. So werden Gehirn und Muskulaturbesser versorgt. Das ist sehr wichtig, wenn unsein Bär gegenüber steht. Unser gesamter Körper wird mobilisiert, in diesem Zustand entwickeln Menschen übermenschliche Kräfte. Doch die Kraftreserve hält nicht ewig an, meistens haben wir den Bären in absehbarer Zeit entweder besiegt, ihn in die Flucht geschlagen oder sind ihm entkommen. Danach kann das System Körper seine Hormonproduktion wieder harmonisieren.Wir klopfen uns aufdie Schulter, trinken Wasser, sitzen am Abend mit der Familie zusammen, essen und lachen – und alles ist wieder gut. Nun sind aber deine Stressorenmeist keine Bären. Sie sind nicht physisch, wie es z. B. Zeitdruck, Lebensstil, Gedanken oder auch Gefühle sind. Genau von diesen Faktoren haben wir nicht nur reichlich, sondern auch dauerhaft.Wenn wir unsere Stressoren nicht bewusst erkennen und verwandeln, frisst uns der Stress– genauer gesagt, fressen uns die dadurch erzeugten Hormone auf.

Wie das Hormon Cortisol wirkt

Cortisol erhöht den Blutzuckerspiegel. Damit werden wir wach, aktiv und unsere Muskeln direkt mit Glucose (einer Zuckerart) versorgt. Normalerweise beginnt der Körper gegen Morgen hin Cortisol zu erzeugen: Energie wird bereitgestellt, wir starten in den Tag. Bis zum Nachmittag wird immer wieder etwas Cortisol ausgeschüttet, damit wir leistungsfähig bleiben. Im normalen Rhythmus schüttet der Körper gegen Abend nahezu kein Cortisol mehr aus. Wir sind bereit, schlafen zu gehen, und unser Schlaf ist tief und fest. In Stresssituationen wird mehr Cortisol ausgeschüttet.Verschwindet der Stressor nicht, bleibt der Cortisolspiegel im Blut und damit der Blutzuckerwert dauerhaft erhöht. (Das kann Gewichtszunahme bewirken.)

Auf der anderen Seite verhindert ein hoher Cortisolspiegel im Blut auch tiefen Schlaf, denn das Schlafhormon Melatonin ist der Gegenspieler von Cortisol und wird erst erzeugt, wenn der Cortisolspiegel niedrig genug ist. Du erkennst vielleicht, dass sich damit die sprichwörtliche Katze in den Schwanz beißt.

Wenn wir zu viel Stress haben, verhindert der hohe Cortisolspiegel eine ausreichende Melatoninbildung, und das bewirkt schlechten Schlaf. Müdigkeit lässt uns das tägliche Leben stressiger erfahren. Wir kommen rascher an unsere Toleranz-Grenzen gegenüber anderen Menschen, Situationen oder Gefühlen, was wiederum den Cortisolspiegel steigen lässt.


Du erkennst, in jedem Fall von chronischen oder immer wieder auftretenden körperlichen Beschwerden ist es sinnvoll, wenn du nicht nur den Arzt zurate ziehst, sondern auch deinen Stresslevel überprüfst. Dabei zählen nicht nur stressige Situationen mit Chef, Kunden oder anderen Menschen. Meist sind es Faktoren wie Gedanken, Gefühle oder einfach schon die Sucht nach einem bestimmten Hormonlevel, der vom Körper durch Gedanken selbstständig hochgehalten wird.

Zum Vertiefen:
Eva Laspas/Petra Polg (Hrsg.)
Mehr Gelassenheit im Leben:
So hat Stress keine Chance
Petra Polk Verlag, 18,90 Euro
www.laspas.at, www.festivaldersinne.info

Den ganzen Beitrag finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 5/2021

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