Green Travelling

Klimaschutz und Reiselust: passt das zusammen? „Unbedingt!“, sagt Franziska Consolati. Die Frage sei nicht, ob das zusammenpasst, sondern wie. Sie möchte dazu inspirieren, sich auch in der schönsten Zeit des Jahres achtsamer zu verhalten und die Natur zu schätzen und zu erhalten.

Füße im Sand vergraben, lausche ich der Stille einer afrikanischen Nacht. Über mir leuchten tausend Sterne am Himmel und ich bin die Einzige, die noch wach ist. Neben mir knistert das Feuer, in der Ferne höre ich Elefanten trompeten und ich frage mich, ob der Bulle dabei ist, den wir heute Morgen aus dem Schlaf gerissen haben. Zuhause fühlt sich plötzlich unendlich weit weg an. Und das ist auch gut so. Ich komme aber nicht umhin, über meine Antwort auf eine ganz bestimmte Frage nachzudenken, die da lautet:

„Gebe ich der Welt mehr, als ich von ihr bekomme?“

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Frage in meinem Kopf vehement nach einer Antwort fordert. Meist sind es stille Momente wie diese, in denen solche Gedanken laut werden. Momente, in denen ich irgendwo auf dem Boden sitze und mir klar wird, was für einen winzig kleinen Platz ich in dieser großartigen Welt einnehme.
Ich bin zwar zu Fuß im Busch unterwegs, saß aber zuvor zehn Stunden und 35 Minuten im Flugzeug, um überhaupt einen Schritt auf südafrikanischen Boden setzen zu können. Und das Flugzeug, das ist kein Geheimnis, das sich länger verdrängen lässt, vergrößert meinen ökologischen Fußabdruck so gravierend wie kaum etwas anderes.
Nachhaltigkeit aber misst nicht einzig und allein unseren ökologischen Fußabdruck. Nachhaltigkeit umfasst viel mehr. Neben dem Klimaschutz spielen auch Arten- und Umweltschutz eine bedeutende Rolle. Dazu kommen soziale Aspekte, deren Berücksichtigung erst zu einer gerechten Welt beitragen. Es zählt nicht nur das, was wir nicht tun. Es zählt auch der positive Einfluss, den wir auf unsere Mitmenschen und auf unseren Planeten haben. Wieder kommen mir die Elefanten in den Sinn. In Südafrika und vielen anderen Ländern finanzieren sich Naturschutzgebiete und Nationalparks fast nur aus den Einnahmen der Gäste. Ein Ranger hat es mir so erklärt: „Nur dann, wenn Menschen Geld bezahlen, um Elefanten zu sehen – nur dann werden Elefanten aktiv geschützt.“
Genau das ist aber dringend nötig, denn in den vergangenen hundert Jahren ist die afrikanische Elefanten-Population um mehr als neunzig Prozent (!) geschrumpft.

Würden wir also alle nur daran arbeiten, unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten und mit dem Fliegen aufzuhören – wie lange würde es dann noch Elefanten geben?
Die Herleitung ist vielleicht etwas kurz gegriffen, ich weiß. Richtig scheint sie mir dennoch. Dabei geht es um weit mehr als um die Population der Elefanten. Sie stehen exemplarisch für alles, was dank des internationalen Tourismus geschützt wird.

Die Frage ist nicht, ob Nachhaltigkeit und Reisen zusammenpassen. Sondern wie.

Es liegt also an uns, ob wir mit unserem Reiseverhalten zum Schutz von Natur, Umwelt und Arten beitragen. Es liegt an unseren Entscheidungen. Und die beginnen schon vor der Anreise und ziehen sich durch jeden einzelnen Tag.

Die Wahl des Reiseziels

Gleich zu Beginn der Reiseplanung lohnt es sich, ein paar Fragen zu stellen:
Kann ich vermeiden? Jeglichen Extra-CO2-Ausstoß. Kann ich verringern? Wenn wir nicht gerade mit dem Rad, Mountain-Bike oder in Wanderschuhen von unserer Haustür aus starten, lassen sich CO2-Emissionen oft nicht vollständig vermeiden. Wie aber kann ich meinen ökologischen Fußabdruck trotzdem so klein wie möglich halten? Kann ich kompensieren? Emissionen zu kompensieren, sorgt für viele Diskussionen. Einigkeit besteht aber darüber, dass eine CO2-Kompensation kein Freifahrtschein ist, der die Emissionen ungeschehen macht. Dennoch ist die Kompensation eine Möglichkeit, unser Reiseverhalten nachhaltiger zu gestalten.

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 4/2022


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