Folge deiner Intuition

Manchmal wissen wir nicht, was tun. Sollen wir unserem Bauchgefühl, unserer Intuition folgen oder doch lieber unserem Verstand! Unsere Autorin Evelyn Stierle hat dazu eine ganz eindeutige Meinung.

Wir sind von Anfang an zutiefst mit unserer Intuition verbunden. Sie ist ein natürlicher Ausdruck unserer Lebendigkeit. Wir spüren intuitiv, wer es gut mit uns meint, wir können energetische Schwingungen für uns übersetzen, wir lesen zwischen den Zeilen. Wir wenden uns von dem ab, was uns nicht guttut und gehen mit Freuden auf das zu, wonach uns der Sinn steht. Genauer gesagt: Wonach uns unsere sechs Sinne stehen.

Intuition – unser sechster Sinn

Denn wir alle haben diesen sechsten Sinn, der uns weit über unsere fünf Sinnesorgane hinaus wertvolle Informationen liefert. Wir haben „so ein Bauchgefühl“’, dass sich bald dies oder jenes ereignet. Wir nehmen eine unübliche Ausfahrt von der Autobahn und hören hinterher von einem Stau. Wir rufen einen Freund an und er sagt uns, er sei in Not und habe uns innerlich gerufen. Wir lauschen den Worten unseres Gegenübers und spüren, dass diese dem widersprechen, was wir gefühlsmäßig wahrnehmen. Wir suchen intuitiv Orte auf, die sich zu wesentlichen Schauplätzen unseres Lebens entwickeln. Wir hören auf unsere innere Stimme, folgen unserer Intuition und sind so unser eigener „Seelenflüsterer“. Unsere Intuition ist uns von Geburt an zur Seite gestellt. Ein treuer Begleiter auf dem Weg durch den Dschungel unseres Lebens. Intuitiv sortieren wir aus der Informationslawine, die uns ständig überrollt, das aus, was wir für wichtig erachten. Intuitiv folgen wir Menschen und Ideen, die unserem Seelenweg entsprechen. Je mehr wir unserer Intuition vertrauen, desto eher sind wir im Einklang mit uns selbst und den uns umgebenden Schwingungen. Manchmal kommt es aber vor, dass wir unserer inneren Stimme Widerstand entgegensetzen – wider besseres (intuitives) Wissen. Meist erleben wir dann recht schnell die Konsequenzen und ärgern uns über uns selbst. „Warum habe ich nur nicht auf meinen Bauch gehört?“

Linke vs. rechte Gehirnhälfte

Eigentlich müsste es eine Selbstverständlichkeit sein, der eigenen Intuition zu folgen, aber unsere westliche Kultur identifiziert sich vornehmlich mit dem analytischen Denken und das hindert uns daran. Das westliche Welt- und Menschenbild gründet sich auf die Priorität unseres Verstandes. Die linke Gehirnhälfte dominiert meist das Handeln. Sie verwaltet unser Denken, regelt und kontrolliert unsere bewussten Abläufe, funktioniert rational, linear und logisch. Die rechte Gehirnhälfte agiert dagegen ganzheitlich, emotional und intuitiv. Die neuere Hirnforschung geht zunehmend davon aus, dass die Intelligenz unseres Unbewussten unschlagbar ist im Vergleich zu unserem bewussten Denken, denn dies ist zu begrenzt für die Komplexität unserer Welt: Pro Sekunde stürzen circa elf Millionen Sinneseindrücke auf uns ein – ganze vierzig davon kann unser Bewusstsein gleichzeitig verwalten. Ohne unsere intuitive Wahrnehmung wären wir überfordert und orientierungslos, da unser Verstand umständlich und behäbig ist im Vergleich zu den spontanen und blitzschnellen Impulsen unserer Intuition. Dennoch sind wir nach wie vor meist mit unserem bewussten Verstand identifiziert: Es zählt nur, was messbar, sichtbar und nachprüfbar ist –was wir mit dem Intellekt erfassen können. „Ich denke, also bin ich“– das ist die Maxime. Alles andere ist eher bedrohlich oder wirkt doch zumindest recht befremdlich. Gefühle, Ahnungen, Träume, Visionen, Körperwahrnehmungen, Empfindungen: All das führt in Bereiche, die jenseits des Alltagsbewusstseins liegen, die nicht wissenschaftlich verifizierbar sind und deshalb letztlich auch nicht als real eingestuft werden.

Andere Kulturen, andere Denkweisen

In anderen Kulturen, vor allem in denen der östlichen Hemisphäre, herrschen dagegen ganz andere Normen und Werte. Dort werden Menschen mit außergewöhnlichen Wahrnehmungen oder paranormalen Fähigkeiten als Heiler, Seher und Schamanen, als Orakel und Weise aufgesucht, verehrt und um Hilfe gebeten. In unserer westlichen Zivilisation aber werden Menschen, die etwas wahrnehmen, was nicht jeder sieht oder was objektiv nicht nachvollziehbar ist, oft als Spinner oder Scharlatan, im schlimmsten Fall als verrückt, abgehoben oder krank etikettiert. Zumindest aber als irgendwie sonderbar und nicht so ganz ernst zu nehmen. „Er hat nicht alle Sinne beisammen“, heißt es gerne, wenn jemand hinter die sichtbare Wirklichkeit schaut. Und weil wir selbst so nicht vor der Welt dastehen wollen, schließt sich die Tür zu unserer intuitiven Wahrnehmung immer mehr.

Wir bekommen gesagt, was Wirklichkeit heißt

Sri Aurobindo, der indische Mystiker und Yoga-Philosoph sagte einmal: „Nie die Stimme Gottes und seiner Engel gehört zu haben, hält die Welt für ein Zeichen von Gesundheit.“ Als Kinder sind wir alle noch verbunden mit einer magischen und intuitiven Kraft. Wir reden mit Engeln, sehen Zwerge und Elfen und freuen uns nachts über den Besuch der liebevollen Großmutter, die vielleicht schon längst tot ist. Wir sind unschuldig und offen. Wir zensieren nicht. Je mehr unsere Umwelt uns aber das Gefühl vermittelt, dass wir „nicht alle Sinne beisammenhaben“, desto weniger teilen wir unsere Erfahrungen mit und wehren sie schon im Inneren ab. Bekommen wir doch tagtäglich gesagt, dass all die Dinge, die wir sehen, hören oder spüren, gar nicht wirklich existieren. Unseren primären Gefühlen und Impulsen wird mit mehr oder weniger rigiden Verhaltensnormen Einhalt geboten. Wir lernen, was „richtig“ und „falsch“ ist und was „Wirklichkeit“ bedeutet. Dieser Prozess geht oft mit emotionalen Verletzungen einher, nicht selten mit traumatischen Erlebnissen. Allmählich passen wir uns „der Realität“ an. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns mit jener Version von ihr zu identifizieren, die uns unser Umfeld und die Gesellschaft vorgibt. So verlernen wir, unseren Wahrnehmungen weiterhin unser Vertrauen zu schenken. Wenn wir spontan etwas empfinden oder intuitiv wissen, schaltet sich unser Verstand ein und wir diskutieren innerlich unsere Wahrnehmungen wieder weg. Wir reden sie uns buchstäblich wieder aus. In diesem ganzen Prozess opfern wir allmählich unsere Intuition und auch die Magie unseres Lebens auf dem Altar unserer rationalen Überzeugungen. Der Zauber ist erloschen. Irgendwann realisieren wir, dass uns etwas verloren gegangen ist. Wir wollen unsere Wunden heilen und unsere Begrenzungen transformieren. Wir wollen unsere ursprüngliche Lebensenergie wieder zurückerobern – und damit auch den Zugang zu unseren Gefühlen, unserer inneren Weisheit und intuitiven Wahrnehmung.

Wie wir unserer inneren Stimme mehr vertrauen

Intuition vermittelt sich uns ganz unterschiedlich. Manche Menschen nehmen sie in Form von inneren Bildern wahr, andere hören oder fühlen etwas, wieder andere weder das eine noch das andere – sie wissen einfach. Nichts davon ist besser oder schlechter. Es ist einfach individuell. Unsere Intuition kann unterstützt und geschult werden. Sie wird genährt von einem Geist, der zur Ruhe gekommen ist, und so sind alle Arten von Meditation hilfreich dafür, mit der eigenen Intuition in Kontakt zu kommen. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie am besten mit dem Meditieren anfangen können. http://www.bewusster leben.de/so-geht-meditieren/ Dienlich sind auch alle Methoden, die die rechte Gehirnhälfte aktivieren, wie zum Beispiel Visualisierungen, Fantasiereisen oder freies Malen. Eine nicht bewertende Haltung, die wertneutral und empfänglich ist, wirkt einladend auf unsere innere Stimme. Intuitive Botschaften vermitteln sich häufig auch über unsere Körperwahrnehmung. Hirnforscher sprechen dabei von „somatischen Markern“, die uns über klare Körpersignale in Entscheidungssituationen eindeutige Hinweise vermitteln, wie wir uns stimmig verhalten und entscheiden sollen. Unser Körper lügt nicht, auf seine Sprache ist Verlass. Wir sollten nur lernen, wie wir wieder mehr in ihn hineinspüren und seine Zeichen wahrnehmen können.

Die Intuition ist der verlässliche Kompass unserer Seele

In allererster Linie wird unsere innere Stimme und unsere Intuition aber dadurch ermutigt, sich uns deutlicher zu offenbaren, wenn sie auf ein offenes Herz und offene Ohren stößt. Wir lassen sie ausreden und hören achtsam zu. Denn oft ist sie ganz leise, fast schon verstummt. Zu lange fühlte sie sich übergangen und nicht ernst genommen. Wir verschaffen ihr wieder Gehör. Je mehr wir uns vertrauensvoll auf unsere Intuition einlassen, desto klarer werden wir ihre Signale spüren und auf allen Ebenen wahrnehmen lernen. Wir folgen ihr in unseren Gedanken und Handlungen, halten uns an ihre klaren Vorgaben und erleben uns immer mehr im Einklang – mit uns selbst, mit Gott und der Welt. Unsere innere Stimme erweist sich als verlässlicher Kompass unserer Seele auf dem Weg zu unserem wahren Selbst.

Die Autorin Evelyn Stierle ist Therapeutin für Core Energetics und Lichtarbeit. Sie bietet Seminare, Workshops und Einzelarbeit an und begleitet Menschen auf dem Weg in die Erfahrung des eigenen persönlichen Potenzials und dessen spiritueller Dimension. Sie hat zahlreiche spirituelle Reisegruppen nach Indien und Tibet geleitet und das Projekt Jamyang Ling – eine Schule im Himalaya mit ins Leben gerufen. Ihr Buch „Magic is real“ ist eine Reise zu den Wundern unseres Lebens.

www.evelynstierle.com

 

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