Kerngesund – weniger Fleisch und dafür mehr Kerne!

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Sie möchten sich gesünder fühlen und am liebsten auch noch ein bisschen abnehmen? Unser Tipp: Essen Sie weniger Fleisch und dafür mehr Kerne. Denn die liefern hochwertige pflanzliche Proteine und Vitalstoffe, die den Körper reinigen und verjüngen.

Ersetzen Sie doch einmal einen Teil der tierischen Lebensmittel durch Kerne und Saaten. Denn die enthalten im Schnitt genauso viel Eiweiß, sind aber leichter verdaulich. Noch dazu helfen sie uns, unser natürliches Wohlfühlgewicht wieder zu erlangen, die Adern frei zu putzen und Giftstoffe auszuscheiden.
Wer sich eine schlankere Linie wünscht: Kerne machen lange satt, sodass der Gedanke an Snacks gar nicht aufkommt. Das liegt zum einen an ihren Ballaststoffen, zum anderen an ihren guten Fetten. Weil diese ungesättigt sind, belasten sie den Kreislauf nicht und machen auch nicht dick. Im Gegenteil: Unser Körper benötigt sie dringend zur Bildung von Zellen und Gewebe, sei es in der Haut, im Darm, in den Knochen oder für sein Immunsystem.

Gesund abnehmen mit guten Fetten

Wenn wir unsere Mahlzeit mit Kernen zubereiten, reduziert das den glykämischen Index (GI) der Gesamtmahlzeit, also die Auswirkungen der Kohlenhydrate auf unseren Blutzucker. Er steigt nur langsam an und bleibt lange konstant. Damit vermeiden wir die Berg- und Talfahrt von Blutzuckerspitzen und anschließender Insulinmüdigkeit wie wir sie nach ballaststoffarmen, kohlenhydratreichen Mahlzeiten kennen.
Indem wir unseren Blutzucker möglichst konstant halten, verringern wir auch die Stresshormone in unserem Blut, denn ein hoher Blutzuckerspiegel schmälert die Fähigkeit unseres Körpers, das Stresshormon Cortisol zu binden, sodass es länger im Kreislauf bleibt. Und wer kennt das nicht – genau dann greift man gedankenlos zum nächsten Schokoriegel, eben weil der Körper glaubt, er müsse sich auf einen Kampf oder eine schnelle Flucht vorbereiten. Auch diesen Teufelskreis durchbrechen Kerne. Sie machen entspannt und ausgeglichen.

Vitalstoffe schützen die Gefäße

Kerne enthalten viel Kalium, und das senkt einen hohen Blutdruck – und damit das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. Die reichlich enthaltene Aminosäure Arginin unterstützt diesen Effekt, indem sie die Gefäße erweitert. Weniger Spannung auf den Gefäßwänden bedeutet eben auch weniger Risse und Verkalkungen. Vor diesen schützen Kerne zusätzlich mit reichlich Vitamin E. Dabei hilft das B-Vitamin Folsäure, das beispielsweise in Sonnenblumen- oder Wassermelonenkernen oder auch in Pistazien steckt. Die Folsäure ist ein wichtiger Gefäßschützer, denn sie verwandelt ein giftiges Zwischenprodukt unseres Stoffwechsels, das sogenannte Homocystein, in harmloses Methionin – bevor es unsere Gefäße anknabbern kann.
Für Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten ist zudem die cholesterinsenkende Wirkung von Kernen interessant. Die ungesättigten Fettsäuren der Kerne senken das „böse“ LDL, lassen das „gute“ HDL dabei aber unangetastet. Ihre Ballaststoffe und Phytosterine hemmen die Aufnahme von Cholesterin im Darm, sodass weniger davon in der Blutbahn ankommt.
Besonders effektiv sind Saaten, die Schleimstoffe bilden, also Lein- oder Chiasamen. Sie binden die Galle, die der Körper aus Cholesterin herstellt. Daraufhin muss er neue Galle produzieren, um die Nahrung zu verdauen und somit mehr Cholesterin verbrauchen. Pflanzliches Omega 3 aus Hanf- und Leinsamen verdünnen zudem das Blut, sodass es fließfähiger wird.

Entgiften mit den richtigen Bausteinen

Täglich schafft uns die Leber Umwelt- und Bakteriengifte sowie Abfallprodukte unseres eigenen Stoffwechsels vom Leib. Damit sie diese Arbeit effektiv erledigen kann, braucht sie allerdings Glutathion. Dieses sogenannte Tripeptid besteht aus drei Aminosäuren, die viele Kerne und Saaten in großen Mengen liefern: Glutaminsäure, Cystein und Glycin. Ab dem 40. Lebensjahr sinkt allerdings unser Glutathionspiegel oft dramatisch – umso mehr, wenn Belastungen wie Nikotin und Fertiggerichte in unseren Körper einströmen.
Fehlt dann das Glutathion, können sich Gifte im Körper ansammeln – die Basis so mancher Krankheit. Um das zu vermeiden, sollten wir uns so gut wie möglich mit den drei Bausteinen des Glutathions versorgen. Noch besser wird es mit Selen zum Beispiel aus Sonnenblumenkernen, Chiasamen, Sesam, Leinsamen oder Cashewkernen. Zusammen mit Gluthation bildet Selen das Enzym und Superantioxidans Glutathionperoxidase. Das fängt massenweise freie Radikale ab, unterstützt die Bildung weißer Blutkörperchen, wirkt chronischen Entzündungen entgegen, hilft der Entartung von Zellen vorzubeugen und stärkt das Immunsystem. Das Schöne daran: Dabei brauchen Sie kein quälendes Hungergefühl zu befürchten, wie das bei den klassischen Fastenkuren der Fall sein kann, da Sie mit den wertvollen Pflanzenstoffen einige Kalorien aufnehmen.
Deborah Weinbuch

Weitere Artikel und tolle Rezepte finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 2/2018

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