Glücklich mit mir

Gut für sich selbst sorgen – sollte das nicht das Einfachste überhaupt sein? Und gerade jetzt in diesen Krisenzeiten bietet sich besonders viel Gelegenheit dazu. Nutzen wir sie! Franziska Muri zeigt wie ein bewusster, liebevoller Umgang mit sich selbst gelingt.

Selbstfürsorge kann die unterschiedlichsten Gesichter haben. Es ist eine ganz individuelle Angelegenheit. Gemein ist allen selbstfürsorglichen Menschen, dass es ihnen wichtig ist, sich gut um sich zu kümmern. Es hat für sie eine hohe Priorität, dass es ihnen selbst gut geht. Auch wenn die Umstände schwierig sind, halten sie die Absicht aufrecht, das weitgehend Beste für sich zu tun. Sie haben gelernt, voller Mitgefühl mit sich selbst umzugehen, liebevoll und wertschätzend. Die Frage: “Was könnte ich jetzt für mich tun?” hat bei ihnen Gewicht. Und sie wissen: Es
geht nicht darum, dass alles immer gut klappt und dass sie sich immer happy fühlen. Nein, es ist ein Weg, der das Auf und Ab im Leben kennt. Und wenn es heute gelingt, ist das wunderbar. Wenn nicht, dann war es ein Versuch, aus dem sie etwas lernen konnten. Die Absicht ist wichtig. Die grundlegende Haltung, dass das eigene Wohl zählt und dass sie selbst dafür Sorge tragen wollen. Selbstfürsorgliche Menschen sind solche, die es mit sich selbst ernst meinen und sich dabei doch nicht so wichtig nehmen. Sie haben das eigene Wohl im Fokus – ohne engstirnig und blind für andere zu werden.

Ein kleiner Moment der Selbstfürsorge

“Was könnte ich jetzt für mich tun?”. Lausche nach, welche Antwort sich zeigt – als Idee, als Impuls, als Bild. Vielleicht atmest du einfach tiefer ein oder aus. Oder du erkennst, dass du gern schlafen möchtest. Dass du dich rekeln und dehnen oder einer Freundin eine liebe Nachricht
schicken willst. Oder dass du dich selbst kurz in die Arme sorge ernst meinst.

Mit Achtsamkeit zurück ins reale Sein

Hol dich zwischendurch immer wieder zurück in die Realität des jetzigen Moments. Höre dir selbst beim Atmen zu oder nimm den Boden unter deinen Füßen wahr, den Stoff auf der Haut oder das stille Wesen einer Zimmerpflanze oder eines Baumes draußen. Spürst du, wie gut, wie echt sich das anfühlt? Wie frei du bist, wenn du dich um nichts anderes kümmerst als um diesen Augenblick?

Eine Minute Auszeit

Stell dir – irgendwann am Tag – einen Wecker oder eine passende App auf eine Minute. Starte sie, schließ die Augen und warte, bis das Zeichen ertönt, dass die Minute um ist. Tu nichts weiter, als zu atmen und dein Am-Leben-Sein wahrzunehmen. Komm zu dir – und bemerke, wie lang eine einzige Minute ist, wenn sie achtsam erlebt wird.

Zum Weiterlesen:
Franziska Muri, “Glücklich mit mir”, Integral Verlag

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