Komm zu dir!

Wie du dein Leben zu dem Leben machst, das zu dir passt.

Die Baustellen im Laufe eines Lebens werden immer mehr. Die Listen, die wir abarbeiten immer länger. Da ist es nicht immer leicht, sich selber treu zu bleiben und zufrieden zu sein. Schon gar nicht in Zeiten wie den unsrigen, wo uns tausendfach vorgegaukelt wird, unser Glück läge in finanzieller Sicherheit, im schnellen Konsum oder digitaler Zerstreuung. Auch bei denen, die einen guten Job, eine intakte Familie und selbst fürs Alter vorgesorgt haben, macht sich trotz der scheinbaren Sicherheit eine allgemeine Lustlosigkeit und ein Gefühl der Resignation breit. Überall herrscht das Gefühl vor, keine rechte Freude mehr am eigenen Leben haben. Viele erwarten nichts „Großartiges“ mehr von ihrem Leben, sondern nur noch das Vertraute, Eingeschliffene, Routinierte. Sie erkennen nichts Bedeutendes mehr. Ein anderes Leben wagen sie sich nicht einmal mehr vorzustellen. Warum ist das so?

„Das kann es doch nicht gewesen sein!“

Früher da dachte man, mit fünfzig müsste eigentlich im Leben alles klar sein. Da wollte man finanziell auf sicherem Boden stehen, einen Beruf mit Zukunft für die nächsten zehn Jahre haben, eine Familie auf die man stolz sein kann. Nun hat man das alles und wird trotzdem dieses Gefühl nicht los: „Das kann es doch nicht gewesen sein!“ Aber statt das Leben noch einmal ganz von vorne neu zu beginnen, ruht man sich auf den vermeintlichen Sicherheiten aus, die man sich doch nun wirklich verdient hat. Wenn dann trotzdem ein schales Gefühl bleibt? Wenn wir zwar angekommen sind, aber nicht bei uns selbst. Wenn wir zwar abgesichert sind, aber doch Angst haben. Angst davor, dass wir wieder alles verlieren könnten. Zwar müssten wir in den Augen anderer glücklich sein, weil wir doch reich, schön und erfolgreich sind, aber was, wenn wir es nicht sind? Wenn wir selbst kraftlos geworden sind und keine rechte Lebensfreude mehr empfinden. Wenn wir zwar materiell auf der sicheren Seite sind, uns selbst aber nicht mehr fühlen und nicht mehr wissen, wie das geht: zu sich selbst kommen.

Lebendig fühlen wir uns nur in der Gegenwart

Wirklich lebendig fühlen wir uns nur, wenn wir nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft leben. Wenn wir uns von den Vorstellungen, die sich andere über uns machen, nicht bestimmen lassen. Wenn wir uns für unser eigenes Leben verantwortlich fühlen. Lebendig sind wir nur im Augenblick, in der Gegenwart, wenn wir bei uns selbst sind. Lebendig fühlen wir uns, wenn wir wirklich wissen, was uns guttut, wenn wir täglich neue Erfahrungen machen, unsere Ziele immer wieder neu definieren.
Lebendig fühlen wir uns dann, wenn wir unserem Leben eine Bedeutung geben, es so gestalten, dass wir fühlen können: „Das ist meins!“ Dazu müssten wir aber unser Leben verändern. Aufbrechen zu neuen Ufern. Doch wir kennen zu viele Gründe, die dagegen sprechen. Wir finden nicht den Mut, uns selbst neu zu erfinden – und damit unsere Freude am Leben.

Den ganzen Artikel finden Sie in unsererem Sonderheft 7/2020

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