Lerne “Nein” zu sagen

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Wie oft denkst du bei Anfragen: »Nein, das will ich nicht tun«, und dann machst du den Mund auf, und heraus fällt ein »Ja«? Wenn du oft Dinge machst, die du eigentlich nicht machen willst, dann übe dich im »Neinsagen«. Das wird dich am Anfang Überwindung kosten, aber du wirst dafür belohnt mit mehr Zeit, in der du das machen kannst, was dir wirklich guttut.

Übungsanleitung:

• Erstelle eine Liste, auf der du Dinge notierst, die du oft, aber nicht gerne machst. Das gilt beruflich wie privat. Zum Beispiel den Kuchenverkauf für einen guten Zweck in Kindergarten, Schule oder Sportverein deines Nachwuchses. Schreibe auch die Dinge auf die Liste, die du eigentlich ganz gerne machst, für die du aber keine Zeit (mehr) hast. Diese Punkte können dich beim Neinsagen motivieren. Denn wenn du weniger von dem machst, was du ungern tust, hast du mehr Zeit für das, was dir am Herzen liegt.

• Vermerke nun hinter jedem Punkt, ob du diese Dinge vielleicht, sicher oder ganz, ganz sicher nicht mehr machen möchtest. Ein »ganz, ganz sicher nicht mehr« bekommt auf meiner Liste immer ein dickes »NO-NO«.

• Überlege dir nun, warum du diese Dinge nicht mehr machen kannst. Oft haben wir schlicht keine Lust mehr dazu. Das ist okay, kommt bei anderen aber meist nicht gut an. Deswegen überlege dir, welche Gründe du noch anführen kannst. Es gibt bestimmt
noch andere Beweggründe, die einem auf die Schnelle aber oft nicht einfallen. Und dann wird zu oft aus dem gedachten »Nein« ein kleinlautes »Ja«. Aber wenn du dich schon im Vorfeld auf ein »Nein« eingestellt hast und auch eine plausible Erklärung dafür
ablieferst, wird dir das »Nein« leichter fallen.

• Bei Anfragen, die spontan an dich herangetragen werden, mache es so: Bitte dir Bedenkzeit aus. Ein vorbereiteter Satz wie »Lass mich überprüfen, ob ich wirklich ausreichend Zeit habe, um diese Aufgabe gut zu erledigen« bewahrt dich davor, zu schnell »Ja« zu sagen. Dann kannst du in Ruhe überlegen, ob du diese Aufgabe wirklich übernehmen möchtest.

• Und wenn du doch mal wieder »Ja« gesagt hast, obwohl du eigentlich »Nein« sagen wolltest, dann traue dich einfach, dein »Ja« rückgängig zu machen. Das muss natürlich möglichst schnell geschehen und nicht erst kurz bevor das Schriftstück oder der Kuchen abgegeben werden soll. Aber wenn du dem anderen erklärst, dass es dir gerade einfach zu viel wird, müsste er dafür Verständnis aufbringen. Vielleicht verschafft dir das anfangs noch ein schlechtes Gewissen. Dann überlege dir, was wichtiger ist: allen zu gefallen und dabei über die eigenen Energiereserven zu gehen oder gut für dich selbst zu sorgen?

(aus: Patricia Küll, “Now! Am liebsten geht’s mir gut!”, Scorpio Verlag)

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