Magische Heilsuppen

Es gibt einen neuen Ernährungstrend – heiße Suppen. Das Gute daran: Sie sorgen für ein rundum wohliges Gefühl und können Körper und Geist heilen.

Die Tage werden kürzer, das Wetter rauer, die Temperaturen sinken und morgens haben die Straßen eine Haut aus Eiskristallen. Schnupfennasen und Husten sind nicht fern und es gilt, unseren Organismus zu unterstützen. Was liegt näher, als uns etwas Warmes, Stärkendes zu gönnen? Dabei scheint ein Trend aus New York die Tradition unserer Großmütter und Urgroßmütter aufzunehmen: Waren vor kurzem noch Coffee-to-go Becher bestimmend, so sind es jetzt Plastikbecher voll „Bone Broth“, also mit Knochensuppe.
Was aber ist dran am neuen Hype rund um heiße Suppen mit kräftigender Wirkung? Und wie integrieren wir ihn in unser tägliches Leben? Zuerst einmal ist dieser Trend nicht ganz neu, sondern stützt sich auf die langjährige Erfahrung vieler verschiedener Kulturen. Stellvertretend seien Congee (chinesische Reissuppe), russischer Borschtsch, japanische Misosuppe oder auch die indische Mungbohnensuppe genannt. Knochen sind dabei ein wichtiger, jedoch nicht unbedingt notwendiger Bestandteil. Ganz gleich, ob sogenannte Kraftsuppen auf Gemüse, Fisch, Hühnchen oder Rindfleisch basieren, immer liefern sie eine Essenz aus wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitamin B, Vitamin D und E, Mineralstoffen und Spurenelementen. Zu den frischen, unverarbeiteten Zutaten kommen wärmende und antibakteriell wirkende Gewürze und eine gehörige Portion Fürsorge und Liebe des Kochs oder der Köchin dazu, die häufig die sofortige Besserung einer nahenden Erkältung oder trüber Gedanken bewirken.

Gesund und heilend

Basiert die Heilsuppe auf Knochen, so liefert sie einerseits reichlich Kalzium, Magnesium und Phosphor, andererseits einen hohen Gehalt an Protein. Tatsächlich enthält Knochensuppe vor allem zwei (nicht essenzielle) Aminosäuren: Prolin und Glycin. Glycin ist ein wahrer Allrounder unter den Aminosäuren. Es ist ein Ausgangsstoff zur Bildung anderer nicht essenzieller Aminosäuren, ist an Blutbildung, Leberfunktion, Produktion von Wachstumshormonen, Schutz vor freien Radikalen beteiligt und wirkt sich positiv auf das Nervensystem und auf Entzündungen aus. Prolin spielt eine wichtige Rolle für die Bildung und Gesundheit von Bindegewebe und Knochen. Um eine wahrhaft gute Suppe oder Brühe herzustellen, gilt es, einige wichtige Hinweise zu beachten:
Zunächst sollten die Zutaten mit kaltem Wasser aufgesetzt werden, um aus den Knochen das Kollagen zu extrahieren. Verwenden Sie heißes Wasser, so können lösliche Proteine zu weißen Flocken gerinnen, die die Suppe trüb werden lassen. Köcheln Sie die Suppe nur leicht, so dass nur kleine Bläschen in der Suppe aufsteigen. Salzen Sie nicht zu Beginn, sondern erst am Ende der Zubereitung, sonst wird die Suppe möglicherweise zu salzig. Geben Sie Gemüse erst später hinzu, nachdem Sie den beim Kochen von Knochen und Fleisch entstehenden Schaum abgeschöpft haben.
Nachdem die Suppe unbedeckt abgekühlt ist, hält sie sich verschlossen im Kühlschrank für eine Woche. Im Gefrierschrank kann die Suppe über mehrere Monate haltbar gemacht werden. Nachfolgend ein leckeres Suppenrezepte:


Rezept: Mineralstoffreiche Shiitakepilzsuppe

Zutaten:
700 g Zwiebeln mit Schale
4 Selleriestängel, gehackt
2 Möhren, gewaschen und
klein geschnitten
2 Pastinaken, gewaschen und
klein geschnitten
250 g Shiitakepilze
1 große Rote Beete
1200 g Kürbis
1 kleine Steckrübe oder Sellerieknolle, klein geschnitten
5 cm langes Stück
getrocknete Kombu-Alge
1/4 Tasse getrocknete Wakame-Algen
500 g grünes Blattgemüse
(Spinat, Grünkohl etc.)
1/2 Bund frischer Petersilie
1/4 Tasse Leinsamen

Zubereitung:
1. Erhitzen Sie einen schweren Schmortopf auf mittlere Hitze und
fügen Sie Zwiebeln und Sellerie sowie 2 – 3 Esslöffel Wasser hinzu.
Bedecken Sie die Pfanne und lassen Sie das Gemüse „schwitzen“.
2. Nehmen Sie nach 5 Minuten den Deckel ab und rühren Sie die nun
weicheren Zwiebel- und Selleriestückchen um.
Fügen Sie Möhren, Pastinaken und Shiitake-Pilze hinzu,
bedecken Sie danach den Topf erneut für 5 Minuten.
3. Nun kommen auch Rote Beete, Kürbis, Selleriewurzel, Kombu und
Wakame hinzu. Gießen Sie Wasser so auf, dass das Gemüse ca. 5 cm hoch damit bedeckt ist und bringen Sie es zum Kochen. Reduzieren Sie dann die Hitze und köcheln Sie die Brühe weiter für 4 bis 6 Stunden.
4. Erst während der letzten Stunde fügen Sie
das grüne Gemüse und Petersilie hinzu.
5. In den letzten 20 Minuten der Kochzeit rühren Sie
schließlich den Leinsamen unter.
6. Gießen Sie die Brühe durch ein feines Sieb, welches mit einem
Seihtuch ausgelegt ist, ab und drücken Sie dabei
die festen Bestandteile so gut wie möglich aus.
7. Zum Abkühlen setzen Sie die abgegossene Brühe für
2 Stunden in ein Eisbad.
8. Verwenden Sie die Brühe nach Belieben.

Den Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 06/2016 (November/Dezember)

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