Medikamente: Segen oder Fluch?

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Für viele Menschen sind Medikamente aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation unverzichtbar. Trotz naturheilkundlicher Alternativen gehören dabei häufig chemisch produzierte Arzneien zu den wichtigsten Heilmitteln. Nicht jeder sieht das unkritisch und immer mehr Patienten fragen nach möglichen Risiken und Langzeitfolgen. Doch die Voraussetzungen, ein Medikament in Deutschland in Verkehr zu bringen, sind streng und folgen einem gründlichen Test- und Analyseprozess.


Nach einer entsprechenden Definition der WHO ist Gesundheit nicht nur die (momentane) Abwesenheit von Erkrankungen, sondern vielmehr ein Zustand von umfassendem körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefindens – ein Idealzustand also, der in der Realität nur schwer zu erreichen scheint. Viele Männer und Frauen sind fernab von einer vollständigen Gesundheit und müssen sich wohl oder übel mit Einschränkungen physischer oder psychischer Natur abfinden. Nach einer gründlichen ärztlichen Diagnose werden dann oftmals Medikamente verordnet, die regelmäßig einzunehmen sind. Und auch wenn einer entsprechenden Studie des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) rund 90 Prozent der deutschen Patienten von der Wirksamkeit ihrer Medikamente überzeugt sind, kommen immer öfter Fragen nach der Sicherheit pharmazeutischer Produkte auf.

90 Prozent vertrauen ihren Arzneimitteln

Nicht wenige Verbraucher haben sowohl Angst vor den Nebenwirkungen von Arzneimitteln als auch vor einer möglicherweise langfristigen Schädigung ihres Körpers durch gefährliche Chemikalien, verunreinigte Substanzen oder zweifelhafte Zusatzstoffe. Der in den letzten Jahren zu beobachtende alarmistische Journalismus hat diese Angst noch verstärkt. Dabei tun Pharmaunternehmen viel, um ihre Produkte mit größtmöglicher Sicherheit auf den Markt zu bringen und setzen mit Maßnahmen wie der sogenannten Methodenvalidierung alles daran, ihren gesetzlichen Pflichten im Rahmen der Arzneientwicklung sowie der Zulassungs- und Registrierungsvorschriften nachzukommen.

Ist mein Medikament sicher?

Auch die besten Versuche, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Medizinprodukte zu stärken, können nicht verhindern, dass Menschen Angst vor Risiken und Nebenwirkungen haben. Vor allem Skandale über gefälschte Zulassungsstudien, unwirksame oder gar riskante Impfstoffe und von heute auf morgen aus dem Verkehr gezogene Arzneimittel sorgen dabei für viel Verunsicherung. Im Normalfall werden unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Medikamenten bereits in klinischen Testphasen und epidemiologische Studien erfasst. Da viele Zulassungsunterlagen aber nicht öffentlich sind, steigen die Vorbehalte der Patienten. Was durchaus nachvollziehbar ist und kritisch hinterfragt werden muss, hat jedoch eine gefährliche Schattenseite. Denn die Furcht vor Nebenwirkungen kann dazu führen, dass notwendige Behandlungen nicht begonnen oder vorzeitig abgebrochen werden.

Um solche Ängste abzubauen, muss die Einführung neuer Arzneimittel von den Patienten als sicher empfunden werden. Gefragt sind transparente Entwicklungsprozesse und die umfassende – politisch wie wirtschaftlich unbeeinflusste – Erfassung aufgetretener Nebenwirkungen und vor allem verlässliche Prüf- und Auswertungsmethoden.

Unabhängig informieren

Nicht selten konzentriert sich die Berichterstattung auf dramatische unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Medikamenten. Die vielen Fälle, in denen Arzneimittel aber ein großer Segen für die betroffenen Patienten sind, bleiben unerwähnt. Um die Angst vor riskanten Nebenwirkungen abzubauen, muss daher ein transparentes Gleichgewicht der Information geschaffen werden. Auch sollte es eine umfassende Betreuung Betroffener geben. Gründliche Prüf- und Validierungsmaßnahmen vor, während sowie nach dem Inverkehrbringen pharmazeutischer Produkte und eine öffentliche Darstellung der (tatsächlichen!) Unbedenklichkeit ist somit unverzichtbar. Bis dies aber in unserer realen Welt wirklich vollständig umgesetzt wird, sollten Patienten sich um ein ausgewogenes Bild über die ihnen verordneten Medikamente machen und sich unabhängig und aus verschiedenen Quellen zur Wirksamkeit und Sicherheit informieren – und nicht zuletzt immer auch ein wenig auf ihr Bauchgefühl achten.

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