Mehr Glück im Berufsleben

Glück im Berufsleben stellt für viele Arbeitnehmer ein erstrebenswertes Ziel an. Schließlich soll die Berufstätigkeit nicht mehr nur Mittel zum Zweck sein, sondern als großer Teil unseres Lebens auch zur persönlichen Zufriedenheit beitragen. Häufig wird die Arbeit jedoch als anstrengend empfunden und geht mitunter mit Konflikten und Herausforderungen einher, die das Glück dämpfen. Welche Faktoren tragen also zu beruflicher Zufriedenheit bei und wie können wir daran arbeiten, mehr Glück im Arbeitsleben zu empfinden? Wir nennen hilfreiche Erkenntnisse der Glücksforschung und geben Tipps zu mehr Arbeitszufriedenheit.

Welche Faktoren tragen zur Arbeitszufriedenheit bei?

Die Glücksforschung beschäftigt sich schon lange mit der Frage, welche Glücksfaktoren im Arbeitsleben zu langfristiger Zufriedenheit beitragen. Die folgenden Punkte haben großen Einfluss darauf, ob wir im Arbeitsleben glücklich sind oder sich Unzufriedenheit einstellt.

1.    Die Vorgesetzten

Wenig überraschend haben unsere Chefs einen großen Anteil daran, wie viel Glück wir im Unternehmen empfinden. Ist der oder die Vorgesetzte unfreundlich, neigt zu Kritik, Nörgelei und Schuldzuweisungen und geht nicht auf die Wünsche der Angestellten ein, macht sich im Team schnell Unzufriedenheit breit. Ein steiles Machtgefälle und von oben herab getroffene Entscheidungen sorgen dafür, dass die Atmosphäre im Unternehmen angespannt ist und die Arbeit weniger Spaß macht. Berufstätige, die mit ihren Vorgesetzten unzufrieden sind, neigen dazu, schneller einen Jobwechsel anzustreben. Sind die Vorgesetzten hingegen unterstützend und wertschätzend, verhalten sich kollegial und haben ein offenes Ohr für die Anliegen der Belegschaft, macht dies einen großen Unterschied. Eine höhere Arbeitszufriedenheit ist meist die direkte Folge.

2.    Das Team

Doch nicht nur die Vorgesetzten befördern oder beeinträchtigen unser berufliches Glück: Auch die direkten Kollegen, mit denen wir täglich zusammenarbeiten, sind ein entscheidender Glücksfaktor. Herrscht im Unternehmen eine gute Stimmung, unterstützen sich die Kollegen gegenseitig und können sie miteinander Spaß haben und sich auf einander verlassen, steigt vermutlich die Arbeitszufriedenheit des gesamten Teams. Stehen dagegen Missgunst, eine Ellenbogen-Mentalität und wenig Hilfsbereitschaft an der Tagesordnung, fällt es schwer, sich morgens zu motivieren, ins Büro zu gehen. Entsprechend niedrig fällt auch die Arbeitszufriedenheit aus. Wer nach Glück im Berufsleben sucht, sollte daher auch Wert auf ein passendes Team und sympathische Kollegen legen und sich selbst aktiv einbringen und den Kontakt suchen.

3.    Das Einkommen

Zwar lautet eine bekannte Formel, dass Geld allein nicht glücklich macht. Bis zu einem gewissen Grad tut es das aber doch: So besagt die Glücksforschung, dass auch das Einkommen bei der Arbeitszufriedenheit eine Rolle spielt. Nur wer mit seinem Gehalt mehr oder weniger zufrieden ist, seine Leistungen angemessen entlohnt sieht und sich einen angenehmen Lebensstandard leisten kann, empfindet nachhaltiges Glück. Wer stattdessen das Gefühl hat, im Job ausgenutzt zu werden und keinen gerechten Lohn zu bekommen, ist am Arbeitsplatz unzufriedener.

4.    Die Work-Life-Balance

Ein weiterer Glücksfaktor ist die sogenannte Work-Life-Balance – also das Verhältnis von Arbeit zu Freizeit. Viele Menschen wünschen sich, neben der Berufstätigkeit noch ausreichend Zeit und Energie für das Privatleben und Familie, Freunde sowie Hobbys zur Verfügung zu haben. Fallen am Arbeitsplatz regelmäßig Überstunden und Geschäftsreisen an oder ist die Arbeit so kräftezehrend, dass kaum Zeit und Energie für Privates bleibt, bleibt auch das berufliche Glück auf der Strecke. Nimmt das Arbeitsleben langfristig die erste Priorität ein, obwohl wir uns das anders wünschen, kann die Unzufriedenheit im schlimmsten Fall sogar gesundheitliche Probleme bis hin zum Burnout nach sich ziehen. Mehr Zufriedenheit garantieren deshalb Arbeitgeber, die flexible Arbeitszeiten, wenig Überstunden und Teilzeitarbeit anbieten. Manche Unternehmen fördern zudem die Familienfreundlichkeit durch interne Betreuungsangebote oder Zuschüsse zur Kinderbetreuung.

5.    Die Aufgaben

Sind Vorgesetzte und Kollegen freundlich, das Gehalt ist zufriedenstellend und die Work-Life-Balance stimmt, sind bereits einige Glücksfaktoren erfüllt. Doch auch unter diesen Voraussetzungen kann die Arbeitszufriedenheit leiden, wenn die Aufgaben nicht passen. Die Glücksforschung hat ergeben, dass die meisten Menschen sich eine abwechslungsreiche Arbeit mit vielfältigen Aufgaben wünschen. Immer wiederkehrende und gleichbleibende Aufgaben sorgen dagegen für Monotonie und Langeweile und beeinträchtigen das berufliche Glück. Darüber hinaus stellt für viele auch eine sinnhafte Arbeit einen entscheidenden Glücksfaktor dar: Wer das Gefühl hat, mit seiner Arbeit etwas zu bewirken und zu etwas Sinnvollem beizutragen, empfindet mehr Glück am Arbeitsplatz.

Wie kann das Glück im Berufsleben gesteigert werden?

Bist du nicht zu 100 Prozent zufrieden in deinem Job und möchtest aktiv daran arbeiten, Glück im Berufsleben zu erreichen? Die folgenden Tipps helfen dabei, proaktiv die eigene Arbeitszufriedenheit zu verbessern und sich im Beruf wohlzufühlen:

  • Gründe für die Unzufriedenheit ausmachen: Wollen sich bei der Arbeit keine Glücksgefühle einstellen, solltest du zunächst die Auslöser für deine Unzufriedenheit ergründen. Hast du ein Problem mit deinem Vorgesetzten oder den Kollegen? Fühlst du dich nicht ausreichend wertgeschätzt? Liegen dir deine Aufgaben nicht oder kommt dein Privatleben zu kurz? Wenn du weißt, welche Dinge deinem beruflichen Glück im Weg stehen, kannst du daran arbeiten, sie zu verändern. Suche das Gespräch mit deinem Vorgesetzten, versuche, die Stimmung im Team zu verbessern, führe Gehaltsverhandlungen oder bitte um eine Veränderung deines Aufgabenbereiches. Je nach ursächlichem Problem kommt eine andere Lösung infrage, die dich im Job zufriedener machen kann.
  • Jobwechsel in Erwägung ziehen: Lassen sich die Bedingungen in deinem jetzigen Unternehmen nicht verbessern und du bist nach wie vor unzufrieden, solltest du auch einen Jobwechsel in Betracht ziehen. Hier hast du die Chance, bei einem neuen Unternehmen besser zu dir passende Glücksfaktoren wie Vorgesetzte, Team, Einkommen, Arbeitsbedingungen und Aufgaben vorzufinden. Wäge jedoch vorher genau ab, welche Faktoren für dein persönliches Glück am wichtigsten sind und ob das neue Unternehmen diese tatsächlich erfüllt. Manche Dinge, wie den Zusammenhalt im Team, kannst du zudem erst nach dem Jobwechsel beurteilen, sodass nicht garantiert ist, dass ein neuer Job in jedem Fall mehr Zufriedenheit mit sich bringt.
  • Eine positive Einstellung mitbringen: Nicht immer können wir einen Job finden, der alle Glücksfaktoren zu 100 Prozent erfüllt und ewiges Glück verspricht. Die Arbeitsbedingungen und -umstände können sich stets verändern, Teammitglieder kommen und gehen und Aufgaben unterliegen einem dynamischen Wandel. Deshalb ist es für das berufliche Glück ungemein wichtig, ein positives Mindset aufzubauen und zu bewahren. Wer mit Veränderungen positiv umgeht, temporäre Herausforderungen und Krisen als Chance begreift und sich nicht nur auf negative Aspekte der Arbeit fokussiert, kann im Job mehr Zufriedenheit empfinden, auch wenn nicht immer alles perfekt ist.
  • Glück im Privaten suchen: Zwar nimmt die Arbeit in unserem Leben viel Raum und Zeit ein – wir sollten uns aber dennoch nicht nur über unseren Job definieren, sondern auch ein reiches und aktives Privatleben haben. Jobwechsel, Jobverluste, Krankheit oder Berufsunfähigkeit können dazu führen, dass sich unser Arbeitsleben verändert oder sogar gänzlich wegfällt. Die Arbeit sollte somit nie allein für unser Glück verantwortlich sein. Auch starke Beziehungen zu Familienmitgliedern und Freunden sowie Freizeitaktivitäten oder ehrenamtliches Engagement tragen zur Zufriedenheit bei und können Unzufriedenheit im Job bis zu einem gewissen Grad aufwiegen.

Glück im Berufsleben ist letztendlich ein sehr individuelles und schwer zu fassendes Konzept. Sei dir im Hinblick auf die Berufswahl und die Wahl eines Arbeitgebers deiner persönlichen Glücksfaktoren bewusst und setze deine Prioritäten entsprechend. Versuche, mit einem positiven Mindset und Optimismus an die Arbeit heranzugehen, und lass dich bei Schwierigkeiten nicht unterkriegen. Es liegt in deiner Hand, Veränderungen herbeizuführen und deine Zufriedenheit zu steigern. Hast du alle Möglichkeiten ausgeschöpft, solltest du auch im Privatleben nach Glück streben. Zufriedenheit im Job ist schließlich nicht alles – auch deine privaten Ziele und Träume solltest du verfolgen, um in allen Lebensbereichen möglichst zufrieden und glücklich zu sein.

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