Gott verbirgt sich in jedem von uns – auch in dir!

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Eine Kolumne von Pascal Voggenhuber

Pascal Voggenhuber live erleben! Auf dem BEWUSSTER LEBEN TAG am 20. Juli 2018 in Konstanz am Bodensee.

Für Tickets hier klicken!

In meinen Seminaren erlebe ich es ganz oft, dass ich Frauen begegne, die mir sagen: „Mein Mann ist so unspirituell. Was kann ich tun?“ Dass er kein Verständnis zeige für ihre Spiritualität, dass er seine Zeit lieber mit Freunden beim Fußballschauen genieße, als sie zu Seminaren zu begleiten. Manche flehen mich geradezu an, ich solle ihnen dabei helfen, ihren Mann umzupolen. Ich denke mir: „Puh, wenn die wüssten, dass ich ein absoluter FC-Basel-Fan bin und es toll finde, Fußball zu schauen!“
Ich frage dann immer, wo denn das Problem liegt, wenn ihr Mann Spaß hat. „Ich finde, er sollte seine Freizeit lieber mit etwas Sinnvollem verbringen,“ sagen sie dann. „Ich arbeite jetzt schon zehn Jahre an mir. Besuche Seminare, Workshops, Kurse und Vorträge zur Selbstfindung. Steh jeden Morgen auf und meditiere, mache Engelrituale und ziehe Karten. Auch wenn ich müde bin, arbeite ich weiter und entwickle mich. Ich verzichte auf vieles, damit ich ein besserer Mensch werde, suche mir mein Umfeld sorgfältig aus und achte darauf, nicht negativ zu denken. Achte auf mein Essen und sag mir jeden Morgen, dass ich mich liebe.
Und was macht er? Er steht am Samstag auf und rollt sich dann vor den TV – ungewaschen, ungeduscht. Wenn ich Pech habe, kommen am Nachmittag noch seine Freunde und die Party geht erst richtig los!“
Ich frage dann: „Stören dich dann der Lärm oder sind es die Freunde?“
„Nein, das nicht, ich bin ja nie da. Ich entwickle mich und besuche Weiterbildungen. Ich komme dann total müde am Abend heim und meine ganzen Muster werden mir bewusst. Ich bin dann traurig und niedergeschlagen, weil ich noch so viel lernen muss, und mein Mann nimmt mich glücklich und zufrieden in den Arm, ist total entspannt und happy. Es ist einfach frustrierend, diesen unspirituellen, unterent-wickelten Mann an meiner Seite zu haben. Total stehen geblieben in seiner Entwicklung! Ich frage mich, wie ich so was verdient habe. Was soll ich nur tun? Ich wünsche mir einfach einen Mann, der an sich arbeitet!“
Ja, was soll ich dazu sagen?
„Also da gibt es nur eine Lösung! Sofort trennen,“ sage ich provokant. Die meisten schauen mich dann geschockt an.
„Warum? Ich liebe ihn doch!“
„Ach so, ja jetzt wird es kompliziert. Hat sich einfach nicht gerade so angehört. Lieben heißt nämlich, jemanden so zu nehmen, wie er ist und nicht von ihm zu verlangen, dass er sich so benimmt, wie man ihn gerne hätte. Außerdem, wenn ich ehrlich bin, ist dein Mann eigentlich viel spiritueller als du. Denn er ist glücklich. Es geht bei der Spiritualität darum, zufrieden zu werden, glücklich und erfüllt zu werden mit sich selbst und mit dem, was man hat. Dein Mann ist doch ein wunderbarer Spiegel für dich. Er zeigt dir, wie man mit Fußball und Fertigpizza Erfüllung findet. Deine Wochenenden hören sich dagegen echt hart an. Du bist deprimiert und traurig am Abend. Frage dich doch einmal: Mit welchen Menschen ist man lieber zusammen? Mit glücklichen oder mit deprimierten?
Ich glaube, wir müssen lernen, dass man in einer Partnerschaft jedem zugestehen sollte, seinen eigenen Weg so zu gehen, wie ihn der Partner gehen möchte. Wenn du dich in einem Seminar wohlfühlst und deine Erfüllung findest, du dich entwickelst, dann ist das doch super. Doch erwarte nicht, dass dein Partner dort auch dieselbe Erfüllung findet.
Spiritualität ist für mich, wenn du versuchst, Gott im Gegenüber zu sehen. Spirituell sein heißt, sein Leben Gott zu widmen. Also wenn du am Wochenende heimkommst, ist nicht nur dein Mann am Fußballschauen – auch Gott in ihm schaut bei dir Fußball. Was für eine Ehre!
Versuche, dich darüber zu freuen, wenn du heimkommst und suche Gott in deinem Mann. Zugegeben, manchmal ist das vielleicht schwer, doch irgendwo wirst du ihn finden. Begegne deinem Mann mal so, als würdest du Gott begegnen. Wenn du Streit mit ihm hast, denke nicht, mein Mann schreit mich an, sondern Gott in ihm möchte die Erfahrung machen, wie es ist zu streiten.
Bedenke bei allen Situationen, dass der göttliche Teil im Anderen diese Erfahrungen machen möchte. Du wirst sehen, wenn du es so siehst, veränderst du deine Resonanz und du brauchst den Spiegel nicht mehr, den dir dein Mann vorhält.
Versuche vor allem nicht, ihn zu ändern, sondern erkenne Gott in ihm, und wie glücklich er ist. Wenn du selbst nicht glücklich bist, dann ändere deine Einstellung oder dein Leben, aber probiere nicht, dein Umfeld zu verändern.
Wenn du am Morgen vor dem Spiegel stehst und dich schminkst, schminkst du ja auch dich, du machst dich selbst schön und nicht dein Spiegelbild. Niemand kommt auf die Idee, sein Spiegelbild (Umfeld) zu schminken.
Nein, diese Veränderung machen wir bei uns selbst, und wenn wir dies in unserem Leben immer wieder bewusst machen: Den Spiegel um mich herum kann ich nicht ändern, doch wenn ich mich verändere, verändert sich auch mein Umfeld.“
Viel Spaß mit der Erkenntnis, dass sich in jedem Gott verbirgt. Auch in dir.

Pascal Voggenhuber live erleben! Auf dem BEWUSSTER LEBEN TAG am 20. Juli 2018 in Konstanz am Bodensee.

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Lesen Sie die komplette Kolumne in unserer Ausgabe bewusster leben 2/2018

 

 

 

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