Mit Ayurveda gut durch den Winter

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Unsere Kraft kommt aus der Mitte. Genauer gesagt wurzelt sie in einer starken Verdauung. Doch die zunehmende Kälte kann sie jetzt schwächen. Mit der indischen Gesundheitslehre können wir einiges dagegen tun.

In der über 5.000 Jahre alten ganzheitlich-traditionellen Heilkunst des Ayurveda („Wissenschaft vom Leben“) spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. „Jede Krankheit ist die Folge von Fehlfunktionen im Agni“, sagte der indische Arzt Charaka, der etwa 300 v. Chr. Kernstücke der ayurvedischen Literatur verfasste. Mit „Agni“ ist unser Verdauungsfeuer gemeint – der Schlüssel zu einer robusten Gesundheit. Deshalb gilt es in der kalten Jahreszeit darauf zu achten, dass unser Agni ordentlich lodert.

Verdauung gut – alles gut!

Funktioniert die Verdauung, wird gesundes Gewebe aufgebaut und regeneriert. Ein starkes Immunsystem schützt dann unser Gewebe und alles Überflüssige und Belastende wird vollständig ausgeschieden. Genau genommen meint der ayurvedische Begriff „Agni“ also alle Stoffwechselprozesse in ihrer Gesamtheit. Flackert jedoch statt einem lodernden Feuer nur ein schwaches Flämmchen, bekommen wir schnell Probleme. Denn unvollständig verdaute Nahrung kann zu Krankheiten führen. Ungesundes Gewebe entsteht, die Immunkraft wird geschwächt, uns steht insgesamt weniger Energie zur Verfügung. Zudem sammelt sich belastendes „Ama“ (Schlacken) in unserem Körper an. Dann kommt es beispielsweise zu einem aufgeblähten Bauch, Appetitlosigkeit, man fühlt sich müde und schlapp, neigt unter Umständen auch zu Verstopfung. Gerade in unseren Breitengraden kommen diese Symptome häufiger vor. Hauptursachen sind schlechte Ernährungsgewohnheiten, eine unpassende Auswahl und Kombination von Lebensmitteln, sowie ein hauptsächlich sitzender Lebensstil.

Routine und Mäßigung

Was, wie und wann wir essen, beeinflusst unsere gesamte Gesundheit und zwar weit über die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen hinaus.So dankt uns beispielsweise unser Körper Regelmäßigkeit. Nehmen wir jeden Tag zur selben Zeit Nahrung zu uns, kann er in diesem eingespielten Rhythmus Verdauungssäfte herstellen, die die Durchblutung und Hormonlage steuern und sich friedvoll auf seine Verdauungsaufgabe konzentrieren. Unser Körper ist ein komplexes Wunderwerk, bei dem Tausende kleine Prozesse wie Zahnräder ineinander greifen. Je ungestörter sie laufen können, desto besser fühlen wir uns.
Achten Sie deshalb stets auf eine harmonische, friedliche Atmosphäre bei Tisch. Meiden Sie unbedingt Streitgespräche beim Essen. Denn dann schütten werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet. In der Folge zieht der Körper das Blut aus den Verdauungsorganen ab und schickt es in die Muskeln – ein prähistorischer Reflex aus der Zeit, als wir noch flüchten und kämpfen mussten. Verdauen können wir aber nur im sogenannten Parasympathikus, nämlich dann, wenn unser Nervensystem auf Entspannung geschaltet ist.
Mittags ist der richtige Zeitpunkt für die Hauptmahlzeit, denn jetzt ist die Verdauungskraft natürlicherweise am stärksten. Bei der Mahlzeit wird der Magen nicht gefüllt, bis der Ranzen spannt, sondern nur etwa zur Hälfte mit fester Nahrung. Ein weiteres Viertel füllen wir am besten mit flüssiger Nahrung wie etwa nahrhaften Suppen. Ein Viertel des Magens bleibt leer. Isst man mehr, erlischt irgendwann das Agni und es sammelt sich Ama an. Ein Effekt, den Sie von Ihrer Spülmaschine kennen. Wird die zu voll beladen, kommt das reinigende Wasser nicht mehr überall hin. In der Folge nehmen Sie hinterher möglicherweise noch verschmutztes Geschirr heraus. Lassen wir unserem Magen also Platz zum Arbeiten, so dass sich alle Verdauungssäfte gut verteilen und durchmischen können. Deborah Weinbuch

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer bewusster leben Ausgabe 6/2018

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