Neue Seelenklänge finden

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Verlust, Trauer und Tragödien lassen unsere Seele wachsen. Davon ist Bettina-Suvi Rode überzeugt. Hier beschreibt sie, wie aus den Trümmern der Vergangenheit etwas Neues entstehen kann.

Wenn es um Achtsamkeit geht, fällt mir immer auf, dass Viele das Bewusstwerden des eigenen Ichs mit zu wenig Leichtigkeit verbinden. Achtsam sein und ein bewusster Umgang im Hier und Jetzt sollte zu unserem normalen Alltag gehören, Freude bereiten und keine lästige Aufgabe sein. Seit einigen Jahren arbeite ich als Medium, Coach und spirituelle Lehrerin in Deutschland – immer mehr auch im Ausland. Als Wegbegleiterin von Menschen in Krisensituationen treffe ich dabei oft auf Themen wie Trauer, Tod, Krankheit und Drama. Damit verbunden ist oft eine tiefe Traurigkeit und Einbuße der eigenen Identität, wenn die vermeintlich heile Welt nach einem Verlust oder einer schweren Lebenskrise zerbricht. Mein Bestreben ist es, die Schönheit und den Klang der Seele, die unter diesem Schmerz und oft auch tiefen Schuldgefühlen vergraben ist, wieder hervorzuholen und mit einem neuen „Ich“ zu verbinden.

Wer nicht den tiefen Schmerz von Verlust erlebt hat, lebt am Leben vorbei

Ich liebe die Bücher von Astrid Lindgren. Sie waren gute Wegweiser durch meine Kinderzeit und haben mir geholfen kleine und große Krisen zu überstehen. „Singt ruhig, ich erhole mich inzwischen ein bisschen“, sagt Pippi in meinem Lieblingsbuch von Astrid Lindgren. „Zuviel Gelehrsamkeit kann selbst den Gesündesten kaputtmachen.“ Recht hat sie, denn es geht darum, dass man in die innere Einkehr geht. Unser inneres Kind möchte unser persönliches Drama nicht ständig wiederkäuen, sondern nach Heilung für die Seele suchen. Eine Entlastung von unserem Seelenschmerz kann entstehen, wenn wir zulassen, aus der Vergangenheit aufzutauchen und ins Jetzt einzutauchen. Diese Heilung geschieht in der Ruhe, in der wir es schaffen, unser Gedankenkarussell anzuhalten. Meditation ist einer der wichtigsten Schlüssel dazu. Ganz oft höre ich aber: „Ich kann nicht meditieren. Mir fehlt die Ruhe dazu.“ Wenn ich dann aber frage: „Gehst du gern im Wald spazieren?“, wird das meist bejaht. Mein Rat ist dann, „Dann gehst du eben im Wald spazieren. Fühle bewusst den Boden unter deinen Füßen. Nimm den Geruch der Bäume und des Waldbodens wahr. Berühre die Blätter oder schau mal, ganz bewusst, wie viele Vogelarten du hören oder vielleicht sogar sehen kannst. Ist das genug Meditation für dich?“ Der meditative Zustand ist nichts, was man zwanghaft herbeiführen muss. Jeder kann ihn in einer für ihn passenden Form ausleben. Trau dich einfach zu experimentieren! Was hast du als Kind gerne getan? Dann aktiviere doch wieder die Interessen, die dir im Laufe des Lebens verlorengegangen sind. Kinder können so herrlich in ihrer Welt versinken. Auch das ist Meditation.

Aktiviere die Interessen, die dir im Laufe des Lebens verlorengegangen sind

Für einen meditativen Zustand braucht es nicht viel mehr als die Freude an den kleinen Dingen des Lebens. Ist es nicht viel wichtiger, dass man sich an positive Kleinigkeiten erinnert? Wir sind Seelen, die ganz unterschiedliche Erfahrungen in sich tragen. Teilweise sind diese auch mit vorherigen Leben verknüpft und beeinflussen unser jetziges Leben. Ich bin davon überzeugt, dass wir immer wieder neu inkarnieren, um als Seelen möglichst viele Erfahrungen zu machen. Da wir am besten aus negativen Erlebnissen lernen, gehören auch sie dazu. In unserer Seelenheimat ist dies so nicht möglich, weil wir dort nur die positiven Grundemotionen wie Liebe, Freude, Frieden, Harmonie und Balance kennen. Unsere Dramen gehören also zum irdischen Leben dazu wie das Salz in der Suppe. Über die Freude und Lebenslust des kleinen Kindes in uns können wir auch in den schwierigsten Zeiten wieder beginnen, uns mit unserer eigenen Seelenenergie zu verbinden. Wir erschaffen mit jedem Gedanken und mit jeder noch so kleinen Regung des emotionalen Herzens eine neue Realität. Nach einem Verlust möchten wir manchmal nicht in den Zustand des „Jetzt“ zurückkehren, sondern lieber in der Vergangenheit verweilen. Da kann es hilfreich sein, wenn wir die kindliche Herzensenergie in uns neu aktivieren. Es sind die ganz einfachen Dinge, die uns verbinden. Das Erlebnis von feuchter Erde unter den Füßen, wenn man die Schuhe auszieht und mit allen Sinnen erfährt, was Leben wirklich ist.

„Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt …“

Für mich ist Pippi Langstrumpf ein wunderbares Beispiel dafür, wie achtsam sein wirklich geht: mit Freude und Leichtigkeit und so den Stürmen des Lebens die Stirn zu bieten. Mit unseren positiven Gedanken erschaffen wir ein positives „Morgen“, auch wenn es im „Jetzt“ noch nicht möglich ist.

Kontakt
Bettina Suvi Rode
bettinasuvirode.de
jenseitskontakte-ruhrgebiet.de

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