Piccolo Paradiso

Nicole Renneberg hat einen Kraftort entdeckt: das La Gioia – mitten im grünen Herzen von Umbrien, umgeben von Wäldern, Feldern und eigenen Olivenhainen.

Mein Puls schlägt höher, als ich durch „Zufall“ lese, dass sich ein Schweizer Ehepaar vor zwanzig Jahren mit ganz viel Mut, aus dem buchstäblichen „Nichts“ einen Herzensort erschaffen hat. Also packe ich meine Familie ein und auf geht es nach Italien. Ich will dieses Naturparadies fernab von Hektik und die Geschichte „hinter den Menschen“ unbedingt kennenlernen.
La Gioia liegt ca. 30 Autominuten südlich von Assisi. Bei der Anreise mit dem Auto werden wir von der wunderschönen Landschaft Umbriens empfangen. Der erste Eindruck: Ich habe einen echten nachhaltigen Urlaubsort entdeckt – ein Piccolo Paradiso. Das Schweizer Ehepaar Marianne und Daniel Aerni begrüßt uns warmherzig. Schnell wird aus unseren Gesprächen und einem ersten Rundgang klar: Hier wird Nachhaltigkeit und Ökologie echt und authentisch gelebt – und noch dazu hochwertig. Es gibt zwar über 150 Öko-Siegel allein im Tourismus. Bei vielen jedoch ist das einzig Grüne die Farbe im Logo. Ganz anders ist es hier.

Luxus mit Achtsamkeit für die Natur

Mit viel Mut und der Vision aus diesem Ort etwas Besonderes zu schaffen, haben die Aernis eine 300-jährige Öl- und Kornmühle in ein zauberhaftes Gästehaus, eine kleine Residenz, verwandelt. Alles wurde nachhaltig, ökologisch saniert und mit viel Charme liebevoll eingerichtet. Neben Biogemüse für das hauseigene Restaurant produzieren sie in ihrem luxuriösen Agriturismo auch Olivenöl und in der eigenen Imkerei Blütenhonig.
Die Zeiten waren nicht immer einfach, doch es hat sich für die Aernis gelohnt, an ihrem Traum festzuhalten. Vielleicht macht es das Zusammenspiel der zwei Persönlichkeiten: Beide kommen vom Zürichsee. Daniel Aerni ist Schauspieler, Regisseur und aktuell Bauer, Gärtner und Handwerker. Marianne, Inneneinrichterin aus Leidenschaft.
Wir fühlen uns sofort wohl in der kleinen Anlage, die aus nur acht Appartements und einer Suite besteht und wohnen in einem umgebauten „Pferdestall“ mit hohen Wänden. Die Einrichtung spiegelt die umbrischen Erdtöne wider, Antiquitäten mischen sich mit Modernem, die Farben sind warm und natürlich. Dicke Steinwände schützen vor der Sommerhitze und im Winter sorgt die Bodenheizung für wohlige Wärme. Und noch etwas passiert inmitten der über 1000 Olivenbäume: Wir werden stiller und leiser – und ohne dass wir uns abgesprochen hätten – flüstern wir fast. Alles ist hier ungezwungen: Unser Hund Henny wird freudig von Gastgeber Hund Tom begrüßt und darf sich frei in der Anlage bewegen. In der Umgebung kann man die Bergwelt der Monti Sibillini mit dem Piano Grande, der größten Hochebene Europas, entdecken. Man kann durch endlose Olivenhaine streifen oder entlang stiller Kanäle in der Valle Umbra joggen. Von La Gioia aus gibt es zudem viele schöne, auch kürzere Wanderungen.

So wird ­nachhaltiges Reisen zur Selbst­verständlichkeit

Unser Frühstück wird uns morgens in einem Körbchen leise vor die Tür gestellt und enthält nur gesunde, regionale Sachen und nur das, was man wirklich möchte und verbrauchen kann. Auch ein nachhaltiger Gedanke, denn wir kreuzen auf einem Zettel an, was wir am nächsten Tag möchten. So landet nichts im Müll. Lina, unsere Tochter, sagt: „Luxus ohne Verschwendung“. Und das trifft es gut.
Ich denke mir: Was bringt uns ein reichhaltiges Bio-Buffet in der Karibik, wenn die Hotelmitarbeiter in Armut leben und der lange Flug durch den Ausstoß der CO2-Emissionen die Umwelt belastet. Nachhaltig reisen sollte für jeden zur Selbstverständlichkeit werden.
Abends genießen wir am wärmenden Kamin unser Essen im Sala Rossa: Der wunderbare Koch Paolo bereitet die Speisen leicht, gesund, natürlich und modern zu. Die Karte reicht von Fleisch über vegetarisch bis Fisch. Dabei schlendert Paolo vor der Zubereitung durch den Kräuter- und Biogarten von La Gioia und was nicht aus dem Garten kommt, wird möglichst regional in der Umgebung eingekauft.
Die Eier werden übrigens von den hauseigenen Hühnern gelegt und die ausgezeichneten umbrischen Weine schlummern im tiefem Hotelkeller. Und wenn ich jetzt noch weiterschreibe und in Erinnerungen schwelge, lege ich gleich alles nieder, setze mich ins Auto und fahre schnurstracks noch einmal zur La Gioia – zum Abendessen könnte ich es noch schaffen.
Nicole Renneberg
Mehr Infos über das Piccolo paradiso in Umbrien unter www.lagioia.biz

Nicole Renneberg ist seit 20 Jahren Filmproduzentin, ganz aktuell Initiatorin und Moderatorin des ganzheitlichen Film-Online-Magazines www.gesundheitslounge.de. Hier geht’s zum Film “La Gioia – eine Oase der Ruhe in Umbrien
Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 4/2022


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