Rettet den Winter!

Winterurlaub: Das ist beinahe zum Synonym für Skifahren und Umweltsünden geworden. Doch die geliebte Winterauszeit kann man auf viele andere Arten genießen. Wir zeigen, wie das nachhaltig und umweltfreundlich funktioniert.

Die Piste ist überfüllt und der Kunstschnee schmilzt unter den Skiern weg. Dann ist da auch noch das schlechte Gewissen, das einen plagt: fliegen, Auto mieten, neue Skiausrüstung. Eigentlich ist das mit dem Klimaschutz ja echt wichtig. Doch Skiurlaub ist Tradition und Abschalten pur. Irgendwie muss man sich ja vom Arbeitsleben erholen. Auch wenn das lauschige Skiörtchen längst zu einem massiven Skiressort geworden ist und die Wintergefühle sich im Kunstschneenebel nicht so ganz einstellen wollen.

Der Winter hat noch mehr zu bieten als Skifahren

Es ist Zeit, den Winterurlaub neu zu denken. Denn die kalte Jahreszeit hat noch mehr zu bieten als Skifahren. Von Schneeschuhwandern, Reiten bis hin zu Schlittenfahrten – die Magie des Winters lässt sich auf unterschiedlichste Weise entdecken. Und das, ohne sie zu bedrohen. Denn der Winter ist in Gefahr: Heutzutage gibt es kaum ein Kind, das sich an weiße Weihnachten oder Schlittschuhlaufen auf zugefrorenen Seen erinnern kann. Milde Winter folgen auf tropische Sommer.
Der Klimawandel findet schon längst nicht mehr in der Zukunft statt – er ist bereits eine langsam heranschleichende Realität. Doch wir können selbst im Urlaub etwas dagegen unternehmen. Zur Inspiration haben wir sieben Tipps für dich, damit du während deines Winterurlaubs einen ökologischen Fußabdruck im Schnee hinterlässt:

1. Der Weg ist das Ziel

Paradox eigentlich: Zum Entschleunigen beschleunigen wir erst einmal kräftig. Mit 900 km/h geht es mit dem Flieger in die Alpen. Oder, wer es warm haben möchte, noch darüber hinaus. Dabei kann der Weg schon Teil des Ziels sein. Über München und Freiburg gibt es zahlreiche Direktverbindungen mit der Bahn in paradiesische kleine Alpenstädtchen Österreichs, Südtirols und der Schweiz. Eine Platzreservierung am Fenster in einem Ruheabteil garantiert ein paar entspannte Stunden mit sagenhaftem Ausblick.

Und auf das Fliegen zu verzichten, ist vielleicht der wichtigste Punkt auf deiner Liste für einen nachhaltigen Urlaub. Mit Hin- und Rückflug ist man oft auch innerhalb des deutschsprachigen Raums schon bei dem Verbrauch einer ganzen Tonne CO2. Im Vergleich: Die Durchschnittsperson verbraucht im Laufe eines Jahres gerade mal 4,7 Tonnen CO2 – Essen, Wohnen, Tanken inklusive. Mit einer Bahnfahrt reduziert man seinen CO2 Verbrauch beim Reisen um etwa das Zehnfache. Und viele Bahnen fahren bereits ganz mit Ökostrom. Das lohnt sich also. Nicht nur für die schöne Aussicht, sondern auch für die Umwelt.

2. Den Winter in seiner ganzen Vielfalt entdecken

Auf zwei Brettern einen Hang hinunterzurasen, schadet dem Klima erst einmal wenig. Doch zum Skifahren braucht es nicht nur Schnee, sondern auch eine Schneedecke mit besonders hoher Dichte. Und in etwa 70 Prozent der Pistenflächen in den Alpen ist das nicht mehr gegeben. Die Antwort lautet: Kunstschnee. Und hier liegt das Problem. Mit dem Wasserverbrauch einer Großstadt entstehen Schneebänder zwischen Teils grün gebliebenen Feldern. Auch im Sommer sind diese Bänder noch sichtbar. Denn der Boden wird vom Kunstschnee oft schwerwiegend geschädigt. Dieser ist dichter und lässt den Grund tiefer gefrieren als echter Schnee. Die Folge: Mikroorganismen, Wurzeln und Pilze werden abgetötet.

Doch es gibt zahlreiche Alternativen, wie man die langen Tage im Winterurlaub füllen kann: Schlittenfahren, Reiten, Schneeschuhwandern brauchen keine allzu dichte Schneedecke und sind auch an Orten möglich, die zum Skifahren nicht mehr geeignet sind. Und für wen die Skier unabdingbar sind, der kann sich einmal am Langlauf versuchen, denn auch dafür genügt eine geringe Schneedichte.
Ein Pluspunkt ist ebenfalls, dass man für all diese Aktivitäten nicht auf die überfüllten Skigebiete angewiesen ist. Und nichts passt mehr zum Winterurlaub, als ein verschlafenes kleines Nest mit schmucken Häuschen, wo am Horizont nur Wäldchen und Bergkuppeln zu sehen sind.

3. Im Einklang mit der Natur

Gast sein: Das ist wohl das Herzstück eines jeden Urlaubs. Doch oft vergisst man, dass man nicht nur Gast in einem Hotel oder einem Örtchen ist. Sobald man Wandern, Rodeln oder Langlaufen geht, ist man Gast in der heimischen Natur. Auch wenn die verschneite Landschaft einem ausgestorben vorkommt, der Schein trügt. Auerhühner, Murmeltiere, Rothirsche und Gämse sind nur ein kleiner Teil der Tiere, die die Alpen ihr Zuhause nennen. Und genau dieses Zuhause gilt es mit Rücksicht zu betreten. Denn alpine Wildtiere sind auf lange Ruhephasen im Winter angewiesen. Um diese nicht zu stören, ist es besonders wichtig, Wildschutzzonen zu respektieren, wenn möglich auf den Wegen zu bleiben und ganz wichtig: Den eigenen Müll wieder mitzunehmen …
Mariele Diehl

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer bewusster leben Ausgabe 6/2022



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