„Schon als Kind steckte ich meine Nase in jede Blüte“

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Naturparfums verströmen Lebensfreude, Kraft und Sinnlichkeit. Ein eigenes Parfum kreieren, das würden viele gern. Aber wie wird man eigentlich Parfumeurin? Wir sprechen mit Josephine Ademi über ihren außergewöhnlichen Beruf.

Liebe Josephine, wie müssen wir uns Ihre Arbeit vorstellen? Sitzen Sie den ganzen Tag im Duftlabor?
Nein, im Grunde genommen lässt mir die Arbeit als Parfumeurin viel Freiraum. Ich bin zwar sehr oft in meinem Duftlabor, habe aber auch ruhigere Phasen, wo ich mich dann mit anderen Dingen beschäftige, die mit meiner Tätigkeit zusammenhängen, wie zum Beispiel Werbung, Vertrieb und Pressearbeit. Im letzten Jahr kam meine Arbeit als Autorin hinzu. In Zusammenarbeit mit dem Joy Verlag ist mein Buch „Naturparfum – Balsam für Körper, Geist und Seele“ entstanden. Wenn ich in meinem Duftlabor sitze, dann entweder, um neue Chargen meiner Düfte herzustellen oder, was noch aufregender ist, um mit neuen Duftkompositionen zu experimentieren. Bevor ein neuer Duft entsteht, der dann am Ende perfekt abgerundet ist, können Monate oder Jahre vergehen.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein neues Parfum kreieren?
Nachdem ich mir ein Duftthema ausgesucht habe bzw. die passende Idee für das neue Parfum gefunden habe, setze ich mich allein an meinen Arbeitsplatz und fange an die einzelnen ätherischen Öle, welche bei mir alle in Violett- oder Braunglasflaschen gelagert sind, zu mischen. Bei der Auswahl meiner duftenden Essenzen, die ich weltweit einkaufe, achte ich immer auf bestmögliche Bioqualität. Wenn die erste Variante einer Duftkomposition entstanden ist, notiere ich mir diese Parfumformel in meinem Rezepturenbuch. Nun warte ich einige Tage, ehe sich alle einzelnen Duftbausteine im Parfum gut verbunden haben. Dann wird die Variante eins meiner neuen Duftkreation auf der Haut und verschiedenen Duftstreifen getestet. Ist sie etwa schon gut genug? Danach folgen meist viele kleine Veränderungen der ersten Duftvariante. Alle einzelnen Duftformeln notiere ich dann, damit ich später meine Arbeit gut nachvollziehen kann. Dann wähle ich die beste Variante der Parfummischung aus, worauf der notwendige Filterungsprozess folgt. Der fertige Duft geht schließlich in mein Partnerlabor, das verschiedene Untersuchungen durchführt.

Wo finden Sie Inspiration für einen neuen Duft?
Eine wichtige Quelle neuer Inspirationen liegt für mich in der Natur. Sie ist so mannigfach und prächtig, dass ich dort sowohl die nötigen Ideen, als auch die Ruhe finde, um schöpferisch arbeiten zu können. Gerne beobachte ich jetzt im Sommer das bunte Treiben in der Natur. Alles ist lebendig, fröhlich, es „tanzt“. Generell gehe ich viel spazieren und bewege mich gern im Freien. Es ist auch möglich, dass ein neuer Duft durch eine schöne Reise, eine interessante Lebenssituation, eine mir nahestehende Person oder eine schöne Melodie entsteht. Ein guter Duft entsteht bei mir aus einem positiv oder intensiv empfundenen Erlebnis heraus. Das Gefühlte wird dann in die so unglaublich facettenreiche Sprache der Duftwelt übersetzt.

Das Buch von Josephine Ademi “Naturparfum – Balsam für Körper, Geist und Seele” können Sie hier bestellen.

Das ganze Interview finden Sie unserer bewusster leben Ausgabe 5/2018

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