So werde ich zum Lebenskünstler!

Oft laufen wir mit Scheuklappen durch die Welt und können ihre Schönheit gar nicht richtig genießen. Dabei haben wir doch nur dieses eine Leben! In jedem von uns schlummert eine tiefe Sehnsucht, die nur darauf wartet, geweckt zu werden. Also höchste Zeit, dass wir sie wachküssen.

Auch wenn es uns nicht gefällt: Auf die meisten Ereignisse in unserem Leben haben wir wenig Einfluss. Letztlich kann uns keine noch so gute Strategie und keine noch so hohe Versicherungspolice vor den Unwägbarkeiten des Lebens absichern. Wie wir darauf jedoch reagieren, und ob wir angesichts dessen in Verzweiflung verfallen oder unsere Hoffnung bewahren, das liegt ganz in unserer Hand. Denn wir können uns immer und in jeder Situation dafür entscheiden, das Beste aus unserem Leben zu machen. Selbst dann, wenn es gerade nicht so läuft, wie wir es uns wünschen.

Die Kraft unserer Gefühle

Der griechische Philosoph Epiktet formulierte schon vor mehr als 2000 Jahren den entscheidenden Hinweis: „Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen und Urteile über die Dinge“. Es hängt also maßgeblich von unserer eigenen Interpretation ab, welche Gefühle in uns aktiviert werden. Und je nach Blickwinkel können wir neue Herausforderungen als Chance oder als Mühsal erleben. Was mit einem pessimistischen Blick noch schwer und unlösbar erscheint, stellt sich aus einer optimistischen Warte betrachtet gleich ganz anders dar. Dann nämlich fragen wir uns: „Wie kann ich das Problem lösen? Wozu mag es gut sein? Kann ich etwas daraus lernen?“

Wie wir unser Gehirn auf Lebenskunst einstimmen

Deshalb gilt die Fähigkeit, Perspektiven wechseln zu können, als der Schlüssel für ein gelingendes Leben und wahre Lebenskunst. Wenn es uns gelingt, erst einmal innezuhalten und uns zu fragen, welche möglichen Interpretationen eine schwierige Situation bietet, öffnen wir uns nicht nur neuen Einsichten, sondern zugleich auch neuen Handlungsmöglichkeiten. Und wenn wir das, was uns widerfährt, nicht immer gleich persönlich nehmen würden, blieben uns viele unnötige Verletzungen erspart. Unsere Toleranz und das Verständnis für andere würden wachsen und das Konfliktpotenzial abnehmen. Es lohnt sich daher, schwierige Lebenssituationen unter verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und eine jener sinnstiftenden Erkenntnisse des Dalai Lama im eigenen Leben umzusetzen: „Je mehr Perspektiven wir uns eröffnen können, desto glücksversprechender ist unser Leben“.

Herausfinden, was uns stark macht

Ja, das Leben ist schön! Und wir können uns für ein gutes Leben entscheiden, indem wir uns auf das Positive ausrichten, die kleinen und großen Freuden des Lebens in den Blick nehmen und auch die Schwierigkeiten als Chance begreifen, um als Mensch daran zu reifen. Denn darum geht es doch: Bewusst im Hier und Jetzt leben und sich auf das Schöne im Alltag besinnen. Offen sein für die bewegenden Momente des Menschseins und sich die kindliche Begeisterungsfähigkeit bewahren. Auch mal was riskieren und die Erfahrung machen, dass das Leben trägt. Und herausfinden, was die Seele stark macht, um für die Stürme des Lebens gewappnet zu sein.
Christa Spannbauer

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 3/2017

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Ein Gedanke zu „So werde ich zum Lebenskünstler!“

  1. Wir sind die Basis einer Pyramide!
    Wir sorgen als Produzenten, Konsumenten, als Kunden und Patienten, als Klienten und als potentielle Delinquenten, für den sich beschleunigenden Strom der Waren, Finanzen und Daten, im Stoffwechsel eines ‘pyramidalen’ Organismus. Nachdem wir das Ertragsnutzenkalkül eines besinnungslosen Fortschritts im Wachstum verinnerlicht haben, empfinden wir den Raub der Selbstbestimmung und Identität nicht mehr als Verlust. Auf die atomare Einheit der Existenz reduziert, reihen wir uns ein, in die weltweiten Ströme der dynamischen Massen. Dabei steht die Isolation im Nahfeld der Beziehungen, in einem krassen Gegensatz zur Identifikation mit einem globalen Bewußtsein. Über die Instrumentalisierung religiöser Bedürfnisse, werden die Menschen zur Opferung der eigenen Identität gerufen, und zum Dienst für einen allumfassenden Welt-Ethos vorbereitet
    Wer sich nicht von Verschwörungstheorien verwirren lassen will, dem hebt sich mit dem Buch: „Das pyramidale Prinzip 2.0“ von Franz Sternbald, der Schleier, und gewährt dem Leser einen unverstellten Blick auf das Wesen des Willens zur Macht! Gleichzeitig ist es ein leidenschaftliches Plädoyer für einen aufgeklärten Glauben, der sich, nach Kierkegaard, auch dem fundamentalen Zweifel stellen muß, sowie die Rettung der Würde des Individuums, gegen die kollektive Vereinnahmung, und seiner Zurichtung für die Zwecke eines globalen Marktes. Hier wird der Versuch unternommen, das Bewußtsein von einem Erlösungsbedürfnis aus der ‚Selbstentzweiung’ des Willens in der Natur zu erklären, und die Selbstentfremdung des Menschen aus seiner ‚Seinsvergessenheit’. Dem überzeugten Christen verschafft die Beschäftigung mit der Analyse des Willens zur Macht von Schopenhauer, über Nietzsche bis Heidegger, ein freieres Auge. Deren Aktualität steht nicht im Widerspruch zu einer christlichen Deutung der Weltgeschichte, sondern liefert vielmehr deren Bestätigung. L.G. Sternbald

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