Stressbedingter Haarausfall und Entspannungsmethoden als Gegenmittel

Wenn das Haupthaar sich sichtbar lichtet und jeden Tag immer mehr Haare im Abfluss der Dusche oder des Waschbeckens landen, scheint die Diagnose klar: Haarausfall, in der Medizin auch als Alopezie bekannt. Doch ganz so einfach ist es nicht. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Ursachen, die dafür verantwortlich sein können. Von erblich bedingtem Haarausfall (auch als androgenetische Alopezie bekannt) über Haarausfall aufgrund von Nährstoffmangel bis hin zu stressbedingtem Haarausfall: im Fall der Fälle gilt es genau hinzuschauen, um die Ursache für den Haarausfall zu identifizieren.

Während sich erblich bedingter Haarausfall bei Mann und Frau als meist verbreitete Ursache für Haarausfall recht schnell durch den meist typischen Verlauf und durch einen Blick auf die übrigen Familienmitglieder identifizieren lässt, muss man in anderen Fällen schon genauer hinschauen. Denn Stress oder Nährstoffmangel können ebenso Gründe für den Verlust von Haaren sein – und sind als Ursache mitunter deutlich schwerer auszumachen. Doch wie äußert sich stressbedingter Haarausfall eigentlich genau? Und die wichtigste Frage: Was kann man als Betroffener tun, um gegen den Stress und den damit verbundenen Verlust der Haare anzukämpfen?

Wie äußert sich stressbedingter Haarausfall?

Während erblich bedingter Haarausfall oftmals daran zu erkennen ist, dass sich die kahlen Stellen von den sogenannten Geheimratsecken bis hin zur vollständigen Glatze entwickeln, sieht es bei anderen Gründen für eine Alopezie mitunter anders aus. Charakteristisch für den Haarausfall im Rahmen einer Autoimmunerkrankung zum Beispiel ist der kreisrunde Haarausfall, der an scheinbar beliebigen, einzelnen Stellen auftreten kann.

Und bei stressbedingtem Haarausfall? Hierbei handelt es sich meist um sogenannten diffusen Haarausfall. Das bedeutet, dass die Haare auf dem Kopf gleichmäßig dünner werden und nicht etwa nur einzelne Stellen betroffen sind. Für diese Art von Haarausfall kann es zunächst einmal vielerlei Gründe geben. Neben einem veränderten Hormonhaushalt in den Wechseljahren zum Beispiel auch Funktionsstörungen der Schilddrüse oder Nährstoffmangel. Aber eben auch Stress.

Ob eine emotionale Belastung im Rahmen einer Beziehung, Leistungsdruck auf der Arbeit oder die Folgen zu harten Trainings im Leistungssport: jeder Mensch ist sicher schon mindestens einmal durch eine stressige Phase gegangen. Gerade auf lange Sicht stellen solche Phasen eine Belastung für den Körper dar.

Diese Belastung trifft auch die Haare. Man vermutet, dass Dauerstress die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Körper ansteigen lassen. Das führt letzten Endes zu einer Schwächung der Haarwurzeln und nach zwei bis drei Monaten zum diffusen Haarausfall. Doch dabei handelt es sich nicht um eine Einbahnstraße. Vielmehr kann man dem Verlust der Haare entgegenwirken, indem der Stress als eigentliches Problem bekämpft wird.

Welche Gegenmittel helfen bei stressbedingtem Haarverlust?

Stressbedingtem Haarausfall begegnet man am besten, indem man die dem Problem zugrunde liegenden Ursachen angeht. Konkret bedeutet das ein durchdachtes Stress-Management, um die Ursachen für den stressbedingten Haarausfall im wahrsten Sinne des Wortes bei der Wurzel zu packen. Doch welche Methoden sind dafür geeignet?

Entspannungsübungen gegen stressbedingten Haarausfall

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass jeder Mensch anders auf Stress reagiert und daher auch unterschiedliche Maßnahmen ergreifen sollte, um diesen zu bekämpfen. Unabhängig davon gibt es eine Reihe von Entspannungsübungen, die Stress und damit auch den damit verbundenen Haarausfall bekämpfen können. Die folgenden Entspannungsübungen sind jedoch für alle Menschen gleichermaßen geeignet.

Akupunktur

Vor Jahren noch höchstens Eingeweihten ein Begriff, hat sich die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) längst auch in der westlichen Welt etabliert. Ein zentrales Konzept dieser Lehren ist die Akupunktur. Dass diese ein wirksames Mittel gegen Stress sein kann, hat die Weltgesundheitsorganisation sogar bereits im Jahr 2002 bestätigt.

Atemtherapie

Klar, Atmen ist etwas Alltägliches – ja, sogar zwingend Lebensnotwendiges. Doch heißt das auch automatisch, dass wir zu jeder Zeit richtig atmen? Welchen Effekt eine konzentrierte Atmung auf das Wohlbefinden haben kann, zeigt eine Atemtherapie. Hier wird mittels spezieller Atemtechniken der Körper zur Ruhe gebracht und das Herz-Kreislauf-System aktiviert. Durch regelmäßige Übungen ist es so möglich, Symptome wie Stress, aber auch Depressionen oder Angstzustände, effektiv zu bekämpfen.

Autogenes Training

Bei Autogenem Training handelt es sich um ein auf der sogenannten Autosuggestion beruhendes Entspannungsverfahren, das vor allem gegen Stress entwickelt wurde. Autogenes Training baut auf formelhaften Redewendungen auf, die ins Unterbewusstsein vordringen und einen gewünschten Glaubenssatz verankern sollen. Im Grunde “pflanzt” man sich dabei also positive Gedanken ins Unterbewusstsein ein. So polt man seine Grundstimmung regelrecht vom Negativen ins Positive und ist dadurch in der Lage, Stress und die ihm zugrunde liegenden Ursachen effektiver zu bekämpfen.

Meditation

Meditieren gilt als eine der effektivsten Waffen gegen Stress. Kein Wunder, dass sich diese Form der Entspannungsübung in der jüngeren Vergangenheit einer immer größeren Beliebtheit erfreuen durfte. Meditation stimuliert nachweislich den als “Ruhemuskel” geltenden Parasympathikus. Diese Stimulation resultiert in einem tiefen Zustand der Entspannung und Erholung – das exakte Gegenteil von Stress. Durch regelmäßiges Meditieren lässt sich Stress also effektiv bekämpfen.

Das beste Mittel gegen stressbedingten Haarausfall: das Problem bei der Wurzel packen

Anders etwa als bei erblich bedingtem Haarausfall ist es bei stressbedingtem Haarausfall also nicht immer einfach, die Symptome und ihre Ursachen schnell zu erkennen. Umso wichtiger ist es, dass man gegensteuert, sobald ein erhöhtes Maß an Stress festgestellt wurde. Denn auf Dauer schadet dieser nicht nur den Haaren, sondern dem ganzen Körper. Bewährte Entspannungstechniken wie Meditation oder Autogenes Training können ein effektives Mittel sein, um diesen Stress zu bekämpfen. Aber auch Hobbys oder das intensivere Pflegen von sozialen Kontakten können dazu beitragen, den Stress und seine Folgen zu bekämpfen. Unterstützend kann ein coffeinhaltiges Shampoo die Haare widerstandsfähiger gegen den Stress machen, indem der Wirkstoff die benötigte Energie an die Haarwurzeln bringt.

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