Vegan durch die Wechseljahre

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Wie Sie mit einer rein pflanzlichen Ernährung in schwierigen Zeiten zu mehr Leichtigkeit finden.

Gewichtszunahme, Migräne, Unwohlsein: Auch Annette Nellessen blieb von den typischen Symptomen der Wechseljahre nicht verschont. Obwohl mehrere Ärzte der Autorin und Ernährungsexpertin zu einer Hormonersatztherapie rieten, entschied sie sich – nicht zuletzt aufgrund des erhöhten Krebsrisikos durch künstliche Hormone – dagegen und fand die Lösung in einer veganen Ernährung. Wie sie es schaffte, sämtliche tierische Lebensmittel von ihrem Speiseplan zu streichen und welch positive Auswirkungen diese Entscheidung auf ihr Leben hatte, erzählt sie in ihrem Buch „In Topform durch die Wechseljahre – Der vegane Gesundheits- und Ernährungsratgeber“.

Keine Angst vor Veränderung

Mit den Wechseljahren beginnt eine neue Lebensphase – und der sollten wir nicht negativ gegenüberstehen, sondern sie vielmehr zum Anlass nehmen, alte Gewohnheiten zu überdenken und diese zum Positiven zu verändern. Auch wenn es in unserer Gesellschaft schwer fällt: Mehr Achtsamkeit im Alltag ist der Schlüssel zum Glück! Hören Sie auf, sich mit jüngeren Frauen zu vergleichen, haben Sie keine Angst vor dem Altern, fangen Sie an, auf Ihren Körper zu hören – und versorgen Sie ihn mit all dem, was er wirklich braucht. „Mit der richtigen Ernährung und Fitness können Sie sich mit 50 tatsächlich körperlich und mental besser fühlen als mit 25“, so Annette Nellessen.
Bereits kurze Zeit nach ihrer Umstellung auf eine rein pflanzliche Kost erreichte sie ihr Wohlfühlgewicht, hatte weniger Kopfschmerzen und Hitzewallungen, verbesserte Blutdruck- und Schilddrüsenwerte sowie ein stärkeres Immunsystem und eine gesündere Verdauung. Sogar die durch ihre autoimmune Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis hervorgerufenen Beschwerden gingen deutlich zurück. Ihr Geheimnis? Keine Diät, sondern eine ganzheitliche Ernährungsumstellung für ein rundum glückliches und gesundes Leben.

Mit veganer Ernährung zum Wohlfühlgewicht

Dass der Verzehr von tierischem Eiweiß in direktem Zusammenhang mit Übergewicht und schweren Krankheiten wie Schlaganfälle, Diabetes, Rheuma und Krebs steht, wird von immer mehr Studien belegt. Pflanzliche Lebensmittel hingegen stecken voller sekundärer Pflanzenstoffe, Antioxidantien, Enzyme, Mineralien und Vitamine, hochwertigem Protein und gesunden Fettsäuren. Gleichzeitig enthalten die meisten von ihnen nur wenige Kalorien. Wer zu frischen, vollwertigen Bio-Produkten greift, kann sich also ohne schlechtes Gewissen satt essen und ganz nebenbei überschüssige Pfunde verlieren. Ideal ist laut Annette Nellessen ein hoher Anteil an naturbelassenem chlorophyllreichem Gemüse, Salaten und reifem Obst – am besten in Form von Rohkost. Darunter versteht man nicht etwa rohe Karotten- und Kohlrabi-Sticks, sondern Mahlzeiten, die nicht über 42 Grad erhitzt werden und so besonders gut vom Körper verwertet werden können. Abgerundet wird der Speiseplan durch Hülsenfrüchte, hochwertige Öle, Samen, Nüsse und glutenfreies Pseudogetreide, wie Quinoa und Buchweizen.
Dass all diese Zutaten keinesfalls langweilig sind, sondern sich in köstliche Gerichte verwandeln lassen, wird im Rezeptteil der Autorin deutlich: Von glutenfreien Brötchen mit Himbeer-Rosenblüten-Marmelade über fruchtige Smoothies und knackige Salate bis hin zum bunten Gemüse-Curry eröffnet die vegane Küche völlig neue Geschmackswelten. Allzu gerne macht die Pharmaindustrie die Wechseljahre zu einer Krankheit, die sich nur mit einer Hormonersatztherapie in den Griff bekommen lässt. Doch das ist sie nicht – sie ist ein natürlicher Vorgang, bei dem sich die Zusammensetzung der Hormone im weiblichen Körper ändert. Dies kann zwar zu unangenehmen Begleiterscheinungen, wie Gewichtszunahme, Osteoporose, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder auch Depressionen führen. Entgegen der Meinung vieler Ärzte sind aber keine künstlichen Präparate nötig, um diese Beschwerden zu mindern. Mit einem Mix aus veganer Ernährung und ausreichend Bewegung lassen sich alle Symptome problemlos in den Griff bekommen. Machen Sie sich eines immer bewusst: Die wenigsten Ärzte sind Ernährungsexperten – und die Pharmaindustrie hat bestimmt kein Interesse daran, dass wir Zivilisationskrankheiten mit einem gesunden Lebensstil vorbeugen. Viel lieber begleitet sie uns medikamentös durch unseren Leidensweg. Nehmen Sie Ihre Gesundheit also lieber selbst in die Hand und geben Sie der veganen Ernährung eine Chance – Sie werden schnell merken, wie positiv die richtigen Lebensmittel sich auf Ihren Körper und Geist auswirken können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nicht nur Umweltgifte und tierische Lebensmittel machen unserem Körper zu schaffen, auch permanenter Stress kann unseren Organismus schwächen und uns anfälliger für Krankheiten machen – sowohl physisch als psychisch. Gerade während der Wechseljahre ist es daher wichtig, sich auf seine Bedürfnisse zu besinnen und kleine Rituale einzuführen, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Bewegung und Sport sind für Annette Nellessen neben einer ausgewogenen Ernährung die Grundpfeiler eines gesunden Lebensstils – dabei ist es Ihnen überlassen, ob Sie sich lieber beim Yoga entspannen oder beim Radfahren verausgaben. Genießen Sie diese Momente ganz bewusst und gönnen Sie sich regelmäßige Auszeiten, in denen Sie ganz bei sich sind.

Aller Anfang ist schwer

Es ist nie leicht, alte Gewohnheiten abzulegen und seinen Lebensstil zu ändern. So kann der Verzicht auf tierische Lebensmittel und zuckerhaltige Nahrung anfangs zu Entgiftungserscheinungen, wie Übelkeit, Verdauungsstörungen oder Kopfschmerzen, führen. Vielleicht kostet es Sie auch einiges an Überwindung, regelmäßig zum Sport zu gehen. Das ist vollkommen okay. Aber: Lassen Sie sich davon nicht abbringen – schon bald werden Sie mit weniger Körpergewicht, mehr Energie und einem klaren Geist belohnt. Eine bewusste, pflanzliche Ernährung kann die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren – und das hilft Ihnen dabei, sich auch während der Wechseljahre rundum wohlzufühlen.

Elisa Brunke

Den Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 5/2017

 

Würzige Süßkartoffel-Chips

Würzige Süßkartoffel-Chips sind eine gesunde und äußerst leckere Alternative zu fettigen Kartoffelchips. Das einzigartige Rauchsalzaroma verfeinert die herzhafte Knabberei.

Zutaten

2-3 mittelgroße Süßkartoffeln
(ca. 500 g)

 Für die Marinade

100 g Sonnenblumenkerne

30 g Mandeln

1 kleine Zwiebel

1 TL Ganzkorn-Senf

1 TL Paprikapulver, edelsüß

1TL Salz

1 Messerspitze Chili

1 EL Apfelessig

2 EL Rapsöl

½ TL Rauchsalz

50 ml Wasser

Etwas Salz

Zubereitung

  1. Süßkartoffeln waschen, schälen und in feine Scheiben schneiden.
  2. Zutaten für die Marinade im Mixer zu einer Creme pürieren und abschmecken.
  3. Mit sauberen Händen die Süßkartoffelscheiben mit der Marinade einreiben, sodass sie gleichmäßig, aber nicht zu dick auf den Scheiben verteilt ist.
  4. Mehrere Dörrgitter mit der vorgesehenen Antihaftfolie belegen. Die marinierten Süßkartoffel-Chips einzeln darauf verteilen. Bei 42° C im Dörrautomat (z.B. Sedona) 3 bis 4 Stunden antrocknen. Dann umdrehen und durchtrocken, bis sie schön knusprig sind.

TIPP: Wenn Sie keinen Dörrautomat besitzen, können Sie die Süßkartoffel-Chips auch im Ofen bei niedrigster Temperatur (ca. 50° C) trocknen. Um die Feuchtigkeit auszuleiten, sollten Sie dabei die Ofentür mithilfe eines eingeklemmten Holzlöffels leicht geöffnet halten. Damit sich der Aufwand lohnt, produziert man am besten gleich mehrere Chips-­Sorten.

Japanische Nudelsuppe

Eine asiatische Nudelsuppe schmeckt immer und wärmt besonders in der kalten Jahreszeit. Verwenden Sie dafür Ihren selbstgemachten Gemüsefond und nach Lust und Laune allerlei frisches Gemüse und Kräuter.

Zutaten für 2 Personen

200 g Reisnudeln

600–700 ml Gemüsefond

1 rote Paprika

1 Karotte (z.B. rote Karotte)

½ Fenchelknolle

1 kleine Pastinake

1 kleine Petersilienwurzel

1 kleine Selleriestange

2-3 Blätter Chinakohl (oder
Weißkohl)

2 cm großes Stück frische
Ingwerwurzel

1-2 Frühlingszwiebeln

10 Shiitakepilze

Frisches Koriandergrün oder Petersilie

Optional

Tamarisauce oder Misopaste

Zubereitung

  1. Karotte, Pastinake, Petersilienwurzel waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden.
  2. Paprika und Fenchel waschen, in Streifen schneiden.
  3. Stangensellerie waschen und in kleine Scheiben schneiden.
  4. Shitakepilze waschen.
  5. Ingwer waschen, schälen und fein hacken.
  6. Koriander waschen und fein hacken.
  7. Frühlingszwiebel waschen und in feine Ringe schneiden.
  8. Gemüsefond erhitzen, vorbereitetes Gemüse und Ingwer zugeben und etwa 10 bis 15 Minuten ganz leicht köcheln (simmern) lassen – das Gemüse sollte noch knackig sein. Die Suppe mit Salz abschmecken.
  9. In der Zwischenzeit die Reisnudeln nach Vorgabe des Herstellers in reichlich Wasser mit einer Prise Salz garen und abgießen.
  10. Fertige Reisnudeln auf zwei schöne Suppenschalen verteilen, die Suppe darübergeben und das Ganze mit Frühlingszwiebeln und Koriandergrün garnieren. Wer Soja verträgt und einen japanischen Touch liebt, kann die Suppe am Tisch mit Tamarisoße oder Misopaste nachwürzen.

Tipp: Die Suppe lässt sich auch mit anderen Gemüsesorten zubereiten. Toben Sie sich einfach kreativ aus. Statt Reisnudeln können Sie auch gekochten Naturreis, Rundkornreis oder sogar Hirse verwenden. Variieren Sie das Rezept nach Belieben, so überraschen Sie Ihre Geschmacksnerven stets mit neuen Eindrücken.

Beerenpower-Schoko-Müsli

Das cremige Beerenpower Müsli ist leicht und lecker und damit der perfekte Start in den Tag! Nutzen Sie die Beerenvielfalt im Frühsommer. Beeren haben eine starke antioxidative Wirkung und sind reich an Vitamin C. Roher Kakao, Chia und Mandeln enthalten viele gesundheitsfördernde Antioxidantien und Magnesium. Dieses Müsli stärkt nicht nur die Nerven, sondern ist auch eine echte Augenweide.

Zutaten für 2 Personen

Chia-Gel

5 EL Chia-Samen

400 ml Wasser

Nussmasse

70 g Mandeln 

20 g Cashewkerne

Heidelbeermilch

50 g gewaschene Heidelbeeren

100 ml Mandelmilch

2 TL rohes Kakaopulver

1 TL Mesquitepulver

1 TL Zimt

1 TL Kokosblütenzucker (optional)

Toppings

50 g Beerenobst:

Stachelbeeren

rote Johannisbeeren

schwarze Johannisbeeren

Heidelbeeren

Zubereitung

  1. Mandeln und Cashewkerne über Nacht in etwas Wasser einweichen. Morgens das Wasser abschütten und nochmals spülen.
  2. Chia-Gel herstellen.
  3. Eingeweichte Mandeln und Cashewkerne zu einer körnigen Nussmasse mixen, in eine separate Schüssel geben.
  4. Für die Heidelbeermilch die Heidelbeeren zusammen mit Mandelmilch, Kokosblütenzucker, rohem Kakaopulver, Mesquitepulver und Zimt, cremig mixen.
  5. Chia-Gel auf zwei Müslischalen verteilen, die Heidelbeermilch darüber gießen, das Ganze mit der Hand zu einer homogenen Creme verrühren, Nussmasse unterheben.
  6. Das Müsli mit gewaschenem Beerenobst garnieren.

Tipp: Mit etwas geriebener Tongabohne erhält das Müsli noch mehr Mandelaroma.

 

Weitere Tipps und noch mehr vegane Rezepte von Annette Nellessen findet man in ihrem Buch
In Topform durch die Wechseljahre
Der vegane Gesundheits-
und Ernährungsratgeber
Bei Herba Press zu bestellen unter: www.herbapress.de

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