Wege zur eigenen Spiritualität

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Barfuß zur Quelle

Es gibt eine ungezähmte und wilde Seite des Christentums mit einer lebendigen, ursprünglichen Spiritualität, die nichts aus- klammert. Es ist dies ein kräftiger Strom, der allerdings in wei- ten Teilen der Geschichte unterirdisch verläuft und manchmal schwer zu entdecken ist. Dann und wann aber gelangt er ins Freie. Dann wird er – manchmal nur für einen Augenblick – sichtbar und kann seine ganze, mitreißende Kraft entfalten.

In unserer Zeit ist es notwendig, neu auf die Suche zu gehen nach diesem lebendigen Wasser, wie die folgende Geschichte il- lustriert. Sie gehörte – so heißt es – zu den Lieblingsgeschichten von C. G. Jung. Aus einer Quelle sprudelte anfangs das reine Was- ser des Lebens. Seine Klarheit und Kraft lockte Menschen von überall her, um sich an ihm zu erfreuen und zu nähren. Einige begannen aber damit, einen Brunnen zu bauen und um den Brunnen herum einen Zaun. So konnten sie den Zugang zur Quelle kontrollieren und Eintritt verlangen. Sie ernannten sich zu Besitzern des Brunnengrundstücks und stellten Regeln auf, wer würdig sei, den heiligen Bezirk zu betreten und wer nicht. Es dauerte nicht lange, und das ganze Brunnenheiligtum war im Besitz der mächtigen Elite des Landes. Das Wasser indes spielte da nicht mit. Die Quelle versiegte und begann an einem anderen Ort zu sprudeln, ohne dass es die selbsternannten Besitzer über- haupt merkten.

Sie waren so beschäftigt mit ihren Hierarchien und Vorschriften. Die hochkomplexen Lehren über das Wasser des Lebens, seinen Ursprung und seine Wirkung waren ihnen offenbar wichtiger geworden als das Wasser selbst. Sie verkauften weiter den Zugang zur Quelle, die gar kein Wasser mehr hervor- brachte. Erstaunlich, dass nur wenige das merkten. Es gab aller- dings einige Unzufriedene, die sich mutig auf die Suche nach der neuen Quelle machten (vgl. Müller 2015: 9).

Dieses Buch zeichnet eine Landkarte, die es ermöglicht, das le- bendige Wasser aufzuspüren. Wir sind nicht die Ersten, die dieses Abenteuer auf sich nehmen. Jede Generation hat ihre Suchenden. Der große Schatz ihrer Erfahrungen kann uns bei unserer Suche helfen. Ich möchte eingangs einige Wegweiser vorstellen, die ich teils für unverzichtbar, teils für bemerkenswert halte: die Natur, die Heilige Schrift, die franziskanische Tradition, die Mystik und schließlich Kontemplation und Aktion.

Neuerscheinung – März 2018:

Lesen Sie mehr aus dem neuen Buch “Barfuß und wild – Wege zur eigenen Spiritualität” von Jan Frerichs.

Jan Frerichs lädt dazu ein, alte Schuhe und Schutzhäute abzustreifen. Das ruft den Spürsinn wach, damit wir bereit werden für den »heiligen Boden«, auf dem unsere Begegnung mit dem Göttlichen ihren Ort finden kann.

»Barfuß & wild« steht für eine Haltung, die offen ist für intensive Erfahrungen. Wer barfuß geht, bleibt nicht in der Rolle des Zuschauers, sondern lässt sich berühren. Jan Frerichs lädt dazu ein, alte Schuhe und Schutzhäute abzustreifen. Das ruft den Spürsinn wach, damit wir bereit werden für den »heiligen Boden«, auf dem unsere Begegnung mit dem Göttlichen ihren Ort finden kann. Es gibt diesen Ort, und es ist Zeit, das heilige Feuer wieder zu entfachen. Es ist Zeit zum Aufrühren der Glut!

»Die mystische Erfahrung, die ich meine, bringt also keine Sorglosigkeit oder Selbstvergessenheit. Sie ist vielmehr das Ende der Sorglosigkeit und der Beginn der Selbsterkenntnis. Die mystische Erfahrung ist der Anfang eines Weges, der Beginn des Abenteuers.«

Zur Bestellung einfach auf das Buch klicken:

 

 

 

 

 

 

 

 

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