Wie uns Tiere helfen,
Krisen zu bewältigen

Tiere können Seelentröster und echte Helfer in Not sein. Sie finden Zugang zu Demenzpatienten, riechen Krankheiten und erahnen Anfälle ihres Besitzers, bevor diese ausbrechen. Wie die tiergestützte Therapie funktioniert, erklärt die Expertin Birgit Saßmannshausen.

Tiere haben sich für den Menschen längst als eine Art Therapeut etabliert. Egal ob Pferd, Hund, Katze oder Esel, sie helfen kleinen und großen Patienten, zum Beispiel bei Angststörungen, bei Problemen des Bewegungsapparates oder bei Depressionen. Tiere können Einsamkeitsgefühle stoppen, demenzkranken Menschen neue Lebensqualität schenken und verhaltensauffälligen Kindern helfen, Vertrauen aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen. Doch nicht nur das: Hunde helfen zum Beispiel Kindern, Aggressionen abzubauen, die Tiere wirken auf sie entspannend. Sozial zurückgezogene Kinder werden durch Hunde aktiver, auf hyperaktive Kinder wirken Hunde wiederum dämpfend. Wird das psychotherapeutische Geschehen durch tierische Co-Therapeuten ergänzt, bekommen die Themen und die damit verbundenen psychischen Energien eine andere, den gemeinsamen Prozess erweiternde Dimension.

Wie uns Tiere auch seelisch unterstützen

Wir können davon ausgehen, dass der Mensch seit Jahrtausenden eine besonders innige Beziehung zu Tieren pflegt. Die Domestizierung des Hundes und etwas später des Esels begann vor ca. 10 bis 14 Tausend Jahren. Besonders die Biophilieforschung hat sich damit intensiv beschäftigt und heilende Wirkungsfaktoren dieser Beziehungsformen nachweisen können. Das Kommunikationsverhalten eines Tieres ist immer eindeutig. Es gibt keine Deutungsmöglichkeiten, sondern klare, analog ausgerichtete Informationen – in unserer sozialen Gesellschaft der digitalen, nicht direkten Kontakte und Informationsweitergabe ist das sehr wertvoll. Durch die tiefliegende Seelenverwandtschaft zueinander und durch sein „Sosein“ ist das Tier geradezu prädestiniert, uns genau in diesem Bereich zu unterstützen.
Es ist gut, dass die heilende Kraft allein durch die Anwesenheit eines Tieres nun endlich auch im Pflegebereich, in der Pädagogik und in der Therapie wahrgenommen wird. In der tiergestützten Psychotherapie ist die fachliche Expertise, also ein ausgebildeter Psychotherapeut Voraussetzung. Das unterstützende Tier ersetzt natürlich nicht den Therapeuten, prägt jedoch den Verlauf einer Psychotherapie maßgeblich und treibt im Sinne eines Katalysators die Heilung der Symptomatik oder auch Störung voran …

Diplom-Psychologin Birgit Saßmannshausen ist zertifizierte Naturpädagogin und psychol. Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie arbeitet als Supervisorin und Coach, mit Einzelnen, Familien und Schulsystemen, der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen zusammen. In der tiergestützten Arbeit wird sie unterstützt von Bienen, Schafen, Hühnern, Katzen und drei wunderbaren Eseln: Kalle, Carlotta und Charlie. www.eseley.de

Den ganzen Artikel finden Sie in unsererer Ausgabe 3/2020

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