Wunder der Natur

Pilze gehören zu den echten Exoten der Natur. Und dieses Image wird sich demnächst wohl noch weiter verstärken, wenn auch positiv. Denn immer mehr geraten ihre medizinischen Potenziale in den Blickpunkt.

Ist es nicht ungerecht, dass wir Pilze meist nur nach ihrem Speisewert beurteilen? Dabei ist der nur einer ihrer zahlreichen Nutzen. Selbst unauffällige Pilze, die man im Vorbeigehen schnell übersieht, haben oft mehr Einfluss auf uns und unsere Umwelt, als wir denken. Man kann von Glück sprechen, dass der Shiitake, „der König unter den Pilzen“ schon früh entdeckt wurde, denn seitdem nimmt er einen wichtigen Platz in der Küche wie der Naturheilkunde ein. Er zählt zur Familie der Vitalpilze, deren verträgliche Eigenschaften für den Menschen sehr gut aufgenommen und wirkungsvoll eingesetzt werden.

Der König der Pilze

Reichtum, Macht, Schönheit, Stolz: Begriffe, die mit einer königlichen Figur verbunden werden. Doch wie kam der Shiitake zu diesen ehrenvollen Titeln? Ist doch sein Äußeres eher unscheinbar und erinnert nicht gerade an eine majestätische Erscheinung. Er hat Hut, Lamellen und Stil – wie viele andere Pilze auch –, aber er prahlt nicht mit schmuckem Aussehen. Er hat kein tiefrotes gepunktetes Kleid wie der Fliegenpilz, noch kann er mit einer außergewöhnlichen Form trumpfen wie beispielsweise die Krause Glucke. Nein, der mittelgroße braune Pilz mit seinem rundem, eingerolltem Hut macht einen ganz bescheidenen Eindruck und wirkt im ersten Moment fast ein wenig fad. Doch davon sollte man sich nicht beirren lassen, denn manchmal verbergen sich in unscheinbaren Dingen die größten Schätze.
Viele kennen den Pilz bereits aus der asiatischen Küche, denn hier verfeinert er zahlreiche Gerichte und verleiht ihnen sogar eine fünfte Geschmacksrichtung. In Japan werden die bekannten Geschmäcker süß, sauer, salzig und bitter um einen Geschmack erweitert – Umami. Durch Umami gewinnt der Pilz eine zusätzliche herzhafte Note, weshalb er in der asiatischen Kulinarik hoch geschätzt wird. In letzter Zeit erfreut er sich auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Man findet ihn unter anderem in Ramen, Bowl-Gerichten, Wok-Gemüse und Asiapfannen.
Doch nicht allein wegen seines fein-erdigen Geschmacks erhält der Shiitake seinen Königstitel, sondern vor allem weil er zu den bedeutendsten Heilpilzen der Welt zählt. Und wie bereits erwähnt: Seinen Ursprung hat er in China und Japan, wo er schon seit Jahrtausenden in der Hausapotheke eingesetzt wird. Ein chinesischer Arzt beschrieb den Shiitake bereits im 14. Jahrhundert als „Mittel für die Bewahrung der Gesundheit, das Erkältungen heilt und den Kreislauf stimuliert“.

Zum Weiterlesen:

Gerit Fischer, Heimische Heil- und Vitalpilze, Mankau Verlag, 12 Euro
Gerard Janssen, Meine illustrierte Pilz­kunde – Ein Buch zum Entdecken, Sammeln und Genießen, Eden Books, 9,95 Euro

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 5/2020

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