Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen

Wie du lernst, Nein zu sagen – und dich dabei selbst nicht verlierst

Du sagst „Ja“, obwohl du innerlich Nein meinst. „Ja“ zu Überstunden, obwohl du dich jetzt schon ausgelaugt fühlst. „Ja“ zu Verabredungen, obwohl dir eigentlich nach Me-Time ist.
„Ja“ zum Kuchen fürs Kita-Fest, obwohl dein Kalender schon überquillt.

Und dieses „JA“ ist so schnell ausgesprochen, dass du manchmal sogar selbst von dir überrascht bist – leider nur nicht in einer positiven Weise. Und kaum ist das „Ja“ ausgesprochen, meldet sich dieses unangenehme Gefühl. Du kennst es nur zu gut! Dieser innerliche Druck, dieses Gefühl von Enge und Schwere. Du fühlst dich, als hättest du – mal wieder- versagt, bist wütend auf dich. Fragst dich, warum du es nicht mal schaffst für dich einzustehen und zeitgleich spürst du die Angst: Was denken die anderen von mir? Ich kann doch niemanden enttäuschen. Wenn du dich hier wiedererkennst: Du bist nicht falsch. Und du bist ganz sicher nicht allein.

Das kenne ich auch

Dieses ständige Abwägen zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Erwartungen anderer. Lange Zeit habe ich geglaubt, ich müsse immer verfügbar (bspw. immer sofort auf Sprachnachrichten antworten), verständnisvoll und leistungsbereit sein – um gemocht zu werden, um dazu zu gehören, um Anerkennung zu bekommen. Im Job und in Freundschaften.

Ich bin krank zur Arbeit gegangen, habe Überstunden gemacht, ohne sie zu hinterfragen („macht man halt so“) und habe geschwiegen, statt auszusprechen, was mich wirklich stört. Nach außen war ich oft die Angepasste, die Funktionierende. Innerlich fühlte es sich immer ungemütlicher an. Heute weiß ich: Es war der Versuch, dazuzugehören. Harmonie zu bewahren. Niemanden zu enttäuschen. Doch der Preis war hoch: Meine Energie, meine Freude und Leichtigkeit.

Heute ist es anders – und das wünsche ich mir auch so sehr für dich

Heute treffe ich Entscheidungen anders. Nicht, weil mir alles egal ist, sondern weil ich mich selbst ernst nehme. Noch mehr, seit ich Mama bin. Denn ich stelle mir oft die Frage: „Was möchte ich meiner Tochter denn vorleben?“

Grenzen setzen bedeutet nicht, hart oder egoistisch zu sein (auch wenn uns das vielleicht öfter mal eingeredet wurde). In meinen Augen bedeutet es, Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen. Sich selbst wichtig zu nehmen (so wichtig, denn schließlich sind wir 24/7 mit uns zusammen).

Im Flugzeug setzt du dir im Notfall zuerst selbst die Sauerstoffmaske auf – nicht aus Egoismus, sondern weil du anderen nur helfen kannst, wenn du selbst gut versorgt bist.

Und dein Auto tankst du auch ganz automatisch mit Sprit, um weiterhin von A nach B zu kommen. Wieso solltest du denn bei deiner Energie anders handeln?

Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu dir selbst. Solange du „Ja“ zu ungewollten Überstunden und Verabredungen aus reinem Pflichtbewusstsein sagst, zahlst du mit deiner Energie (und das bei den heutigen Energiepreisen 😉). Grenzen setzten beginnt daher im Kopf.

Fünf Impulse, die dir sofort helfen können

1. Wem gehört welches Gefühl?
Oft übernehmen wir Verantwortung für die Gefühle anderer: Die Freundin, die enttäuscht sein könnte. Der Chef, der schlecht über uns denken könnte. Doch deine Aufgabe ist nicht, die Emotionen anderer zu managen – sondern ehrlich mit dir zu sein. Bleib bei dir!
Würde jeder die Verantwortung für SEINE Gefühle übernehmen, wäre vieles einfacher. Doch was leider oft passiert: Wir übernehmen Verantwortung für die Gefühle von anderen und lassen unsere eigenen außeracht. Das kann doch nur chaotisch werden, oder?

2. Hör auf dein Bauchgefühl
Unser Bauchgefühl, unsere Intuition ist unsere heimliche Superkraft. Und diese solltest du nutzen! Fang gerne erstmal im Kleinen an. Frage dich: „Pizza oder Sushi? Couch oder Sport?“ Je öfter du deiner Intuition vertraust, desto leichter fällt es dir auch in herausfordernden Situationen.

3. Stelle dir ehrliche Fragen
Was willst du wirklich? Und viel wichtiger noch: Wer möchtest du sein?
Möchtest du weiterhin die sein, die sich anpasst, sich zurücknimmt und „Ja“ sagt, obwohl sie innerlich „Nein“ meint? Nein? Wunderbar! Dann wird es Zeit, ein neues Bild von dir zu erschaffen. Unser Gehirn liebt Bilder. Nutze das für dich. Such dir Vorbilder, die für dich Selbstbewusstsein und Klarheit verkörpern (bspw.eine Frau aus deinem Umfeld oder auch eine bekannte Persönlichkeit). Erlaube dir, innerlich ein Bild aufzubauen von der Version von dir, die souverän für sich einsteht. Die ruhig bleibt, klar spricht und sich selbst vertraut. Je klarer dieses innere Bild wird, desto leichter fällt es dir, im Alltag neue Entscheidungen zu treffen.

4. Was könnte schlimmsten Falls passieren?
Ich weiß, du möchtest niemanden enttäuschen. Nicht als „faul“ gelten, nur weil du zum Kita-Fest keinen selbstgebackenen Kuchen mitbringst. Oder als „schwierig“, wenn du im Job einmal Nein sagst. Doch frage dich ehrlich: Was könnte schlimmstenfalls passieren?
Die Antwort ist oft viel harmloser, als du erwarten wirst. Das Drama entsteht meist nur in unseren Gedanken (die wir oft nicht bis zu Ende denken). Entscheidend ist eine andere Frage: Was kostet dich dieses Ja – und was würde dir ein Nein schenken? Mehr Ruhe. Mehr Energie. Mehr du. Und genau das macht den Unterschied.

5. Erlaube dir zu experimentieren
Nein-Sagen darf Übungssache sein. Du probierst es aus, stolperst vielleicht und machst weiter. Anfangs fühlt es sich ungewohnt und holprig an, doch mit jeder Wiederholung wird es leichter. Irgendwann geht dir ein klares Nein so selbstverständlich über die Lippen als würdest du bei deiner Lieblingsbar einen Aperol bestellen.

Möchtest du das auch?

Mehr Ruhe. Mehr Klarheit. Mehr Selbstvertrauen.
Veränderung musst du nicht allein schaffen – oft hilft ein Blick von außen, um alte Muster wirklich zu lösen. Wenn du spürst, dass es Zeit ist, dich selbst wichtiger zu nehmen und Grenzen ohne schlechtes Gewissen zu setzen, begleite ich dich gern dabei. 💛

👉 Buche dir ein kostenfreies Klarheitsgespräch auf meiner Website:
www.lmj-coaching.de

P.S.: Die beste Zeit ist JETZT, um für dich loszugehen.

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Instagram: @laura.maria.janhsen

Fotos: www.susannalandhuis.de

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