Gesund älter werden hat erstaunlich viel mit Nähe, Genuss und bunten Tellern zu tun. Wir erklären, warum Gemeinschaft, Bewegung und eine pflanzliche Ernährung unser biologisches Alter prägen und welche Geheimnisse die Regionen bergen, in denen Menschen besonders lange leben. Wir erklären, auf was es bei Longevity wirklich ankommt.
Ein gesundes Essen, danach ein Espresso und zum Abschluss ein kleiner Spaziergang durch das Dorf – nicht allein, sondern in Gesellschaft. Gespräche, Lachen, vertraute Wege. In Regionen, in denen Menschen besonders alt werden, sieht das Leben oft genau so aus: einfach, rhythmisch und eingebettet in Gemeinschaft. Die Forschung nennt sie „Blaue Zonen“ – Regionen mit auffallend hoher Lebenserwartung und überdurchschnittlich vielen gesunden Hochbetagten. Dazu zählen Okinawa in Japan, Sardinien in Italien, die Nicoya-Halbinsel in Costa Rica, Ikaria in Griechenland und Loma Linda in Kalifornien.
Das Geheimnis der Blauen Zonen
So unterschiedlich Kultur, Küche und Klima auch sein mögen – die Menschen dort teilen entscheidende Merkmale: viel Bewegung im Alltag, eine überwiegend pflanzliche Ernährung, ein entspanntes Verhältnis zum Altern, Sinnhaftigkeit und starke soziale Netze. So entsteht Gesundheit nicht durch spektakuläre Maßnahmen, sondern quasi nebenbei. Altern ist kein Kampf gegen die Zeit, kein hektisches Optimieren. Das bestätigt auch die moderne Longevity-Forschung: Wie wir altern, hängt weniger von isolierten Maßnahmen ab als vom gesamten Lebensstil. Von Routinen, die Stress nehmen statt erzeugen und ganz wesentlich auch von Beziehungen, die verbinden.
Mehr Leben in die Jahre bringen
Gesund alt werden: Das hört sich nach Verzicht, Disziplin und einem endlosen Maßnahmenkatalog an. Nach Superfoods, Schlaftracking und dem leisen Druck, alles richtig machen zu müssen. Doch das Altern hält sich nicht an Pläne, Gesundheit passiert nicht im Fitnessstudio, nicht in der App und nicht im Labor, sondern mitten im Leben – bei Gesprächen, Mahlzeiten, Routinen und Beziehungen.
Nicht gegen das Leben arbeiten, sondern mit ihm gehen
Genau hier setzt auch der allseits bekannte Mediziner Dietrich Grönemeyer an. Ihn interessiert weniger das Schlagwort Longevity und noch weniger die Idee, dem Leben um jeden Preis zusätzliche Tage abzuringen – stattdessen verfolgt er einen anderen, weitaus entlastenderen Ansatz: Es geht ihm darum, mehr Leben in die Zeit zu bringen – mit 40, mit 70, und, wenn es richtig gut läuft, auch noch mit 100. Für ihn heißt natürlich altern: „Nicht gegen das Leben zu arbeiten, sondern mit ihm zu gehen“ und „den Wandel zuzulassen, ohne sich selbst zu verlieren”.
Zum Weiterlesen: Petra Orzech, Longevity Ernährung. Dein Neustart nach den Wechseljahren: Krankheiten vorbeugen und lange jung bleiben, Trias Verlag, 22 Euro
Dietrich Grönemeyer, Natürlich altern!Fit bis 100 mit der Grönemeyer-Formel, Südwest Verlag, 25 Euro
Den ganzen Artikel findest du in unserer bewusster leben Ausgabe 2/2026
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