Ayurveda & Partnerschaft

Um in der Liebe mit dem richtigen Partner unser Glück zu finden, kann das Wissen um die individuelle Konstitution eines Menschen hilfreich sein. Wie wir lieben hängt auch davon ab, ob wir ein Vata-, Pitta- oder Kapha-Typ sind.

Ayurveda, die traditionelle Medizin Indiens beschreibt Gesundheit als Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele. Dafür verantwortlich ist eine der individuellen Konstitution angemessene Lebensweise. Diese bezieht jedoch nicht nur die richtige Ernährung, Bewegung und Entspannung in die Gesundheitsfürsorge mit ein. Auch das Beziehungsleben ist im Ayurveda wichtig, denn häufig sind weder ein Vitalstoffmangel, Verdauungsbeschwerden oder bakterielle Infektionen die wahren Krankheitserreger. Oft sind emotionale Belastungen im Berufs- und Privatleben der Overkill für das körperliche und psychische Gleichgewicht. Besonders die Fallstricke des Liebes- und Beziehungslebens nehmen den unbestrittenen Platz eins auf der Skala stressauslösender Belastungsfaktoren ein. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Menschen über Einsamkeit klagen oder unter Entfremdung in ihrer bestehenden Beziehung leiden. Immer wieder bestätigt sich, was ein bekannter Yogameister einst zu diesem Thema sagte: „Mit dem Liebesleben ist es ganz einfach: Hast du einen Partner – so hast du Probleme, hast du keinen – so hast du auch Probleme.“
Um eine Partnerschaft glücklich zu gestalten, ist das Wissen um die individuelle Konstitution des Menschen äußerst hilfreich. Denn entsprechend der persönlichen Konstitution und den damit verbundenen Charaktereigenschaften und Verhaltensstrukturen lieben, leben und streiten wir alle unterschiedlich. Kennen wir die Vorzüge und Reaktionsmuster der Konstitutionstypen in Bezug auf Liebe, Sexualität und Partnerschaft, so können wir uns besser verstehen und unseren Traumpartner entsprechend unserer Bedürfnisse auswählen.

Welcher Partner passt zu mir?

Grundsätzlich können alle Menschen – unabhängig von ihrer Dosha-Konstitution – gute und erfüllende Beziehungen führen. Je besser wir unsere eigene Konstitution und die unseres Partners kennen, umso bewusster können wir die Vorzüge und Nachteile, die daraus entstehen, einschätzen. Analysiert man langjährige, glückliche Beziehungen aus konstitutionsbezogener Sicht, so stellen wir fest: Gegensätze gleichen sich aus. Chaotische Vata-Typen profitieren von einem strukturierten Pitta-Partner und phlegmatische Kapha-Persönlichkeiten gewinnen mit der anregenden Abwechslung eines Vata-Partners an Leichtigkeit und Vitalität. In diesem Sinne lässt sich sagen: Eine gut verteilte Dosha-Mischung funktioniert in vielen Partnerschaften.

Auch das Wertesystem muss passen

Damit eine Liebesbeziehung gelingt und sich beide Partner verstanden, geborgen und geliebt fühlen, braucht es auch eine gemeinsame Sprache der Seele. Sie basiert auf dem Gleichklang der mentalen Prägungen, die für gemeinsame Ziele, Wünsche und Entscheidungen sorgt. In diesem Sinne lässt sich sagen: Für die seelische Erfüllung gilt: Gleiches und Gleiches zieht sich an.

Suchen wir also den optimalen Partner, der zu uns passt, dann sollten wir auf die Vielfalt der Doshas für das körperlich-psychische Gleichgewicht und auf Gemeinsamkeiten in der Ethik, Zielsetzung und geistigen Ausrichtung, die das Leben prägt, achten. Nur wenn sich die Visionen und Wünsche beider Partner immer wieder einander begegnen und vereinen, ist Verliebtsein für ein ganzes Leben möglich.

Kerstin Rosenberg

…ist eine international bekannte Ayurveda-Spezialistin, Seminarleiterin und Buchautorin. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie die renommierte Europäische Akademie für Ayurveda mit angeschlossenem Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum in Birstein.

www.blog-ayurveda.de

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 5/2020

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