Die Kraft der Selbstheilung

Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die in uns selbst liegt. Wir zeigen, wie Sie Ihren inneren Arzt aktivieren und damit Ihre Selbstheilungskräfte stärken.

vor einigen Jahren, standen sie sich nahezu unversöhnlich gegenüber: auf der einen Seite die auf Wissenschaftlichkeit basierende Schulmedizin, auf der anderen die subjektiv erfahrbaren Heilerfolge der Alternativmedizin. Doch inzwischen scheint sich die über lange Jahre unversöhnliche Konkurrenz von Schul- und Alternativmedizin aufzulösen. Immer mehr Schulmediziner öffnen sich alternativen Heilweisen wie Akupunktur oder Homöopathie und bauen auf den mündigen Patienten und seine Selbstheilungskräfte. Daran ist nichts esoterisch Die Kraft der Selbstheilung und wie man sie stärken kann, ist inzwischen ein anerkannter Weg zur Gesundung des Menschen. Dabei versteht man unter Selbstheilung die Fähigkeit des Körpers, Krankheitszustände zu überwinden und wieder gesund zu werden. Dass der Körper solche Kräfte besitzt, bestreitet niemand mehr. Schon von Hippokrates, Arzt in der Antike, ist der Satz überliefert: „Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.“

Selbstheilung ist auch kein seltenes Wunder. Sie ist Alltag. Der Körper regeneriert und reguliert sich ständig. Er repariert mit Enzymen fehlerhaftes Erbgut, bekämpft Erreger mit einer ausgeklügelten Abwehr. Er kann Infekte überwinden und gebrochene Knochen heilen.
„Daran ist nichts esoterisch“, sagt beispielsweise auch der Mediziner Tobias Esch. Wir müssten nur an eine Wunde denken, die sich von allein schließt. Das ist eine typische Form der Selbstheilung. Esch sagt weiter: „Manche Umstände behindern eine solche Wundheilung allerdings, zum Beispiel eindringende Keime oder Stress, der das Immunsys-tem in seiner Funktion beeinträchtigt. Andere Faktoren beschleunigen sie dagegen, so etwa eine Ruhigstellung der Verletzung oder auch guter Schlaf. Wir pendeln ständig zwischen Krankheit und Gesundheit. Zu einer Krankheit kommt es, wenn die Selbstheilungskräfte des Körpers überfordert sind.“ Also geht es darum, dass wir unsere Selbstheilungskräfte stärken, damit sie nicht so schnell überfordert sind.

In diesem Zusammenhang ist vielfach die Rede von einem „inneren Arzt“, den jeder in sich trägt. Unser innerer Arzt zielt auf die enge Verflochtenheit zwischen Geist und Körper und weiß, dass unsere mentalen Ressourcen Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen. Eine gute Therapie stellt daher den Patienten mit dessen Ressourcen in den Mittelpunkt. Ihr Anliegen ist es, bei dem Betroffenen die Überzeugung zu wecken, dass er selbst viel Gutes für seine Gesundheit bewirken kann.

Ähnlich sieht es der Neurobiologe Gerald Hüther: „Jede Heilung ist eine Selbstheilung“, sagt er. „Sobald das Hirn ein Signal bekommt, dass irgendwo im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, aktiviert es die Selbstheilungskräfte“. So repariert und erneuert der Körper beispielsweise permanent Zellen – ohne dass der Mensch es merkt. Das heißt aber natürlich nicht, dass man bei Beschwerden oder Krankheiten nicht mehr zum Arzt gehen sollte. Die ärztliche Kunst besteht gerade darin, beim Erkrankten den Prozess der Selbstheilung zu unterstützen.

Dass wir selbst viel dafür tun können, um in uns einen Prozess der Vorsorge und Heilung in Gang zu bringen, ist ein Ansatz, der jahrelang der Alternativmedizin vorbehalten war. Sie wusste schon immer, dass Medikamente allein das aktive Mitwirken des Patienten nicht ersetzen können. Es ist deshalb wichtig, sich bewusst zu werden: Ich kann meine Gesundheit beeinflussen! Dabei zieht jeder seine seelische Kraft aus anderen Quellen. Es liegt an uns selbst, die Quellen unserer Selbstheilung wieder zu entdecken.

Den ganzen Artikel von finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 4/2019



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