Die Kraft des Atems

Richtiges Atmen löst seelische Blockaden, fördert unser Wohlbefinden und verhilft zu mehr Selbsterkenntnis. Wir zeigen einfache Übungen, die uns zu mehr innerer Ruhe verhelfen.

„Wir haben das richtige Atmen verlernt!“, so der bekannte Atemtherapeut und Wim-Hof-Instructor Jesse Coomer. Dabei können wir unser Leben in ungeahntem Maße positiv beeinflussen, wenn wir auf unsere Atmung achten und sie lenken. Mit bewusstem Atmen können wir unsere Stimmung und unser Wohlbefinden positiv beeinflussen. Und nicht nur das. Mit der „Sprache des Atems“ können wir unser mentales und körperliches Wohlbefinden fördern, seelische Blockaden lösen, unser Energielevel spürbar anheben und zu mehr Selbsterkenntnis gelangen, so Coomer. Der Gründer und Dozent einer Atemschule nutzt in der Arbeit mit seinen Klienten den Atem vor allem dazu, „um in die Selbstkommunikation zu kommen“. Was anfangs vielleicht komisch klingt, ist letztlich eine Methode, um zu mehr Selbsterkenntnis zu gelangen und nach seinen innersten Wünschen zu leben, indem wir unseren Atem ganz bewusst so lenken, dass sich Körper und Seele im Einklang befinden.

Atme und lass los

Am besten ist es, wenn du dir deinen Atem wie ein Sprachrohr vorstellst, das zwischen deinen unbewussten und bewussten Anteilen vermittelt. Mit seiner Hilfe kannst du deinem Körper Signale senden, zum Beispiel, um dich zu beruhigen. „Wenn wir ruhig und entspannt atmen, fasst unser Unbewusstes das so auf, dass wir in Sicherheit sind“, so der Atemtherapeut. In Situationen, in denen wir am liebsten schreiend davonlaufen oder mit Gegenständen um uns werfen möchten, können wir unserem Unterbewusstsein mithilfe unseres Atems mitteilen, dass es in dieser Situation eben nicht in den Kampf- oder Fluchtmodus wechseln muss und auch sonst keine Gefahr besteht.

Übung: „Jetzt beruhigen wir uns erst einmal“

Bei dieser einfachen Übung atmest du doppelt so lange aus, wie du eingeatmet hast. Die Länge der jeweiligen Atemkomponenten kannst du frei wählen, aber immer im Verhältnis 1:2. Gelingt es dir beispielsweise zwei Sekunden ein und vier Sekunden auszuatmen, kannst du den gesamten Atemzyklus verlängern auf vier Sekunden ein- und acht Sekunden ausatmen. Damit intensivierst du den Entspannungseffekt.

Mache diese Übung mindestens zwei Minuten, damit deine Botschaft auch in deinem Unterbewusstsein ankommt.

„Falls dein Puls jetzt langsamer geworden ist oder du dich entspannter fühlst, darfst du davon ausgehen, dass dein Unbewusstes die Nachricht empfangen hat“, erklärt Coomer. Andersherum funktioniert der Weg ebenfalls: Wenn wir das Einatmen verlängern und dafür das Ausatmen verkürzen, setzen wir damit den Impuls, ein bisschen wacher zu werden und mehr Energie aufzubringen.

Zum Weiterlesen: Jesse Coomer, Die Sprache des Atems, Integral Verlag, 18 Euro

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer bewusster leben Ausgabe 1/2025

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