Du willst alten Ballast abwerfen und frischen Wind in dein Leben bringen? Elisa Leykauf zeigt, dass Yoga ein Anker im Umbruch und der Schlüssel zum Loslassen sein kann.
Kennst du diese Momente, in denen du spürst, dass etwas nicht so bleiben kann, wie es ist? Manchmal sind es kleine Dinge – ein Satz, eine Begegnung, eine Alltagssituation – und plötzlich wird uns klar: So kann es nicht weitergehen! Etwas in uns möchte frei werden von der Schwere vergangener Erfahrungen, von Gedanken, die uns kleinhalten, oder von Rollen, die längst zu eng geworden sind.
Die Kunst des Loslassens
Loslassen klingt so einfach und ist doch so schwer. Manchmal fühlt es sich sogar körperlich schmerzhaft an, dieses Sich-bewusst-Werden, woran wir festhalten, und das Zulassen, dass etwas Neues entstehen darf. In diesem Übergang vom Alten zur Veränderung liegen oft Sorgen, Zweifel und Angst, aber auch die Möglichkeit, sich selbst neu zu begegnen.
Wenn wir spüren, dass sich etwas verändern muss
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich selbst an so einem Punkt stand. Mein Leben war durchgeplant und geordnet – doch etwas fühlte sich nicht richtig an, nicht erfüllend und lebendig genug. Es war Yoga, das mir half, meine Zweifel zu überwinden, ohne Businessplan und Startkapital meinen guten Job zu kündigen und den ersten Schritt in ein neues, unkonventionelles Leben zu gehen und meine Selbstständigkeit als Yogalehrerin zu starten. Durch Yoga begann ich, zu verstehen, dass ein sicheres Leben auch nur eine Illusion ist, nur ein Konzept, das ich selbst in Gedanken definiere, weil ich es so gelernt habe.
Wenn wir spüren, dass sich etwas verändern muss, entsteht oft zuerst ein innerer Konflikt. Ein Teil von uns sehnt sich nach Freiheit, nach Entwicklung – der andere hält fest. Dieses Festhalten geschieht nicht aus Schwäche, sondern aus einem tief verankerten Bedürfnis nach Sicherheit. Wir glauben, Veränderung sei eine Entscheidung, aber das reicht meistens nicht, denn unser Körper-Geist-System kann vielleicht gar nicht loslassen. Selbst wenn uns eine Situation nicht mehr guttut, fühlt sich das tief Verankerte für uns vertraut an – und damit vermeintlich sicher.
Innere Wahrheiten sichtbar machen
Im Yoga spricht man oft von Karma, das uns immer wieder in ähnliche Kreisläufe lenkt. Jede Erfahrung, jeder Gedanke, jedes Gefühl hinterlässt eine Spur in unserem Bewusstsein – eine Art Muster, das unser Handeln prägt. Es ist also nicht das mystische Schicksal oder eine höhere Macht, die uns bestrafen will, wenn wir nicht für unsere Veränderung losgehen. Wir geraten in ähnliche Situationen, treffen immer gleiche Entscheidungen oder stoßen an dieselben inneren Grenzen, weil unsere tiefsten unterbewussten Prägungen uns leiten. Obwohl wir mit dem Kopf entschieden haben, einen neuen Weg zu gehen, handeln wir immer noch nach alten Strukturen, die tief in unseren Zellen festsitzen.
Loslassen bedeutet, die innersten Wahrheiten sichtbar zu machen. Das ist unbequem und es fühlt sich für das System unsicher an. Das Alte löst sich auf, das Neue ist noch nicht greifbar nahe – ein Zustand, den der Geist kaum aushält. Aber wir können es üben.
Pass auf, was du dir wünschst!
„Pass auf, was du dir wünschst – es könnte wahr werden“, hat einer meiner Yogalehrer einmal zu mir gesagt. Und er hatte recht. Das Loslassen alter Konzepte dauert bis heute an. Denn Muster, die wir in unserem Körper und Geist von Geburt an aufbauen, lösen sich nicht in wenigen Wochen auf, nur weil wir eine Entscheidung getroffen haben. Ich durfte lernen, dass Visionen und Träume ihre Opfer fordern – wer eine neue Realität möchte, muss bereit sein, eine alte (zumindest in Teilen) aufzugeben.
Loslassen und vertrauen
Wlisa Leykauf zeigt fünf einfache Übungen, die dir helfen, neue Herausforderungen mit innerer Ruhe und Stärke anzugehen:

Übung: Sitzender Schmetterling
Setze dich aufrecht hin, bringe die Fußsohlen zueinander und lasse die Knie nach außen sinken; du kannst deine Knie optional mit Kissen stützen. Halte die Füße sanft fest und lass den Oberkörper so entspannt wie möglich nach vorn sinken. Die Wirbelsäule darf sich runden.
Übungsempfehlung: 5 Minuten
Nimm wahr, wie Spannungen im Becken sich langsam lösen und du mehr und mehr loslassen kannst.
Den ausführlichen Artikel und weitere vier einfache Asanas für das neue Jahr findest du in unserer bewusster leben Ausgabe 1/2026
-
bewusster leben 1/2026
8,80 €
(Januar/Februar 2026)inkl. MwSt.
zzgl. Versandkosten
Kaufen



