Welches Gefühl löst eine plätschernde Quelle bei Ihnen aus? Oder das Rauschen des Meeres? Das sanfte Tröpfeln von Regen in einen malerischen Bergsee? Die meisten von uns fühlen sich entspannt, wenn sie an das kühle Nass denken – in welcher Form es auch immer auftritt. Das ist nicht ungewöhnlich, denn Wasser ist eine Art Beruhigungsmittel für die Seele.
Warum übt Wasser eine so große Anziehungskraft auf Menschen aus?
Wasser und die Menschheitsgeschichte gehören untrennbar zusammen. Denn wo Wasser ist, dort gibt es Leben. Das wussten bereits unsere Vorfahren. So ist es nicht verwunderlich, dass alle prähistorischen Siedlungen an einem Gewässer entstanden – meist an einem Flusslauf. Bis heute ist dieser sogenannte Blauraum für unser Wohlbefinden essenziell. Darum fahren viele Menschen in den Ferien an den Strand oder holen sich eine Wasserquelle direkt nach Hause. So ist etwa ein Premium-Outdoor-Whirlpool nicht nur ein Entspannungselement im Garten, sondern eine Art eigene heiße Quelle. Damit erfüllt er unser Bedürfnis, nahe am Wasser zu sein.
Der Mensch sehnt sich nach Sicherheit
Ob See, Fluss oder Meer – Wasser bedeutete insbesondere in der Vergangenheit Versorgungssicherheit. Denn die Nähe zu einem See oder dem Meer erleichterte es unseren Vorfahren, an Nahrung zu kommen. Daher befindet sich die Sehnsucht nach dem kühlen Nass tief in unserem Unterbewusstsein. Dass sich viele Menschen in der Nähe von Gewässern besonders wohl fühlen, ist sogar messbar. So kann der Aufenthalt an einem See, am Fluss oder am Meer den Spiegel des Stresshormons Cortisol deutlich senken und dadurch unser Gehirn in den Ruhemodus versetzen.
Doch warum genau fühlen wir uns am Wasser weniger gestresst? Um diese Frage zu klären, führen Forscher die sogenannte Stressreduktionstheorie an. Sie besagt, dass der Anblick der Natur Ruhe und Freude in uns auslöst. Dabei sei es zweitranging, ob wir uns einen sattgrünen Laubwald, eine farbenprächtige Blumenwiese oder eine glitzernde Wasseroberfläche anschauen würden.
Wasser fasziniert
Eine weitere Theorie – die Aufmerksamkeits-Erholungs-Theorie – beruht auf einem ähnlichen Ansatz. Laut ihr ist die Naturbetrachtung, insbesondere der Blick auf ruhige Gewässer, eine Abwechslung zum reizüberfluteten Alltag. Es entsteht eine „Soft-Fascination“, die das Gehirn auf sanfte Weise ablenkt. So könne etwa der Blick auf eine dahinwogende Wasseroberfläche beruhigend wirken. Das Auf und Ab der Wellen fesselt die Aufmerksamkeit. Sorgen verlieren an Relevanz. Dadurch kann sich unsere mentale Präsenz erholen.
Bereits ein kurzer Spaziergang am Meer trägt übrigens nicht nur dazu bei, die Psyche zu beruhigen. Die Kombination aus Bewegung und Erholung kann gleichzeitig lebensverlängernd wirken.
Wasser hört sich beruhigend an
Den Klang eines sturmdurchtosten Meeres verbinden sicherlich nur die wenigsten mit Entspannung. Wer allerdings einem sanften Wellenrauschen lauscht, kann sich schnell von der Hektik des Alltags abgrenzen. Zumindest im Geiste.
Dass natürliche Klanglandschaften – darunter auch das Plätschern von Wasser – positive Auswirkungen auf uns haben, konnten Forschende der Carlton University sowie der Michigan State University belegen.
Ihre Untersuchungen zeigten, dass insbesondere Wassergeräusche:
- die Stimmung aufhellen
- die kognitive Leistung verbessern
- das Stressempfinden reduzieren
Sogar das Schmerzempfinden könne laut der Forscher durch das bewusste Lauschen von Naturklängen verringert werden.
Wasser ist Weite
Nicht nur das sanfte Plätschern der Wellen sowie das schimmernde Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche können der Seele guttun. Auch der Blick in die Weite wirkt entlastend – sowohl auf das Gehirn als auch auf die Augen. Statt sich auf einen Punkt zu fokussieren, kann der Blick über das scheinbar endlose Blau schweifen. Dabei trägt selbst die Farbe zu dem oft herbeigesehnten Beruhigungseffekt bei. Farbpsychologisch rufen Blau- und Grüntöne schließlich Ruhe und Entspannung in uns hervor.


