Ein liebevoller Blick auf dich selbst

Aljoscha Long und Ronald Schweppe zeigen, wie kraftvoll ein liebevoller Blick auf sich selbst sein kann und wie daraus die drei essenziellen Kräfte erwachsen: Selbstwertschätzung, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

Selbstliebe ist im spirituellen Sinn einfach ein anderes Wort für Selbstmitgefühl. Es geht darum, sich selbst Mitgefühl entgegenzubringen – sich freundlich, nachsichtig, sanft und gütig zu behandeln. Selbstmitgefühl ermöglicht es uns, zu erkennen, was wir wirklich wollen und brauchen. Es vertieft unser Verständnis für uns selbst – nicht nur für unsere guten, sondern auch für die ungünstigen Eigenschaften. Selbstmitgefühl ist wohlwollend, wertschätzend und vor allem bedingungslos. Wir lieben uns nicht, weil wir irgendetwas Besonderes können, haben oder erreicht haben. Vielmehr akzeptieren wir uns so, wie wir sind – wohlwissend, dass jeder Mensch in seinem Leben Probleme hat, gelegentlich falsche Entscheidungen trifft oder mit Selbstzweifeln, Sorgen, Ängsten oder anderen belastenden Gefühlen zu kämpfen hat.

Jeden Tag ein wenig Selbstmitgefühl

Versuche, dir selbst jeden Tag zumindest ein wenig Mitgefühl entgegenzubringen. Bau täglich eine kleine Portion Selbstmitgefühl in deine Routine ein – besonders wenn es dir nicht gut geht, du belastet bist oder in einer Krise steckst. Insbesondere wenn du merkst, dass dein innerer Kritiker laut wird: Halte inne. Atme einmal tief ein und sehr langsam aus. Sage dir dann: »Stopp – wie kann ich mir im Moment Mitgefühl schenken?«
Tu dann etwas Kleines und Liebevolles für dich – einen warmen Tee trinken, dich kurz strecken oder dir selbst über den Arm streichen. Mach dir immer wieder bewusst, was es wirklich bedeutet, Selbstmitgefühl zu haben: Es heißt, dass du dir selbst die gleiche Fürsorge schenkst wie nahestehenden Menschen, dass du deine Bedürfnisse ernst nimmst und so freundlich mit dir sprichst wie mit deinem Lieblingsmenschen. Wenn du beginnst, dich selbst wirklich zu lieben, geschieht etwas Wunderbares: Du entwickelst auf natürliche Weise drei kraftvolle Eigenschaften: Selbstwertschätzung, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Sie entstehen wie reife Früchte am Baum deiner Selbstliebe von ganz allein.

Selbstwertschätzung: Erkenne deinen wahren Wert

Selbstwertschätzung bedeutet, dass du dich als den wertvollen, einzigartigen Menschen siehst, der du bist – unabhängig von dem, was du leistest oder erreichst. Wenn du dir liebevoll begegnest, ersetzt du die harte innere Stimme durch Güte und Akzeptanz. Plötzlich hängt dein Wert nicht mehr davon ab, ob du perfekt bist oder alles richtig machst. Du erlebst ihn als das, was er ist: bedingungslos und unerschütterlich. Diese Veränderung wirkt sich auf dein ganzes Leben aus: Du hörst auf, es allen recht machen zu wollen. Du behandelst dich nicht mehr schlecht. Und das Schönste: Andere Menschen beginnen, dich mit dem gleichen Respekt und der gleichen Liebe zu behandeln, die du dir selbst entgegenbringst.

Selbstbewusstsein: Erkenne dich selbst

Wahres Selbstbewusstsein hat nichts mit Arroganz zu tun. Es bedeutet schlicht, dass du dich selbst kennst – deine Stärken und Schwächen, deine Gedanken und Gefühle, deine Reaktionen und Verhaltensmuster. Wenn du dir mit Selbstliebe begegnest, kannst du ehrlich und angstfrei auf dich blicken. Du musst keine Schwächen verstecken oder dich für Gefühle verurteilen. Du beobachtest dich neutral und liebevoll – wie ein guter Freund, der dich lange kennt und gut versteht. Echtes Selbstbewusstsein ist wie eine innere Landkarte: Du weißt um deine emotionalen Muster, verstehst, warum du so reagierst, wie du reagierst, und kannst bewusste Entscheidungen treffen, anstatt automatisch zu handeln. Es macht dich authentisch in Beziehungen, weil du klar kommunizieren kannst, was du brauchst und fühlst.
Diese innere Klarheit verändert auch dein Auftreten: Du wirkst nach außen ruhiger und ausgeglichener. Die anderen spüren deine Authentizität und begegnen dir mit mehr Respekt und Vertrauen. Du strahlst eine natürliche Sicherheit aus, die nichts mit Überheblichkeit zu tun hat, sondern mit der Gewissheit, dich selbst zu kennen und zu akzeptieren.

Der Artikel ist ein Auszug aus: Aljoscha Long/Ronald Schweppe, Der Panda und das Wunder der Selbstliebe, Heyne Verlag, 13 Euro

Den ganzen Artikel findest du in unserer bewusster leben Ausgabe 3/2026

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