Fermentieren wie zu Omas Zeiten

Das Haltbarmachen von Lebensmitteln – kurz Fermentieren genannt – ist viel mehr als nur ein weiterer Food-Trend. Fermentiertes Gemüse ist gesund und leicht herzustellen.

Von Essig, Bier und Joghurt über Kombucha, bis hin zu unserem altbekannten Sauerkraut – sie alle haben eines gemeinsam: Alles sind fermentierte Lebensmittel. Fermentation bedeutet das Haltbarmachen durch Milchsäuregärung – eine Konservierungsmethode mit jahrtausendealter, weltweiter Tradition, welche bei uns schon fast vergessen schien. Seit Kurzem aber erlebt sie einen wahren Boom. Immer mehr Workshops und Bücher werden angeboten und die ersten Startups erobern den Markt mit Kimchi & Co. Der Trend kommt nicht von ungefähr: Milchsauer Eingelegtes schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch unglaublich gesund. Bei nahezu vollem Erhalt aller Nährstoffe des frischen Gemüses werden im Fermentierungsprozess zudem noch probiotische Bakterienkulturen gezüchtet, die einen positiven Einfluss auf unsere Darmflora und somit auf unsere gesamte Gesundheit haben. Klingt zu schön, um wahr zu sein?

Dass fermentiertes Gemüse und Fermentation allgemein momentan wieder in aller Munde sind, hat gute Gründe – Billionen gute Gründe, um genau zu sein. Denn neben der Wiederentdeckung des natürlich-knackigen, frisch-sauren Geschmackserlebnisses und den vielen und einfachen Zubereitungsmöglichkeiten wird der Trend um die Fermentation besonders durch eines getrieben: die Erkenntnisse um unser Mikrobiom und dessen Rolle zur Stärkung des Immunsystems sowie in der Vorbeugung vieler Krankheiten.


Bis vor einigen Jahren noch wenig erforscht, gilt das Darmmikrobiom heute als das Superorgan schlechthin. Es ist bei jedem Lebewesen so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Bestehend aus Billionen von Mikroorganismen hilft es uns nicht nur beim Verdauen sowie Freisetzen von Nährstoffen und Energie – die vom Darmmikrobiom gebildeten Botenstoffe entscheiden auch darüber, ob wir zu dick werden, an Diabetes leiden oder Autoimmunkrankheiten auftreten. Unser Darm stimuliert sogar unser Gehirn und stärkt unsere Abwehrkräfte, denn 70 Prozent unserer Immunzellen befinden sich in ihm. Um die Funktion des Mikrobioms zu garantieren, ist eine Vielfalt aus mehreren tausend Bakterien-Spezies nötig. Durch die Ernährung mit hochverarbeiteten Lebensmitteln, viel Fett, Zucker und Süßstoffen kann diese jedoch schnell gestört werden, weshalb die Ernährung vielen Forschern inzwischen als ein wesentlicher Schlüssel zum intakten Mikrobiom gilt.

Das Fermentations-Startup Completeorganics setzt einen radikalen Gegenentwurf zur gängigen, hoch-industrialisierten Lebens­mittelherstellung. Dabei wird ganz bewusst auf Erhitzung (Pasteurisation) und Konservierungsstoffe zur Haltbarmachung verzichtet, um Fermente mit vollem Nährstoffgehalt und voll probiotischem Leben als radikale Naturprodukte in den Handel zu bringen.
www.completeorganics.de

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Ausgabe bewusster leben 1/2021

Diesen Artikel teilen

Schreiben Sie einen Kommentar